[Star Trek – The Next Generation: Doppelhelix 3] Roter Sektor

Lesezeit circa: 4 Minuten

»Roter Sektor« ist der dritte Teil der »Star Trek – Doppelhelix«-Reihe.

Star Trek The Next Generation Doppelhelix Band 3 Roter Sektor
© Cross Cult

Die Doppelhelix geht weiter

Bislang war die »Doppelhelix«-Reihe nicht berauschend. Sie bot gute Ansätze, doch insgesamt fehlte immer das eine oder andere, um die jeweiligen Romane über den Durchschnitt zu heben. Jetzt schreibt die Autorin Diane Cary den dritten Teil »Roter Sektor«.

Die Schriftstellerin wurde 1954 geboren. Seit 1982 ist sie professionelle Schreiberin, die unter verschiedenen Pseudonymen in den unterschiedlichsten Genres Geschichten verfasst. Als »Star Trek«-Autorin war sie vor allem in den 80er- und 90er-Jahren aktiv.

Im Jahr 2353 ist Eric Stiles ein junger und nervöser Engine. Gemeinsam mit einem Sicherheitsteam der Sternenflotte soll er helfen, auf einer fernen Welt die Föderationsbotschaft zu räumen, da dort gerade gefährliche Unruhen ausgebrochen sind. Dabei stellt sich heraus, dass der Botschafter, der gerettet werden soll, niemand anderes als Spock ist. Die Mission verläuft für Stiles allerdings alles andere als geplant, als er unfreiwillig zurückbleibt und verhaftet wird. Erst später wird auch er gerettet.

Ist dies „Star Trek“?

Jahre später ist aus dem Ensign ein Captain geworden. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein. Denn im rolumanischen Reich ist Chaos ausgebrochen, da die Herrscherfamilie an einem heimtückischen Virus erkrankt ist. Derselbe, dem bereits früher die Enterprise begegnet ist. Die letzte Hoffnung auf Heilung liegt im Blut eines eher unbekannten Mitglieds der herrschenden Familie. Und zufälligerweise ist Eric Stiles der Einzige, der weiß, wo sich dieses aufhält.

Wenn man »Roter Sektor« liest, wird man sich wiederholt fragen, ob das wirklich ein »Star Trek«-Roman ist. Denn abgesehen von den Namen wirkt diese Geschichte nicht, als ob sie Teil desselben Universums ist wie die vorherigen Romane. Vielmehr hat man den Eindruck, als ob Diane Carey eine Military Sci-Fi-Story, an der sie ursprünglich saß, nur notdürftig anpasste, um sich Arbeit zu sparen. Es ist jetzt aktuell unklar, ob das für sie typisch ist, oder ob auch ihre anderen Werke ähnlich geschrieben sind.

Durch die gesamte Geschichte zieht sich ein für »Star Trek« ungewöhnlicher Militarismus. Da wird eine militärische Parade für Eric Stiles abgehalten und die Figur selber kommandiert später einen Tender, mit dem er mitten in einer Schlacht zwischen der Föderation und den Romulanern ein Schiff der Sternenflotte repariert. Alles Elemente, die es so nie in »Star Trek« gab und gibt. Und die auch einfach nur fremdartig wirken.

Charakterisierungen, die wie Parodien wirken

Genauso, wie ebenso die Charakterisierungen sind. Das merkt man vor allem an Leonard McCoy. Teilweise wirkt diese Figur wie eine Parodie auf seine normale Darstellung. Sein Spott und seine Ironie wirken übertrieben, sodass er am Ende wie eine Karikatur erscheint, aber nicht wie der bekannte und geliebte Doktor der Enterprise aus der klassischen Ära.

Und die Romulaner? Wirken wie Waschlappen. Keine Spur von Intelligenz oder Durchtriebenheit, also den Merkmalen, mit denen sie normalerweise dargestellt werden. Auch hier hat man das Gefühl, eine Parodie zu lesen.

Doch am meisten verdirbt Eric Stiles den Gesamteindruck. Er ist der typische Gary Stu, also ein Charakter, dem alles gelingt und ohne den die Story nicht vorangeht. Die anderen Figuren sind für ihn dabei nur Hilfsmittel, damit er besser dastehen kann.

Unterm Strich lässt sich über »Roter Sektor« sagen, dass dies kein »Star Trek«-Roman ist. Und für eine normale Science-Fiction-Story stört zu sehr die Hauptfigur.

Bewertung 01/15

Autor: Diane Carey
Titel: Star Trek – The Next Generation: Doppelhelix 3: Roter Sektor
Originaltitel: Star Trek – The Next Generation: Double Helix – Red Sector
Übersetzer: Stephanie Pannen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 05/2012
Einband: Taschenbuch
Seiten: 341
ISBN: 978-3-86425-013-2
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Götz Piesbergen

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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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