Außenmission: German Comic Con Dortmund 2019

Lesezeit circa: 9 Minuten

Am 7. und 8. Dezember hieß es: German Comic Con Dortmund 2019! Natürlich war Warp-Core.de beim fünften Geburtstag mit dabei.

Es würde mein dritter Besuch sein, wenn ich die Comic Con Spring Edition im April mitzähle. Da ich zuvor noch meine marvelbegeisterte Schwester Wiebke abholen wollte, stand ich an dem Samstag in aller Herrgottsfrühe auf und schlich ins Bad. Mann und Kinder schliefen noch und ich wollte niemanden wecken. Daher vertraute ich auf die Kaffeekochkünste meiner Schwester und verzichtete darauf, in meiner Küche lautere Geräusche zu erzeugen als das sanfte Rauschen der S-Bahnen hinter dem Haus.

Lautlos wie ein Schatten verschwand ich aus der Wohnung und machte mich auf den Weg. Meine Schwester hatte mich schon erwartet. Mit Kaffee! Sie ist ein Engel! Kurz darauf machten wir uns gut gelaunt auf den Weg nach Dortmund.

Anflug und Landung

Mein treues Gefährt brachte uns ohne Zwischenfall zu den Westfalenhallen, wo wir direkt in einen Mega-Stau landeten. Ich hatte für Wiebke extra ein Early Bird Ticket besorgt, um den größeren Andrang zu vermeiden und doch waren unglaubliche Menschenmassen unterwegs. Mit Müh und Not fanden wir einen Parkplatz, nachdem wir an mehreren Stellen abgewiesen worden waren.

Dann ging es ein Stück zu Fuß weiter. Der Veranstaltungsort hatte sich ein wenig verändert. Die Halle war umgebaut worden und der Eingang sah recht einladend aus. Bis auf die sehr, sehr lange Schlange. Gut, dass Wiebke ein Early Bird Ticket hatte, denn damit konnten wir an der Schlange vorbeigehen. Ich meldete mich dann noch am Presseschalter und bekam einen hübschen Stempel auf den Handrücken. Die Pressebänder waren bereits ausgegangen.

Die Kollegen Marco und Martin waren schon vor Ort und da diesmal erstaunlicherweise mobiles Internet möglich war, fanden wir uns recht schnell.

So viele Leute

Als wir also gemeinsam Halle 4 betraten, war ich zunächst erschlagen. Es war brechend voll. So voll, dass die Besucher sich aneinander vorbei quetschen mussten. Zu den Ständen musste man sich hindurchdrängeln. Daher ging es erst einmal die Treppen hinauf zum Café, wo bereits Freunde von mir auf uns warteten. Ein Blick von der Balustrade aus über die Halle hinweg zeigte mir einen wuselnden Ameisenhaufen. Dicht an dicht bewegten sich die Besucher durch die Halle. Für Rollstuhlfahrer/Innen und anderweitig beeinträchtigte Gäste sowie für Kinderwagen muss es eine Zumutung gewesen sein. Ich selbst hatte schon Bedenken mit meinem Babybauch eingezwängt zu werden.

Später am Tag, gegen Nachmittag, verliefen sich die Massen ein wenig und es blieb mehr Raum. Die Gelegenheit musste genutzt werden, um ein wenig zu stöbern. Dabei riefen mir vier „Teenage Mutant Ninja Turtle“ Actionfiguren zu, ich solle sie bitte mitnehmen. Kann man da „Nein“ sagen? Die Turtles gehörten schließlich zu meiner Kindheit und ich finde sie immer noch toll. Meine Schwester wurde ebenfalls fündig und angelte sich mehrere Marvel-Helden-Figuren für ihr Nerd-Regal.

Auch Cosplayer waren unterwegs. Mein persönliches Highlight waren die wohl berühmtesten Archäologen der Filmgeschichte: Dr. Henry Jones sen. und Dr. Henry Jones jun. wanderten gemeinsam über die Con und waren gerne bereits, sich fotografieren zu lassen. Leider habe ich vergessen zu fragen, wie sie eigentlich heißen. Falls ihr beide diesen Bericht lest: Ihr seid klasse!

Staraufgebot

Die Gästeliste konnte sich sehen lassen. Viele Darsteller aus bekannten und beliebten Serien wie „Game of Thrones“, „The Walking Dead“, Pretty Little Liars“ oder „Vampire’s Diary“ standen den Fans für Shootings, Autogramme und Meet & Greet zur Verfügung. Im Rahmen der Autogrammstunden bot sich bei dem einen oder anderen Darsteller auch die Gelegenheit für ein Shake-Hands oder ein paar gewechselte Sätze. Wirklich alle Darsteller aufzuzählen würde hier jedoch den Rahmen sprengen.

Dazu gab es zwischendurch Panels verschiedener Stars. Sie erzählten von Dreharbeiten, gaben Anekdoten zum Besten und beantworteten die Fragen der Zuschauer. Wir hatten uns das Panel von Christopher Lloyd ausgesucht. Ich freute mich, den Darsteller des Klingonen-Captains Kruge aus „Star Trek III – Auf der Suche nach Mr Spock“ einmal live zu sehen. Fast alle Fragesteller bezogen sich auf seine Rolle als Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“. Keine Frage, das sind echt geniale Filme. Aber der Mann war doch mehr als das. Man denke mal an Onkel Fester aus  „Addams Family“ oder an den weißen Ritter aus „Alice im Wunderland“ oder auch als der Pagemaster im gleichnamigen Film.

Stimmen der Fans – eine sehr geteilte Meinung

Hier scheiden sich die Geister. Zum einen gab es Lob aus den Besucherkreisen. Vor allem die Gästeliste sprach viele Leute an. Was die Preise für Autogramme und Fotos betrifft, so scheinen einige sie als angemessen zu empfinden, andere empfanden sie als zu teuer.

Die Props, sowie die Möglichkeit, sich damit fotografieren zu lassen, kamen gut an. Wer möchte nicht gerne mal auf dem Eisernen Thorn sitzen oder auf dem Sofa aus „Stranger Things“ Platz nehmen? Für kleines Geld gab es schickes Bild zum Mitnehmen.

Allerdings hören an dieser Stelle die positiven Stimmen der Besucher bereits größtenteils auf. Viele zeigten sich verärgert über den Massenandrang. Die Schlangen bei den Shootings und Autogrammständen seien extrem lang und auch unübersichtlich gewesen. Teilweise habe sich nicht erkennen lassen, wo man für was angestanden habe, da zu wenig Helfer anwesend gewesen seien. Besonders verärgert waren die Fans, als die Aktionen abgebrochen wurden, obwohl längst nicht jeder ein Foto oder ein Autogramm bekommen hatte. Offenbar waren viel zu viele Tickets verkauft worden. Die Enttäuschung war den Leuten anzusehen. Ich habe an dem Tag das ein oder andere enttäuschte, weinende Mädel erblickt.
Im Nachhinein hat der Veranstalter mitgeteilt, dass das Geld für die nicht erhaltenen Fotos und Autogramme zurückgezahlt werden soll.

Die Organisation wurde insgesamt als chaotisch empfunden. Zu wenige Helfer und Ordner hätten zur Verfügung gestanden und auch die Informationen seien etwas dürftig gewesen. Als beispielsweise der Treffpunkt für ein Meet & Greet mit Holly Marie Combs verlegt worden war, fehlte den Fans ausreichend Informationen darüber. Einige haben das Event dadurch verpasst, andere hatten mehr Glück. Oft halfen die Besucher sich einfach gegenseitig.

Fazit

Ich persönlich habe eine geteilte Meinung zu diesem Tag. Es war tatsächlich unheimlich voll. Den Eindruck vieler Fans, dass eindeutig zu viele Tickets verkauft worden sind, kann ich nachvollziehen. Ebenso verstehe ich ihren Unmut, dass Shootings und Autogrammzeiten abgebrochen wurden, weil die Zeit für die Massen nicht reichte.

Ein wenig vermisst habe ich Comicstände. Zwar waren einige wenige da, aber die meisten Händler boten Merchandise an wie Figuren, Plüschtiere, Tassen, T-Shirts, etc. Etwas mehr Comic wäre allein schon wegen des Namens der Convention angebracht.

Dafür war die Gästeliste sehenswert und ich selbst habe mich gefreut, David Warner und Christopher Lloyd einmal live zu sehen. Als Trekkie schätze ich ihre Auftritte in den alten Star Trek Kinofilmen sehr.

Insgesamt hat mir der Tag gefallen. Eine Comic Con ist zum einen eine feine Gelegenheit, einen schönen Tag mit nerdigen Freunden und Bekannten zu verbringen. Zum anderen ist es eine spannende Mischung aus Entdeckungsreise, Jagd nach Geekstuff, die Möglichkeit, seine Lieblingsstars zu treffen und ganz viel Schauen.

Was sagen die Kollegen dazu?

Ein Fazit von Marco zur German Comic Con Dortmund 2019

Ich habe dieses Jahr etliche Veranstaltungen erlebt, alle aus dem Blickwinkel eines Berichtes. Das ist anders, als wäre man „nur“ als Fan auf solchen Veranstaltungen. Während der Con habe ich kaum etwas vom Stress der Fans mitbekommen, im Nachhinein aber schon. Wen da nun die Schuld trifft, ist am Ende egal, denn es fällt natürlich auf den Veranstalter zurück, auch wenn die Stargäste sich nicht an die Absprachen gehalten haben. Das ist ärgerlich, aber leider auch normal.

Mir selbst machen diese Veranstaltungen immer einen Riesenspaß, allerdings kam ich kaum zum Fotografieren, obwohl es genügend Motive gab. Subjektiv hatte ich das Gefühl, als wären weit weniger Cosplayer da als noch im April bei der Spring Edition oder in München. Das kann aber einfach in der Masse untergegangen sein, denn es war wirklich voll. Für eine Jubiläumsveranstaltung war der Rahmen angemessen, das Drumherum aber leider nicht, was man aber nicht der GCC anlasten kann. Das Heimspiel des BVB wurde erst später terminiert, die anderen Veranstaltungen in der Westfalenhalle an diesem Tag muss man dem Betreiber der Westfalenhalle anlasten. Einzig der Informationsfluss während der Con wäre sicherlich anders machbar gewesen. Und dass Pressebänder ausgehen, ist auch eine dumme Sache. Uns wurde so der Zugang zu manchen Bereichen verwehrt.

Ich verstehe den Unmut der Fans voll und ganz. Ich hatte aber trotzdem meinen Spaß. Weniger wäre hier aber sicherlich mehr gewesen.

Ein persönliches Highlight waren die Leute von Hasbro. Die haben für die Kleinen eine Art Parcours aufgebaut, bei dem jeder Teilnehmer eine Goodiebag bekam mit Star-Wars-Merchandise.

Martins Fazit

Im Gegensatz zu meinen Kollegen reiste ich doch etwas entspannter an, da ich mich für den ÖPNV entschied. Am Eingang Nord angekommen, wartete ich sehnsüchtig auf den Chef und die liebe Kirsten. Als sie dann da waren, trafen wir uns gemeinsam und teilten uns von Zeit zu Zeit etwas auf. Enttäuschte Gesichter musste ich bereits draußen vernehmen, als zwei Damen nicht in die Hallen gelangten, da sie kein Tagesticket hatten, aber ein Fotoshoot-Ticket. Am Ende hoffe ich, dass die beiden doch noch irgendwie hinein kamen und auch nicht von einem der Abbrüche betroffen waren.

Da ich das erste Mal auf einer Comic Con war, ist meine Perspektive vielleicht auch etwas verzerrt, aber ich bemühe mich, mein Bestes zu geben.

Alles in allem war ich doch recht zufrieden. Gut, es war mega voll, ja, aber auch von diversen Messen kenne ich das bereits. Mein Nerd-Herz war auf jeden Fall wärmstens erfreut. Vor allem in dem Moment, wo ich lediglich ein bis zwei Meter von Christopher Lloyd entfernt war, um einige Fotos fürs Magazin zu schießen.

Ferner habe ich richtig die Anspannung in mir gespürt, als ich die Möglichkeit hatte, mit Daniel Logan und Mark Boone ein paar Worte zu wechseln. Den größten Moment auf der Con hatte ich, als ich mit Mitch Pileggi sprechen konnte. Er ist einer der größten Sci-Fi Darsteller für mich und er interessierte sich sogar für meinen Stargate-Schlüsselanhänger.

Nur bei der Heimreise wurde es ungemütlich, da am selben Tag der lokale Fußball-Verein gespielt hatte und deshalb der Abtransport aller etwas mehr als nur ein bisschen chaotisch wurde.

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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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