Ein Polizeibeamter nutzt Scanner, um seine eigene Karriere voranzubringen.
Telepathen als Werkzeuge der Macht
John Forrester (Yvan Ponton) will die Macht übernehmen und hat zu diesem Zweck Scanner ausfindig gemacht – Menschen, die über telepathische und telekinetische Fähigkeiten verfügen. Jene, die nicht für ihn arbeiten wollen, hat er in der geheimen Forschungseinrichtung von Dr. Morse (Tom Butler) einsperren und sedieren lassen. Bisher ist nur der Psychopath Peter Drak (Raoul Trujillo) bereit, so ziemlich jede Schandtat für Forrester zu begehen.
Nachdem David Kellum (David Hewlett) in einem Supermarkt einen Räuber per Gedankenkraft getötet hat, um seine Freundin Alice (Isabelle Mejias) zu beschützen, gerät auch er in Forresters Visier. Dieser beruhigt ihn, dass er wegen des Toten kein Strafverfahren zu befürchten hätte, es sei ganz klar Notwehr gewesen. Er bietet ihm darüber hinaus an, für die Polizei zu arbeiten, um Verbrecher dingfest zu machen. David geht auf das Angebot ein und kann seiner Freundin schon bald stolz verkünden, dass er einen Mörder identifiziert hat, der aus Rache an seinem Arbeitgeber Babymilch vergiftet hat.
Als nächstes verlangt Forrest von seinem neuen Scanner, die Bürgermeisterin (Dorothée Berryman) mental zu beeinflussen, damit sie ihn zum neuen Polizeichef ernennt. Kellum tut es widerwillig, da er immer noch glaubt, einer guten Sache zu dienen. Drak macht ihn jedoch auf die wahren Absichten ihres Meisters aufmerksam, von denen er entsetzt ist. David flieht aus der Stadt und fährt zu seinen Eltern aufs Land. Von ihnen erfährt er, dass er adoptiert wurde und seine wahren Eltern Kim Obrist und Cameron Vale waren.
Alice wird unterdessen von Drak heimgesucht, der Davids Standort aus ihren Gedanken liest. Schon bald trifft ein Killerkommando bei dessen Adoptiveltern ein und ermordet diese, während er kurz abwesend ist. Als er zurückkehrt, offenbart ihm sein sterbender Vater (Murray Westgate), dass er noch eine Schwester namens Julie hat. David gelingt es, Julie (Deborah Raffin) ausfindig zu machen; sie rät ihm jedoch, unterzutauchen. Den Kontakt zu Alice müsse er ebenfalls abbrechen, da diese tatsächlich von der Polizei überwacht wird.
David ist jedoch entschlossen, dem Despoten das Handwerk zu legen. Er kehrt in die Stadt zurück und unterrichtet die Bürgermeisterin über Forresters Pläne. In dem Moment wird sie von einem Scharfschützen erschossen und der Mord wird sogleich Kellum angelastet. Er muss vor der Polizei fliehen und überlegt sich, wie er nun weiter vorgehen soll. Am naheliegendsten wäre es, das Neurologische Institut von Dr. Morse zu infiltrieren und die dort gefangenen Scanner als Unterstützung zu befreien. Doch schon der Eingang zum Gelände wird von einem Scanner bewacht, der Forrester vollkommen hörig ist.
Überraschend gesellt sich Julie zu ihrem Bruder und gemeinsam übernehmen sie den Geist eines Mitarbeiters, den sie per Telepathie fernsteuern und ins Labor lenken. Dort treffen sie jedoch auf Widerstand durch Peter Drak. Beim anschließenden Showdown sterben Morse und Drak. Außerdem können die Geschwister Julies Geliebten Walter aus dem Labor befreien, den sie bereits tot glaubte. Da Forrester selbst kein Scanner und ohne seine Handlanger machtlos ist, zwingt David ihn, vor der eintreffenden Presse ein umfassendes Geständnis abzulegen.
Angenehmer für die Ohren
Scanners II ist zehn Jahre nach dem ersten Teil direkt für den Videomarkt produziert worden. Allerdings muss im Film deutlich mehr Zeit vergangen sein, denn David Kellum sowie seine Schwester sind ungefähr Mitte zwanzig. Wenn sie die Kinder von Vale und Obrist sind, muss die Fortsetzung folgerichtig wenigstens 25 Jahre später spielen. Während ihre leiblichen Eltern einen wahnsinnigen Scanner besiegen mussten, bekommen die beiden es mit einem durchtriebenen Polizisten zu tun, der Scanner benutzt, um an die Macht zu kommen.

John Forrester geht dabei äußerst geschickt vor und manipuliert David zunächst derart, dass dieser ihm freiwillig dient. Verbrecher aufzuspüren ist ja nichts Schlechtes. Die Entscheidungen einer Bürgermeisterin zu beeinflussen dagegen schon. Als Kellum endlich begreift, wozu er benutzt wird, bleibt ihm erst einmal nur die Flucht, denn Forrester hat die gesamte Polizei und einen psychopathischen Scanner mit deutlich mehr Übung auf seiner Seite. In seiner Skrupellosigkeit schreckt der neue Polizeichef nicht davor zurück, Davids Adoptiveltern ermorden zu lassen. Kellum selbst entgeht dem Anschlag nur, da er kurz spazieren geht, um die Offenbarung seiner Eltern zu verarbeiten.
Bevor er weiterziehen muss, erfährt er von seinem Pflegevater noch, dass er eine Schwester hat. Das erinnert ein wenig an Luke und Leia aus Star Wars, zumal auch diese Geschwister machtsensitiv sind. Zunächst muss David jedoch alleine zurück in die Stadt, wobei sein Plan, Forresters Pläne offenzulegen, furios scheitert. Dieser lässt die Bürgermeisterin, die nun als einzige Außenstehende die Wahrheit kennt, kurzerhand ermorden und nutzt die Gelegenheit sogleich, seine Kandidatur für ihr Amt bekanntzugeben. Den Mord lässt er derweil David anlasten, um ihn loszuwerden.
Obwohl der Antagonist dem Helden mental klar unterlegen ist, kann er diesen durch seine manipulative und hinterhältige Vorgehensweise unter Kontrolle halten. David gelingt es erst durch die Hilfe seiner Schwester, seinen Feind zu besiegen. An Spannung mangelt es dem Film also nicht und im Gegensatz zum ersten Teil kann man hier sogar der Handlung folgen, da die Geräuschkulisse erträglich ist. Der Sound, mit dem das Scannen unterstrichen wird, ist wesentlich gedämpfter, sodass man am Ende des Films keine Kopfschmerztablette braucht.
Für eine Videoproduktion ist Scanners II durchaus sehenswert und ähnelt einer Doppelfolge Outer Limits. Die Regie hat David Cronenberg an Christian Duguay abgegeben, der solide Arbeit abgeliefert hat, auch wenn sich einige Muster wiederholen. Für eine Nominierung für den Saturn Award in der Kategorie Best Genre Video Release reichte es allemal. Duguay durfte daraufhin schon im darauffolgenden Jahr den dritten Teil der Reihe drehen, der allerdings komplett zu einer Kopie der beiden vorangegangenen Scanners-Filme verkommen ist.
Ein bekannter Hauptdarsteller
Getragen wird der zweite Teil der Scanners-Reihe von David Hewlett, der damals noch ein Newcomer war. Sechs Jahre später sollte er durch seine Rolle des Zynikers David Worth in Cube (1997) größere Bekanntheit erlangen. Etwas seltsam, dass seine Filmcharaktere oft denselben Vornamen haben. Das änderte sich mit seiner Gastrolle Rodney McKay in Stargate – Kommando SG-1, aus welcher schließlich eine Hauptrolle in Stargate Atlantis hervorging. Nach diesem großen Durchbruch arbeitete er in Cypher (2002) noch einmal mit Cube-Regisseur Vincenzo Natali zusammen und blieb auch mit Filmen wie Planet der Affen: Prevolution (2011) und Shape of Water (2017) dem Science-Fiction-Genre treu, obwohl er meist nur noch in Nebenrollen zu sehen war. Eine erinnernswerte Gastrolle hatte er in der Serie Dark Matter, in der auch Stargate Atlantis-Darstellerin Torri Higginson dabei war.
Seine Filmschwester Deborah Raffin blieb dem Sci-Fi-Genre nach Scanners II fern und war zuletzt im Trash-Film Grizzly II (2020) zu sehen. Dafür könnte der Darsteller des psychopathischen Scanners Drak einigen bekannt vorkommen. Raoul Trujillo spielte unter anderem in Cowboys & Aliens (2011), Riddick: Überleben ist seine Rache (2013) und Blue Beetle (2023) mit.
Fazit zu Scanners II: Passable Fortsetzung
Obwohl die Kritiken teils vernichtend ausfielen, ist Scanners II durchaus solide. Akustisch ist er sogar deutlich angenehmer als Cronenbergs Original. Fans von David Hewlett können den Schauspieler hier zudem in einer seiner ersten Rollen sehen, noch dazu in einer Hauptrolle. Für einen entspannten Filmabend langt das allemal. Erst mit Teil 3 wird die Filmreihe wieder anstrengend.
Erschienen ist Scanners II unter anderem zusammen mit Teil 1 und 3 in einer Ultimate Edition mit Booklet, Poster, Fotokarten und einer umfangreichen Bonusdisc, die jedoch nur Material zum ersten Film enthält. Auf der Disc von Teil 2 gibt es immerhin eine kurze Featurette.
Info
Originaltitel: Scanners II: The New Order
Regie: Christian Duguay
Drehbuch: B.J. Nelson
Musik: Marty Simon
Kamera: Rodney Gibbons
Schnitt: Yves Longlois
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