Bei dieser Episode wurde sich reichhaltig bei bekannten Star Trek-Klischees bedient.
Inhalt:
Die Enterprise ist auf der Suche nach Überlebenden des vor sieben Jahren verschollenen Frachters Odin. Man findet sie schließlich auf dem Planeten Angel One, auf dem ein Matriarchat herrscht und Männer nur als niedere Lebensformen angesehen werden, die den Frauen gefügig sein müssen – auch sexuell. Commander Riker (Jonathan Frakes) findet heraus, dass der einzige Weg die Besatzung von der Odin zu retten darin besteht sich das Vertrauen der Herrscherin über den Planeten, Beata, zu erschleichen, was jedoch einfacher gesagt als getan ist. Zur selben Zeit breitet sich auf der Enterprise ein gefährliches Virus aus, dessen Ursprung auf dem Holodeck liegt…
Rezension:
Planet Angel One ist eine Folge, die auf vielen Ebenen leider nicht so richtig funktioniert. Den Aussagen der Macher zur Folge war die Geschichte zunächst als Analogie auf die Apartheid in Südafrika gedacht, was man der fertigen Episode aber so gar nicht ansieht. Das Männer für die Frauen auf diesem Planeten letztlich nur Sexobjekte oder Sklaven sind wirkt eher lächerlich. Anstatt einen cleveren Kommentar auf einen Missstand unserer realen Welt bietet die Folge eine Abfolge von teilweise unfreiwillig komischen Szenen, die kaum dazu geeignet sind den Zuschauer zum nachdenken anzuregen, man denke nur an das sonderbare Outfit, welches die Männer von Angel One, und später auch Riker, zu tragen verpflichtet sind. Außerdem ist die Folge zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend, da keiner der Mitglieder des Außenteams je wirklich in Gefahr schwebt. Und für das Schicksal der Odin Crew werden sich die meisten Zuschauer wohl auch nicht interessieren, da sie einfach nicht wichtig genug ist.
Offenbar ist dem Drehbuchautor selbst dieser Mangel an Drama aufgefallen, weswegen er der Story noch die Nebenhandlung mit dem potentiell tödlichen Virus hinzufügte. Leider ist diese hochgradig unlogisch. Ein Virus, welches vom Holodeck erzeugt wurde kann doch eigentlich niemals in der realen Welt für die Crew der Enterprise gefährlich sein. Und warum erkrankt eigentlich Dr. Crusher nicht, obwohl sie die ganze Zeit von Infizierten umgeben ist? Auch die aus den Hut gezauberte Bedrohung durch eine im Bau befindliche romulanische Flotte in der Nähe der Neutralen Zone vermag die Folge nicht mehr spannender zu machen. Und davon das alle drei Handlungen von sattsam bekannten Star Trek Klischees Gebrauch machen, wollen wir gar nicht erst anfangen.
Vielleicht wäre es besser gewesen, wäre die Episode von einer Frau geschrieben worden, denn diese hätte den feministischen Aspekt der Geschichte womöglich sehr viel geschickter und vor allem glaubwürdiger erzählen können. Auch wären die weiblichen Figuren dann wohl auch stärker und einprägsamer geworden. So ist Planet Angel One eine Folge, die man schnell wieder vergisst. Wie so oft in der ersten Staffel wurde hier eine Chance verpasst eine wirklich zeitgemäße Geschichte zu erzählen, was ja sonst eine Stärke von Star Trek ist.
Eine Bemerkung zur Besetzung: Die Figur der Ariel wird von Patricia McPherson verkörpert, die natürlich wohlbekannt von ihrer Rolle als Technikerin Bonnie Barstow aus der kultigen achtziger Actionserie Knight Rider ist.
Info
Angel One – Planet Angel One
Staffel 1– Episode 14
Buch: Patrick Barry
Regie: Michael Rhodes
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