Diese Folge leidet darunter, dass sie ziemlich viele Logiklöcher und Klischees aufweist.
Inhalt
Das Föderationsschiff USS Drake ist im Orbit des Planeten Minos scheinbar spurlos verschwunden. Die Enterprise wird beauftragt, nach dem Schiff und seiner Besatzung zu suchen, und stößt auf eine unbewohnte Welt. Scheinbar wurde die minosische Zivilisation von einem von ihr selbst entwickelten Waffensystem ausgelöscht. Genau das Gleiche ist nun auch der Drake passiert. Während sich das Außenteam auf dem Planeten nun mit außer Kontrolle geratenen Kampfdrohnen herumschlagen muss, erhält Geordi (LeVar Burton) das Kommando auf dem Schiff und muss sich in dieser Position bewähren …
Rezension
Die Waffenhändler ist eine Episode, die leider ziemlich viele Logiklöcher und Klischees aufweist, was ihr ziemlich schadet.
Da ist zum einen die Tatsache, dass Captain Picard persönlich auf die Oberfläche von Minos beamt, um dem Außenteam bei seiner Mission zu helfen, wofür es eigentlich keinen wirklich ersichtlichen Grund gibt, außer auf billige Art mehr Spannung in die Folge zu kriegen. Vielleicht war es aber auch Patrick Stewart, der die Autoren überredete, einmal an der Action auf einer fremden Welt beteiligt zu können und nicht, wie bisher, auf der Brücke herumsitzen zu müssen.
Aber gerade dem Handlungsstrang um Picard und Dr. Crusher, die auf der Flucht in eine Höhle stürzen, mangelt es ironischerweise an Action. Es ist ein zu oft gebrauchtes Star Trek-Klischee, das ein oder mehrere Hauptcharaktere in einer Höhle oder einer ähnlich ausweglosen Örtlichkeit gefangen sind und dort um ihr Überleben kämpfen müssen. Wirklich spannend ist dieser Teil der Episode leider nicht. Und warum hat eigentlich Captain Picard den Sturz aus über zehn Meter Höhe schadlos überstanden, während Dr. Crusher ernsthaft verletzt wurde?
Eine weitere Frage ist, warum die Minosianer keine Fail-Safe-Funktion in ihr Waffensystem eingebaut haben, damit sie es im Notfall hätten deaktivieren können. Die Botschaft der Folge, dass ein aus dem Ruder gelaufener Rüstungswahnsinn zum Untergang einer hochentwickelten Zivilisation führen kann, wird hier auf eine recht unglaubwürdige Weise vermittelt. Es wäre eindrücklicher gewesen, wenn einige Bewohner von Minos noch immer in einer Art Postapokalypse auf den verwüsteten Planeten existiert und die Crew der Enterprise vor ihrer mörderischen Erfindung gewarnt hätten.
Zu den positiven Aspekten der Folge gehört der Handlungsstrang auf dem Schiff. Geordi bekommt hier erstmals die Verantwortung übertragen und macht dabei einen hervorragenden Job, wenn auch erst nach einigen Anlaufschwierigkeiten. Zunächst hat der bisher nur als Navigator tätige Geordi Probleme, seine Mannschaft richtig zu motivieren, aber nach einem kurzen Gespräch mit Counselor Troi gelingt es ihm leicht, den richtigen Ton zu treffen und den Feind schließlich zu besiegen.
Die Effekte mit den umher schwebenden Drohnen sind ordentlich gemacht, die Maschinen wirken schön bedrohlich. Die Planetenkulisse ist hingegen leider, typisch für die ersten Staffel, alles andere als überzeugend, man sieht mal wieder zu deutlich, dass die entsprechenden Szenen komplett im Studio gefilmt wurden.
Der schlussendliche Twist, das Waffensystem auszuschalten, indem man es einfach kauft, ist aber recht clever und kommt unerwartet.
Die Waffenhändler ist eine zwar recht spannende, aber eben auch ziemlich unglaubwürdige Folge, deren Potential, eine echte Antikriegsgeschichte zu erzählen, leider nicht ausgenutzt und zugunsten einer platten Story aus dem Star Trek-Setzkasten ersetzt wurde.
Info
Orignaltitel: The Arsenal of Freedom
Staffel 1 – Folge 21
Regie: Les Landau
Story: Maurice Hurley & Robert Lewin
Buch: Hans Beimler & Richard Manning
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