Mit dieser Episode fing damals eine der erfolgreichsten SciFi-Serien an.
Wünschen wird entsprochen
Als Stargate 1994 in die Kinos kam, hätte niemand gedacht, wie erfolgreich der Film sein würde. Interessanterweise beschloss man seitens des Filmstudios nicht etwa, eine Fortsetzung zu drehen. Stattdessen sollte es eine Fernsehserie werden, die schließlich 1997 auf dem Sender Showtime ihre Premiere feierte.
Konzipiert wurde die Serie von Brad Wright und Jonathan Glassner. Die zunächst jeweils für sich alleine anfingen, die Idee eines Fernsehserienspinoffs basierend auf dem Kinofilm zu konzipieren. Am Ende sollte der damalige Präsident von MGM John Symes dafür sorgen, dass die beiden, die bereits früher schon mal an der 1990er Neuauflage von The Outer Limits zusammengearbeitet hatten, der Serie gemeinsam als Executive Producer vorstehen sollten.
Was den Cast anging, stand von vorneherein fest, dass Richard Dean Anderson Jack O’Neill darstellen sollte. Dieser hatte allerdings zwei Wünsche. Zum einen, dass er die Figur etwas mehr komödiantisch anlegen darf, und zum anderen, dass die Serie eine Ensemble-Show werden würde, so das er sie, anders als MacGyver, nicht komplett alleine tragen musste.
Zurück durch das Tor
Der Rest des Casts setzte sich aus Michael Shanks, der die Nachfolge von James Spader als Daniel Jackson antreten sollte. Amanda Tapping, die die Astrophysikerin Samantha Carter darstellen sollte, sowie Christopher Judge als Teal’C. Don S. Davis als General George Hammond stellte den obersten Befehlshaber vor Ort dar.
Ein Jahr ist vergangen, seitdem eine Expedition unter der Führung von Colonel Jack O’Neill durch ein Sternentor gegangen ist, um auf einer fremden Welt den außerirdischen Tyrannen Ra zu stürzen. Der Wissenschaftler Daniel Jackson blieb zurück, derweil die restliche Mannschaft zurück zur Erde reiste. Es sollte versucht werden, weitere Ziele anzuwählen, doch schlug dies fehl. Weshalb dem Stargate-Programm drastisch die Mittel gekürzt wurden und es auf Sparflamme weiterläuft.
Das ändert sich, als sich das Tor auf ein Mal wieder aktiviert. Es kommen Außerirdische mit Schlangenhelmen durch, die die wachhabenden Offiziere nach einem kurzen, aber auch heftigen Feuergefecht töten und eine Offizierin kidnappen. Für General George Hammond ist klar, dass es hier einen Experten braucht. Kurzerhand beordert er Jack O’Neill zurück in den aktiven Dienst, damit dieser herausfindet, ob ein alter Feind wieder zum Leben erwacht ist.
Der Anfang eines großen Erfolgs
Heutzutage wissen viele SciFi-Fans natürlich von dem Erfolg, den Stargate SG-1 hatte. Die Serie lief zehn Staffeln lang, hatte zwei Filme sowie zwei Spinoff-Reihen. Später gab es dann noch eine weitere Serie, die ein Prequel zum Kinofilm darstellte. Seit damals gab es auch Versuche, das Franchise wiederzubeleben. Doch ein sehr vielversprechender wurde vor kurzem von Amazon eingestampft, was natürlich Proteste der Fans auslöste.
Mit Das Tor zum Universum Teil 1 fing damals alles an. Es war, wie es in jenen Zeiten üblich war, ein Pilotfilm, der am Ende auf zwei Episoden aufgeteilt wurde. Der Auftakt musste natürlich mehrere Funktionen erfüllen.
Er musste zum einen den aktuellen Status Quo zeigen, ebenso, wie man erfuhr, was mit Jack O’Neill los war. Es wurde neue Charaktere eingeführt und schließlich auch die neue Bedrohung aufgebaut. Wobei ebenfalls einige Überraschungen präsentiert wurden.
Dinge müssen erreicht werden
Es ist also einiges, was in diesen knapp über 90 Minuten erreicht werden muss. Und beim Auftakt merkt man, dass quasi das Ziel über den Weg dorthin gestellt wurde. Gemeint ist, dass man an der einen oder anderen Stelle merkt, dass diese Ereignisse nur deshalb eingebaut worden sind, weil etwas Bestimmtes geschehen sollte.
Das merkt man besonders, wenn die neue Truppe um Jack O’Neil wieder auf dem Planeten Abydos ankommt, um Daniel Jackson zu besuchen. Es sind dann Ereignisse, wie die Tatsache, dass zum einen gesagt wird, dass die Bevölkerung das Stargate bewacht, dann aber andererseits mit den irdischen Soldaten im Raum des Tors feiert und deshalb vom Feind überrascht wird. Der zufälligerweise die zwei Personen entführt, die Daniel Jackson etwas bedeuten. Weshalb dieser dann zurück zur Erde kommt, aber nicht ohne vorher den Einwohnern zu sagen, dass sie das Stargate vergraben sollen.
Damit wurde zum einen erreicht, das Daniel Jackson wieder zurück zu Erde kommt, er eine Motivation für die Rückkehr erhält, ebenso, wie auch eine Rückkehr nach Abydos in der nahen Zukunft verhindert wird. Und dass dies so gewollt ist, merkt man sehr deutlich.
Wunderbar trocken
Auch was die Darstellungen gewisser Figuren angeht, wirkt vieles eher hölzern und klischeebedingt. Das General Hammond sich den klugen Vorschlägen Jack O’Neills nicht offen zeigt und immer erst im Nachhinein akzeptiert, dass dieser recht hatte, lässt ihn wie einen typischen bürokratischen Verantwortungsträger erscheinen. Der mehr an der Erfüllung von Regeln und gewohnten Gängen interessiert ist, anstatt wirklich auch mal klugen Verstand zu beweisen.
Und doch sollte man deswegen jetzt diese Folge nicht abschreiben. Ja, sie hat diese eben genannten Schwächen. Aber andererseits hat sie auch jede Menge Stärken.
Hier muss man vor allem Richard Dean Anderson loben. Weil seine locker-lässige Art für diese Reihe genau das richtige ist. Er hat einen wunderbar trockenen Humor und sein Jack O’Neill hat aus den Erfahrungen, die er im Kinofilm gesammelt hat, gelernt. Er gibt nicht mehr den skeptisch ablehnenden, sondern zeigt sich gegenüber den Ideen von Daniel Jackson und Sam Carter offen und aufgeschlossen. Auch wenn er nicht immer nachvollziehen kann, was da gerade geredet wird.
Eine große Enthüllung
Sam Carter ist dabei auch die Entdeckung dieser Folge. Sie ist mehr, als eine Quotenfrau. Sie ist neugierig, nicht auf den Kopf und Mund gefallen, allerdings irgendwo immer noch ein Neuling. Aber schon allein die Szene, in der sie und Jackson herausfinden, wie die Sternentore jetzt wirklich funktionieren und sich dabei gegenseitig die Bälle zuspielen, derweil O’Neill zunehmend irritiert daneben steht, ist großartig.
Daniel Jackson selbst bleibt in dieser Folge noch ein wenig undefiniert. Er leidet auch darunter, dass der Großteil seines Plots nur dazu dient, bestimmte Dinge zu erreichen. Immerhin wirkt er sympathisch und nicht wie ein weltfremder Wissenschaftler. Und mit der Entführung seiner geliebten und eines Jungen, den er gut kennt, erhält er auch die nötige Motivation, um wieder auf der Erde zu sein.
Und dann sind da noch die Enthüllungen. Vor allem was die Goa’Ulds angeht, erfährt man etwas, was alles bisher bekannte, auf den Kopf stellte. Im Kinofilm war es noch so, dass diese Kreaturen wie Energiewesen wirkten. Doch jetzt erfährt man, dass es sich anscheinend um wurmartige Parasiten handelt, die im Bauch ihres jeweiligen Wirtes wohnen. Was eine Enthüllung ist, mit der man so nicht gerechnet hat und deren Bedeutung man noch nicht abschätzen kann.
Es mag kein Auftakt nach Maß gewesen sein. Aber dafür einer, der einen dennoch unterhält. Mehr kann man auch nicht erwarten.
Info
Regie: Mario Azzopardi
Drehbuch: Jonathan Glassner, Brad Wright
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