[Star Trek – Titan 06] Synthese

Lesezeit circa: 4 Minuten

In »Star Trek – Titan 06: Synthese« stößt das gleichnamige Föderationsraumschiff auf Lebensformen der ungewöhnlichen Art.

Star Trek Titan 6 Synthese
© Cross Cult

Begegnung der fremden Art

Das Besondere an der »Titan«-Reihe war immer das Potenzial, das sie besaß. Eine bunte, vielfältige Crew, die eben nicht nur aus Menschen bestand. Und das Erforschen des Unbekannten, inklusive Begegnungen mit dem Außergewöhnlichen. Letzteres steht dabei im Vordergrund von James Swallows Roman »Synthese«. Es handelt sich hierbei um das Deutschland-Debüt des Schriftstellers.

Der Autor ist gebürtiger Brite. Er hat mehrere Tie-In-Bücher zu diversen bekannten Franchises geschrieben, wie »Warhammer 40k«, »24« oder »Doctor Who«. Ebenso verfasste er auch eigene Romane und Kurzgeschichten.

Als die »Titan« ein binäres Sternensystem erforscht, entdeckt sie Subraumstörungen sowie die Überreste eines Raumschiffes. Doch bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, dass das Schiff in Wahrheit eine künstliche Intelligenz ist, die sich Zweitgen Weiß-Blau nennt. Sie ist Angehörige einer Spezies von anderen intelligenten Computerprogrammen bzw. Robotern, die alle ein Ziel haben: Gegen die Null zu kämpfen, einer mysteriösen Wesenheit, das in unser Universum drängt und für jenes tödlich sein kann.

Kybernetisch, aber nicht feindlich

Nach langer Diskussion beschließt die Crew der Titan, den Wächtern bei ihrem Bemühungen, das Wesen zurückzudrängen, zu helfen. Doch schon bald ergeben sich jede Menge Probleme für die Besatzungsmitglieder. Denn nicht alle Wächter wollen eine friedliche Kooperation mit den Sternenflottenmitgliedern. Die Null hat wiederholt unkontrollierbare Wachstumsschübe. Und die Titan selbst entwickelt ein eigenes Bewusstsein, das die Form von Minuet annimmt, jenem Hologramm, in das sich William Riker einst auf der Enterprise verliebte.

Mit den Wächtern führt James Swallow eine neue, interessante Spezies ein. Bislang waren die Erfahrungen der Sternenflotte mit kybernetischen Lebensformen schließlich eher durchwachsen. Man denke nur an V‘Ger aus Star Trek: The Motion Picture oder gar an die Borg, die die Föderation so lange plagten. Aber eine richtige, lebendige Rasse, die in Wahrheit künstliche Intelligenzen mit ebenso künstlichen Hüllen ist, und die nicht sofort Schwierigkeiten verursacht, gab es in dieser Form bislang noch nie.

Und die Wächter sind intelligent! Sie sind selbstbewusst und sie haben Emotionen! Das macht sie so interessant. Figuren wie Weiß-Blau oder Rot-Gold sind zwar einerseits deutlich Computerprogramme. Gleichzeitig allerdings sind sie auch von der Persönlichkeit her komplett unterschiedlich. Weiß-Blau begegnet den biologischen Lebensformen mit offener Neugierde, während Rot-Gold diesen ablehnend gegenübersteht.

Wenn man ahnt, wie der Hase läuft

James Swallow nimmt sich die Zeit, um die Wächter in all ihren Facetten zu beleuchten. Wodurch sie zu dem positiven Aspekt des Romans werden. Der Rest kann allerdings eher weniger überzeugen.

Ein Problem von »Synthese« ist, dass der Plot mitunter sehr vorhersehbar ist. So unterschiedlich die Figuren auch sein mögen, in ihrer Charakterisierung sind sie platt. So kann man schnell erahnen, dass Rot-Gold nichts Gutes im Schilde führt.

Ebenso vorhersagen lässt sich, was mit dem intelligent gewordenen Bordcomputer des Schiffes geschehen wird. Dessen Darstellung ist zwar durchaus gut geworden. Nur ist sein finales Schicksal schon praktisch von dem Augenblick klar, wo er sich materialisiert. Zu sehr fühlt man sich an eine bekannte schlechte Eigenschaft früher »Titan«-Romane erinnert, wo nämlich spontan neue Besatzungsmitglieder auftauchten, deren Fähigkeiten zufälligerweise perfekt zur passenden Problematik passten und die nach Auflösung eben jener wieder verschwanden.

Warum ist „Synthese“ so aggressiv?

Auch irritiert die aggressive Art und Weise, wie die Crewmitglieder miteinander umgehen. Es wird geknurrt oder geschimpft. Eine kollegiale Zusammenarbeit, wie man es von früheren Romanen her kennt, ist in dieser Geschichte überwiegend nicht gegeben.

Und deshalb ist »Synthese« ein eher unterdurchschnittlicher Roman.

Bewertung 7/15

Autor: James Swallow
Titel: Star Trek – Titan 6: Synthese
Originaltitel: Star Trek – Titan: Synthesis
Übersetzer: Stephanie Pannen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 08/2011
Einband: Taschenbuch
Seiten: 375
ISBN: 978-3-941248-67-0
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.
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