Spotlight: Temuera Morrison

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Eine Klonarmee wird 59: Glückwünsche an Temuera Morrison.

Der bekannte neuseeländische Schauspieler Temuera Morrison – dessen Vorfahren übrigens zu den dortigen Ureinwohnern, den Maori, gehörten – dürfte einen einsamen Rekord innerhalb des „Star Wars“-Universums halten: Seine Rolle ist ganz ohne jeden Zweifel die umfangreichste in der gesamten Saga, was der Schauspieler in Interviews auch immer recht gerne in etwas schalkhafter Art und Weise äußert.

Neben der Darstellung des Kopfgeldjägers Jango Fett (von dem selbst 17 Jahre nach seinem Auftritt in „Star Wars: Episode II – Der Angriff der Klonkrieger“ im Jahr 2002 nicht klar ist, ob er nun zur Kriegerkaste der Mandalorianer gehörte oder nicht…) verkörperte Temuera Morrison alle zig-tausenden Angehörigen der auf dem Planeten Camino geschaffenen Armee von Klonsoldaten: Bekanntlich stellte Jango Fett hierfür seine DNS zur Verfügung. In Wahrheit jedoch ist Temuera Morrison ganz und gar einzigartig. Am heutigen 26. Dezember feiert der 1960 geborene Schauspieler seinen 59. Geburtstag.

Temuera Morrison
Jango Fett

Eine große Familie

Temuera wurde als Sohn der Hausfrau Hana Stafford und des Musikers Laurie Morrison geboren und verbrachte seine Kindheit und einen Großteil seiner Jugend in der neuseeländischen Stadt Rotorua, die eins der bekanntesten Tourismusziele des Landes ist. Er war eines von insgesamt 8 Kindern des Ehepaares: Neben 6 Schwestern hatte er einen einzigen älteren Bruder, Howard, der jedoch leider bereits im Jahr 1975 verstarb.

Temueras Onkel Sir Howard Morrison (der auch der Namensgeber seines verstorbenen Bruders war) war ein bekannter neuseeländischer Entertainer und engagierte sich in einer Vielzahl von Sozialprojekten für Maori-Kinder. Sir Howard war es auch, der seinen Neffen Temuera zur Schauspielerei brachte: Durch das von ihm mitbetreute Projekt „Special Performing Arts Training Scheme“, kurz „SPATS“, ermöglichte er ihm eine Schauspiel-Ausbildung.

Eher bescheidene Anfänge

Seinen ersten Auftritt hatte der damals 11-jährige Temuera 1972 im neuseeländischen Kinderfilm „Rangi oder die Geburtstagstorte“. Ab den 80er-Jahren sah man ihn in Produktionen aus seinem Heimatland wie „The Other Halves“ (1984) und verschiedenen TV-Serien. 1988 spielte er in der James-Bond-Persiflage „Stirb niemals allein“ mit. Ab 1992 entwickelte er sich zu einem ausgesprochenen TV-Star in Neuseeland, als er die Rolle des Dr. Ropata in der ersten Staffel der neuen Krankenhausserie „Shortland Street“ erhielt. Da er jedoch eher eine Filmkarriere anstrebte, gab er diese Rolle danach wieder auf.

Willkommen beim Film!

1993 engagierte Regisseurin Jane Campion den Schauspieler als Berater für die Darstellung der Maori-Kultur in ihrem in Neuseeland spielenden Filmdrama „Das Piano“ mit Holly Hunter und Harvey Keitel in de Hauptrollen. Der Durchbruch als Schauspieler gelang Temuera Morrison jedoch erst ein Jahr später, 1994. In dem Drama „Die letzte Kriegerin“ des später höchst erfolgreichen Regisseurs Lee Tamahori spielte er Jake, den trunksüchtigen und gewalttätigen Ehemann der Protagonistin. Da der Film vielfach ausgezeichnet wurde und auch außerhalb Neuseelands einige Beachtung fand, wurde Hollywood auf den athletisch gebauten Schauspieler aufmerksam.

Ab da war er auch in etlichen amerikanischen Filmen zu sehen, darunter „Barb Wire“ (1996) mit Busenwunder Pamela Anderson, „Speed 2 – Cruise Control“ (1997) neben Sandra Bullock oder „Sechs Tage, sieben Nächte“ (1998) zusammen mit „Han Solo“ Harrison Ford erneut als Pilot (diesmal allerdings von einem Flugzeug-Taxi) und Anne Heche.

Eine „Einmann-Armee“

2002 war Temuera Morrison dann erstmals als Jango Fett und die Klonarmee in „Star Wars: Episode II“ zu sehen, drei Jahre später hatte er dann einen weiteren 1000-köpfigen Auftritt in „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“. Zwar machte ihn der Auftritt trotz der verständlichen Popularität bei den Fans der Saga nicht zu einem Superstar, doch ist Temuera Morrison seitdem immer wieder einmal in Filmen inner- und außerhalb seiner Heimat Neuseeland zu sehen: So zuletzt 2018 als Thomas Curry, der menschliche Vater des „DC Comics“-Helden „Aquaman“ im gleichnamigen Film und leiht auch Charakteren in Animationsfilmen seine sonore Stimme, so zum Beispiel Häuptling Tui in der „Walt-Disney“-Produktion „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (2016).

Außerhalb des Showbiz

Aus seiner Ehe mit Schauspielkollegin Angela Dotchin (von der er sich zwischenzeitlich getrennt hat) stammt Temuera Morrisons Sohn James Tarwhai Morrison, der am heutigen Tag sicherlich den 59. Geburtstag seines Vaters gemeinsam mit diesem begehen wird. May The Force Be With Temuera Morrison!

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Thorsten Walch

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Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im letzten November im Mülheimer iFuB-Verlag erschienen ist. Bei warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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