Im Vergleich mit dem ersten The Witcher-Film fällt dieser hier deutlich ab.
Auf der Suche nach einem Geralt
Mit The Nightmare of the Wolf brachte Netflix 2021 einen Animationsfilm im The Witcher-Universum heraus. Bis auf einen misslungenen finalen Akt konnte dieser durchaus überzeugen. Dass es dennoch vier Jahre dauern würde, bis ein weiterer animierter Film herauskam, das überrascht dann.
Dabei war Sirens of the Deep, wie dieser heißen sollte, bereits 2021 angekündigt worden. Der Streamingdienst arbeitete hierbei erneut mit den Animationsstudios zusammen, die schon den ersten Trickfilm produzierten. Ursprünglich war geplant, dass dieser Film im Jahr 2024 herauskommen sollte. Doch dann wurde sein Release auf den 11. Februar 2025 verlegt.
Ein Grund dafür könnte gewesen sein, dass in der Zwischenzeit Henry Cavill die Rolle des Geralt von Riva niedergelegt hatte. Vermutlich war zum Zeitpunkt der Produktion Liam Hemsworth noch nicht gecastet worden, weshalb man sich darauf verlegte, einfach Doug Cockle anzuheuern. Dieser hatte bereits The Witcher-Erfahrung, da er die Figur in den Videospielen von CD Project Red sprach. Joey Batey und Anya Chalotra nahmen ihre jeweiligen Rollen als Rittersporn und Yennefer aus der Realserie wieder auf. Und Christina Wren wurde als die weibliche Bardin Essi Daven gecastet.
Die Vorlage zum Film
Grundlage für den Film sollte dabei die Kurzgeschichte Ein kleines Opfer aus Das Schwert der Vorsehung sein. Das war jene Story, bei der sich Andrzej Sapkowsi an Hans Christian Andersens Die kleine Meerjungfrau orientierte.
Geralt wurde angeheuert, einen Allamorax zu töten, der mehrere Fischer in Bremervoord getötet haben soll. Doch der Meermann Deroua, dem das Monster gehört, bittet um Gnade. Die gewährt der Hexer, auch wenn ihm dadurch ein enormes Preisgeld durch die Lappen geht. Geld, das er und Rittersporn gut gebrauchen könnten.
Zum Glück findet ein Festival statt, auf dem ein Preis verliehen wird, den der Barde gewinnen will. Jedoch tritt in Form seiner Kindheitsfreundin Essi Daven eine gefährliche Konkurrentin an. Die hat allerdings gleichzeitig ein Auge auf Geralt geworfen, der zu dieser Zeit mal wieder von Yennefer getrennt ist.
Doch dann droht ein Krieg zwischen den Landbewohnern und den Meeresleuten auszubrechen. Geralt wird dabei vom König von Bremervoord angeheuert. Am Ende könnten die Dinge jedoch anders sein, als ursprünglich gedacht …
Ein deutlicher Qualitätsunterschied
Es ist schon interessant, was für ein Unterschied vier Jahre Zeit machen. 2021 war Nightmare of the Wolf großartig animiert worden – anders als jetzt Sirens of the Deep. Es ist unbekannt, ob der Trickfilm allgemein ein niedriges Budget erhalten hatte oder die Qualitätskontrolle in diesem Fall einfach geschlafen hat.
Man merkt dem Film jedenfalls an, dass die Animationsqualität nicht die gleiche ist wie damals. In mehreren Szenen wirken die Figuren schon fast wie Karikaturen. Ganz zu schweigen davon, dass die Animationsstudios Geralt wie in chinesischen Martial Arts Filmen durch die Gegend fliegen und Sachen machen lassen, die er in der Realserie nie getan hat.
Eine schwache Geschichte
Die Story selbst? Im Roman war die Vorlage eine der schwächeren Geschichten, und das merkt man auch in der Animation, wo die Story einen einfach nicht packt, trotz vielversprechender Darstellungen.
Als Zuschauer der Realserie wirkt die Art und Weise, wie sich Geralt nach Yennefer sehnt, nur um dann mit einer anderen Frau zu flirten, irritierend. Denn bei der Hauptreihe wurde dieses Charakteristikum so nie umgesetzt. Dabei ist das ein Element, welches in Das Schwert der Vorsehung eingeführt wurde und auch später immer mal wieder aufgegriffen wurde.
Das in Kombination mit dem übertrieben dargestellten Kampfstil Geralts lässt in einem fast das Gefühl aufkommen, dass dieser Film in einer Art alternativem Universum spielen könnte, in dem solche Sachen eben vorkommen. Jedoch ist es leider so, dass zwar Universen in der The Witcher-Welt existieren, im Fall des Films dann doch leider das Universum Handlungsort ist, in dem die Serie stattfindet.
Mitunter gute Charakterisierungen
Wenn man all dies jedoch mal beiseitelässt, wenn man sich mehr auf die Geschichte an sich konzentriert und wie die Figuren dargestellt werden, dann fällt einem auf, dass der Film sich durchaus Mühe gibt, die Charaktere ordentlich zu präsentieren. Oder im Falle von Rittersporn so, wie man ihn aus der Serie her kennt, als besten Freund von Geralt und als ein ständiger Comedy Relief.
Die Rivalität zwischen ihm und Essi Daven wird ebenso glaubwürdig rübergebracht wie die Wiederbegegnung des Bardens mit dem mittlerweile erwachsen gewordenen Jungen, der ihn als Kind ständig gemobbt hat. Da merkt man, dass der Film hier versucht, den Charakter gut zu charakterisieren. Was ebenso für viele andere Figuren gilt.
Auch bemüht er sich, den Krieg zwischen den Meermenschen und den Menschen glaubwürdig herbeizuführen. Er stellt beide Parteien dar, lässt ihre jeweilige Meinungen sagen, ehe die Dinge eskalieren. Oder besser gesagt: Eskaliert werden.
Eine schwache zweite Hälfte
Was dann in der zweiten Hälfte des Films der Fall ist. Und das ist leider auch der Moment, wo Sirens of the Deep anfängt, auseinanderzufallen. Vieles von dem, was hier geschieht, wirkt gewollt, forciert. Und dann fangen die Figuren auch noch an, Entscheidungen zu fällen, die sich nur dadurch erklären lassen, dass sie auf einmal dumm geworden sind.
Das merkt man vor allem beim Finale, wo die übertriebene Darstellung der Kampfweise Geralts noch mehr auf die Spitze getrieben wird. Und zwar leider auf eine Art und Weise, die mehr Schaden anrichtet, als gutzutut.
Und deshalb muss man halt leider sagen, dass dies ein mittelmäßiges Filmerlebnis ist.
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