Im Prinzip begeht der Film den Standardfehler vieler Filmfortsetzungen.
Natürlich kommt eine Fortsetzung
Die 2014er Realverfilmung der Teenage Mutant Ninja Turtles war reinste Popkornunterhaltung: Der Film hatte einige Fehler, doch solange es krachte und Onliner geklopft wurden, war das dem durchschnittlichen Kinogänger egal. Dementsprechend klingelte die Kasse und mit 458 Millionen US-Dollar war der Film sogar ein kleiner Erfolg. Weshalb es klar war, dass es eine Fortsetzung geben würde.
Die sollte 2016 in die Kinos kommen. Es gab dabei von Anfang an Pläne, sowohl Casey Jones als auch Rocksteady und Bepop in die Handlung einzubauen. Ebenso sollte die Dimension X und Krang eine Rolle spielen.
Hinter der Kamera veränderten sich einige Kleinigkeiten. Regie sollte dieses Mal Dave Green führen, der zwei Jahre zuvor den SciFi-Film Earth to Echo gedreht hatte. Das war sein erster abendfüllender Kinofilm. Für das Drehbuch zeigten sich dieses Mal Josh Appelbaum und André Nemec verantwortlich, ohne Evan Daugherty, der noch am Skript für den ersten Teil mitgewirkt hatte.
Änderungen im Cast
Der Cast des ersten Films wurde teilweise neue gestaltet. Viele Rollen wurden neu besetzt und andere Nebencharaktere sollten nicht mehr zurückkehren. Die von Whoopi Goldberg dargestellte Bernadette Thompson sollte man beispielsweise nicht mehr wiedersehen. Ebenso gab es vier neu besetzte Rolle. Baxter Stockman, der im ersten Teil von K. Todd Freeman dargestellt wurde, wurde im neuen Teil durch Tyler Perry (Star Trek) ersetzt. Shredder wurde dieses Mal nicht mehr von Tohoru Masamune zum Leben erweckt, sondern von Brian Tee (The Wolverine). Und Karais Rolle sollte nicht mehr von Minae Noji gefüllt werden, sondern von Brittany Ishibashi (Supernatural). In Sachen Motion Capture wurde Danny Woodburn abgelöst. Seine Rolle als Meister Splinter wurde durch Peter D. Badalamenti (Motion Capture) und Tony Shalhoub (Stimme) (Monk) abgelöst.
Neu waren Gary Anthony Williams (Boondocks) als Bepop, der Wrestler Sheamus (WWE) als Rocksteady und Brad Garrett (Findet Nemo) als Krang. Als Realschauspieler übernahm Stephen Amell (Arrow) die Rolle des Casey Jones. Derweil Laura Linney (Die Truman-Show) als Police Chief Rebecca Vincent gecastet wurde.
Ursprünglich sollte der Film Teenager Mutant Ninja Turtles: Half Shell heißen, doch dann änderte Paramount dies ab. So kam der Kinofilm schließlich als Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows am 3. Juni 2016 in den USA in die Kinos.
Ein bekannter Fehler wird wiederholt
Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Turtles Shredder aufhielten. Doch die Lorbeeren für diese Tat heimste April O’Neills damaliger Kameramann Vern Fenwick ein, der daraufhin zu einem Helden wurde. Das ist allerdings fürs Erste egal, als April herausfindet, dass Baxter Stockman in Wahrheit für den Shredder arbeitet und vorhat, den Schurken zu befreien.
Tatsächlich kommt es bei einem Gefangenentransport zu einem Angriff des Foot-Clans. Die Turtles versuchen zwar zu verhindern, dass ihr Erzfeind befreit wird, doch dann wird dieser plötzlich wegteleportiert. Was sie nicht ahnen, ist, dass er in die Dimension X transportiert wurde, wo der Außerirdische Krang ihn beauftragt, eine wichtige Maschine zu finden.
Auch wenn sich im Vergleich zum ersten Film der Cast von Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows verkleinert haben mag, begeht er trotzdem den üblichen Fehler einer Fortsetzung: Anstatt sich auf einige wenige Figuren zu fokussieren, baut er gleich deutlich mehr Charaktere in die Handlung ein. Mit der Konsequenz, dass im Grunde genommen all die Figuren, die nicht die Helden sind, darunter leiden.
Wieder Eye-Candy
Das merkt man vor allem an April O’Neill. Im ersten Film bemühte man sich wenigstens, sie nicht als Eye-Candy darzustellen, sondern ihre Intelligenz zu betonen. Davon ist in diesem Teil keine Spur mehr. Stattdessen sieht man an einer Stelle, wie Megan Fox in einem freizügigen Schulmädchenoutfit durch die Gegend läuft, um so in ihrer Recherche weiterzukommen. Sie verkommt im Laufe der Story immer mehr zu einer x-beliebigen Nebenfigur, die sich noch dazu das Spotlight mit anderen teilen muss.
Wobei sie es ironischerweise damit immer noch besser getroffen hat als Meister Splinter. Denn diese Figur ist am Ende vollkommen bedeutungslos geworden. Der Charakter darf ein, zwei kluge Sprüche abgeben und steht ansonsten nur in der Gegend rum, ohne wirklich an der Handlung teilzunehmen.
Nicht, dass es den neuen Figuren besser geht. Stephen Amell kriegt als Casey Jones ein paar nette Szenen, doch so wirklich Profil kriegt er nicht. Er ist einfach nur der Gute, der mit einer Hockeymaske, einem Hockeyschläger und einem Puck für Gerechtigkeit sorgt und mit April O’Neill gemeinsam abhängen darf. Seine Motivation, seine Geschichte, eben all das, was so einen Protagonisten ausmacht, wird hier allerhöchstens nur angerissen. Womit man merkt, wie „bedeutungsvoll“ der Charakter ist.
Das nenne ich einen Schurken
Wobei nicht alles schlecht ist. Die Turtles erhalten beispielsweise mehr Profil. Ihre jeweiligen Persönlichkeiten werden mehr hervorgearbeitet und man hat wirklich das Gefühl, dass sie Brüder sind, die sich regelmäßig zanken, aber am Ende eben doch füreinander einstehen.
Und auch Shredder wird deutlich besser dargestellt. Er ist dieses Mal wirklich ein ernstzunehmender Gegenspieler, bei dem auf dieses lächerliche Outfit vom letzten Film verzichtet wird. Brian Tee hat außerdem das nötige Charisma, um die Figur zum Leben zu erwecken und sich in Erinnerung zu spielen.
Auch Rocksteady und Bepop gefallen. Weil sie von Anfang als Comedy-Relief-Figuren konzipiert sind, die gleichzeitig für einen Großteil der Action zuständig sind. Es sind Chaoten, die man jedoch nicht unterschätzen darf. Dementsprechend werden sie im Film eingesetzt.
Lahmer Humor
Doch der Rest des Casts ist gefühlt nur existent. Krang beispielsweise tritt auch nur in zwei Szenen auf, was für den eigentlichen Antagonisten zu wenig ist. Und Baxter Stockman verkommt, wie April O’Neill, zu einer x-beliebigen Nebenfigur, die nur dazu da ist, die Handlung vorwärtszutreiben. Da merkt man einfach, wie sehr sie darunter leiden, dass der Plot sich sehr auf die Turtles, Shredder und Rocksteady und Bepop konzentriert.
Auch der Humor will nicht immer zünden. Einige Gags sind ganz nett. Andere hingegen sind einfach nur zum Fremdschämen. Wenn etwa Krang am Ende seines ersten Auftritts von seinem Roboterkörper zurück in sein Gefäß gestopft wird oder Raphael mitten in der Luft gegen die Windschutzscheibe eines Flugzeugs klatscht … Das kann nicht überzeugen, das wirkt sogar sehr lahm.
Selbst für ein Popkornkinofilm ist Out of the Shadows nicht gut und sorgt logischerweise für wenig Begeisterung. Was sich auch an den Kinokassen niederschlug: Der Film floppte und ein ursprünglich geplanter dritter Teil wurde nie realisiert.
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