Dieser Band markiert das Ende der überwiegend mittelmäßigen und nicht sonderlich überzeugenden Comicreihe.
Ende
Irenis ist ein heißblütiges Mädchen, das gemeinsam mit seiner Familie zum Peloponnes reisen will, damit diese dort Stoffe verkaufen können. Doch dann kommt ein mysteriöser Fremder an Bord. Und schon bald geraten sie in einen Konflikt zwischen zwei Ungeheuern, die jeweils von einem Gott gesteuert werden. Sie verliert dabei bis auf ihren Cousin alle anderen Familienmitglieder.
Jahre später ist aus dem Mädchen eine stolze Frau geworden. Die schon bald erfährt, dass das Unglück von damals das Werk des Poseidons war. Denn dieser schlägt erneut zu und vernichtet einmal mehr ihr Leben. Woraufhin sie sich dazu entschließt, ihn zu töten. Doch um dies zu erreichen braucht sie Hilfe.
Mit Irenis endet die Titans-Reihe. Laut dem Nachwort stand von Anfang fest, dass diese Serie nur vier Alben umfassen würde. Mit Grund dafür soll sein, dass je länger die Reihe dauern würde, sie Gefahr läuft, dass sich die Inspiration der Autoren erschöpft.
Ein alter Bekannter als Szenarist
Szenarist ist wieder Gihef, der bereits die Story zum zweiten Teil Asia verfasst hatte. Für die Illustrationen zeichnet sich dieses Mal Zivorad Radivojevic verantwortlich. Er hat zuvor unter anderem einige Ausgaben der Alice Matheson-Serie gezeichnet.
Die „Titans“-Reihe hatte Höhen und Tiefen, wobei das Gesamturteil der vorherigen drei Bände insgesamt mittelmäßig ausfällt. Leider bemüht sich Irenis nicht wirklich, daran etwas zu ändern. Im Gegenteil: Es entsteht hier der Eindruck, dass der Autor sich beim Pacing gehörig verzettelt hat.
Positiv ist, dass er sich wirklich bemüht, die Titelfigur ausgiebig vorzustellen. Man lernt eine selbstbewusste und temperamentvolle Frau kennen, die sich nicht einschüchtern lässt. Im Gegenteil: Als ein reicher Kunde sich bei ihr wegen angeblich mangelhafter Ware beschwert, hält sie sich nicht zurück und schenkt ihm verbal ordentlich ein.
Wenn die Charakterisierung zu wünschen übrig lässt
Doch auf Dauer merkt man, dass ihre Charakterisierung zu wünschen übrig lässt. Anders, als beispielsweise bei Ariadne, fehlt hier jemand, der dafür sorgt, dass ihre Motivation nachvollziehbarer ist. Bei Irenis sind es eben „nur“ die toten Eltern. Ihr Cousin Priamos ist hingegen ein Arschloch, der sie nach ihrem Überleben als Sklavin verkauft und kurz darauf getötet wird. Unnötig zu sagen, dass sein Ableben kein großer Verlust für die Handlung ist.
Vermutlich deshalb wird mit dem blinden Jäger Dryad eine Figur eingeführt, die für zusätzliche Motivation sorgen soll. Er bildet Irenis aus, sorgt dafür, dass sie sozusagen noch härter wird und bietet gleichzeitig auch mehr Hintergrundinfos. Zwischenzeitlich wird außerdem eine Beziehung zwischen den beiden angedeutet, doch daraus wird nichts.
Dryad ist dabei ironischerweise die interessanteste und nachvollziehbarste Figur im ganzen Ensemble. Einfach deshalb, weil er sich weiterentwickelt, weil er neue Facetten aufweist. Anders, als die anderen wichtigen Handlungscharaktere.
Bekannte und langweilige Charakterisierungen
Poseidon bleibt die ganze Zeit ein Arschloch, was eine Charaktereigenschaft ist, die er mit den anderen Göttern der Reihe teilt. Dementsprechend nervt die Figur schon kurze Zeit nach ihrem Erstauftritt. Und auch Irenis selbst bleibt in ihrem Status als Frau, die Rache nehmen will, stecken. Es fehlt einfach an einer Eigenschaft, die sie zu mehr macht, als nur ein bloßer Racheengel. Denn das ist ebenfalls etwas, was ihre Vorgänger bereits zur Genüge auszeichnete. Eine zusätzliche Motivation hätte, wie eben im Fall von Ariadne, dafür gesorgt, dass der Charakter interessant und spannend bleibt.
Doch das größte Manko ist einfach, dass das Ende vollkommen überstürzt und nicht gut aufgebaut wirkt. Auf den letzten vier Seiten wird alles gehetzt abgehandelt. Es wirkt so, als ob Gihef sich beim Schreiben der Handlung verzettelt hat, weshalb er es eben überstürzt abhandelt. Und das merkt man deutlich.
Am Ende hinterlässt dieses Album ebenfalls einen sehr mittelmäßigen Eindruck. Zum Glück ist die Reihe jetzt vorbei.
Info
Szenario: Gihef
Zeichnungen: Zivorad Radivojevic
Farbe: Arif Prianto
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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