[TOS 030] Weltraumfieber

Lesezeit circa: 4 Minuten

In der Folge Weltraumfieber zeigt Spock untypisches Verhalten. Es geht sogar soweit, dass es zum Kampf zwischen ihm und Kirk kommt.

Staffel 2, Folge 1 – Sternzeit 3372,7
„Weltraumfieber“ – „Amok Time“

Die Handlung von „Weltraumfieber“

Die Enterprise soll den Planeten Altair VI anfliegen, um an einer Feierlichkeit teilzunehmen. Zur gleichen Zeit beginnt Spock völlig untypische Verhaltensweisen zu zeigen: er isst nichts mehr und ist extrem reizbar. Ein Gespräch zwischen Kirk und Spock zeigt, dass der Erste Offizier vom „Pon Farr“ befallen ist, einem vulkanisch-biologischen Zyklus, der jeden männlichen Vulkanier dazu zwingt, sich fortzupflanzen oder zu sterben.

Kirk bewilligt Spock daher Urlaub auf Vulkan. Allerdings werden die Feierlichkeiten auf Altair VI vorverlegt, so dass die Zeit nicht reicht, Spock auf seinem Heimatplaneten abzusetzen. Kirk widersetzt sich allen Befehlen und fliegt trotzdem nach Vulkan. Dort nimmt er zusammen mit Dr. McCoy, auf Spocks Wunsch hin, als Gast an der Hochzeitszeremonie teil.

Spocks zukünftige Ehefrau T‘Pring zwingt Kirk, einen Kampf auf Leben und Tod mit Spock einzugehen, bei dem der Captain am Ende sein Leben verliert. Spock kehrt anschließend auf die Enterprise zurück, wo er erkennt, alles nur geträumt zu haben. Mit einem emotionalen Ausbruch zeigt er sich höchst erleichtert darüber, Kirk quicklebendig wiederzusehen.

WeltraumfieberKritik

Diese Folge halte ich insgesamt für gut gemacht. Der Zuschauer erhält einen kleinen Einblick in die fremdartige Welt der Vulkanier, beginnend mit den biologischen Zwängen des „Pon Farr“, über die rituellen Zeremonien bis hin zum Besuch des Planeten Vulkan. Gelungen finde ich dabei die Darstellung der Zeremonie, wobei die Vulkanier selbst teilweise aufgrund der Masken und Waffen etwas archaisch wirken. T’Pring hingegen erweist sich als eiskalte Logikerin, die ihr Ziel erbarmungslos verfolgt.

Weiterhin zeigt auch diese Folge, wie tief die Freundschaft zwischen Kirk, Spock und McCoy ist: Kirk, der sich um Spock sorgt und alles für ihn auf sich nimmt, McCoy, der schummelnd in den Kampf eingreift und schlussendlich Spocks emotionaler Ausbruch gegenüber seinem Captain.

Allerdings bleibt meiner Meinung nach eine Frage offen: Wenn das „Pon Farr“ den Zwang, sich fortzupflanzen oder zu sterben, hervorruft, warum reicht es hier offenbar dann doch aus, zu kämpfen bis einer der Kontrahenten den Tod findet? Spock scheint am Ende geheilt, obwohl er dem eigentlichen Sinn des „Pon Farrs“ nicht entsprochen hat. Etwas unglücklich erscheint auch der Umstand, dass all dies einem Wahntraum des Ersten Offiziers entsprungen sein soll. So erfährt man nicht, was wirklich zur vulkanischen Kultur gehört und was nur Spocks Phantasie zuzuschreiben ist. Dadurch mutet die Folge etwas merkwürdig an, denn Spock ist normalerweise ein sehr beherrschter Typ.

Die Erklärung ist einfach: Die Folge war in ihrer ursprünglichen Form kein Wahn- oder Albtraum, sondern stellte tatsächlich die Realität im Star Trek Universum dar. In Deutschland wurde die Folge neu geschnitten und sinngemäß verändert synchronisiert. Aus dem Grunde, dass Star Trek TOS hierzulande auf jüngeres Publikum zugeschnitten war, wollte man den Zuschauern das eigentliche Thema so nicht zumuten. Daraufhin strickte man eine veränderte Fassung, welche im direkten Vergleich sehr auffällig anders ist, denn Spock träumt dies alles nicht, sondern erlebt es wirklich.

Funfacts
  • Es gibt eine Band, die sich nach der Priesterin T’Pau benannt hat – der größte Hit „China in your Hand“ dürfte den meisten ein Begriff sein
  • CIC Video veröffentlichte die Folge unter dem Titel „Pon Farr“ in einer neuen Fassung, die dem Original entspricht
  • Spock sagt zum ersten Mal „Live Long and Prosper“
Der deutsche Titel

„Weltraumfieber“ bezieht sich hier eindeutig auf Spocks sonderbares Verhalten und stellt klar, dass es sich um eine krankhafte Ursache handelt, wodurch ein Wahntraum entsteht.
Der Originaltitel „Amok Time“ nimmt ebenfalls Bezug aufs Spocks Verhalten und macht deutlich, dass der Halbvulkanier aus bestimmten Gründen definitiv nicht mehr kontrollierbar handeln kann und zu Aggressionen neigt.

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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
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