[TOS 027] Auf Messers Schneide

Lesezeit circa: 4 Minuten

Lazarus kämpft „auf Messers Schneide“ gegen Lazarus und bringt dabei das Universum in Gefahr.

Staffel 1, Folge 27 – Sternzeit 3087,6 – 3088,7
„Auf Messers Schneide“ – „The Alternative Factor“

Auf Messers SchneideDie Handlung von „Auf Messers Schneide“

Während die Besatzung der Enterprise bei einem unbekannten Planeten Vermessungen durchführt, findet ein seltsames Phänomen statt. Nachdem die Anomalie verschwunden ist, entdecken die Sensoren ein menschenähnliches Wesen.

Der aufgefundene, etwas mitgenommene Mann stellt sich als Lazarus vor. Er gibt an, dass seine Heimat von einem Monstrum zerstört worden sei und er dringend Dilithiumkristalle benötige.

Nach einigen Vorfällen, bei denen auffällt, dass Lazarus mal mit, mal ohne seine Verletzung angetroffen wird, gibt dieser die Wahrheit preis. Er jagt sein eigenes Spiegelbild aus einem Paralleluniversum und will es vernichten. Zuweilen treffen beide in einer Art Korridor zwischen den Universen aufeinander, wo sie sich bekämpfen. Dabei entstehen die Schwerkraftphänomene.

Kirk (William Shatner) will ihn aufhalten und wechselt dabei versehentlich in das andere Universum. Dort trifft er auf den anderen Lazarus. Dieser klärt ihn über die Gefahr der Zerstörung der Universen auf, sollten beide in einer Welt aufeinandertreffen.

Die Lösung bietet dieser Lazarus gleich an. Er will seinen Jäger in den Korridor locken und Kirk soll den Zugang zerstören. Dadurch würden beide dort gefangen und die Gefahr wäre gebannt. Kirk stimmt dem Plan zu.

Auf Messers SchneideKritik

„Auf Messers Schneide“ ist eine der Folgen, die bei mir nur ein großes Fragezeichen hinterlassen.

Es ist ein klassisches Thema. „Gut“ kämpft gegen „Böse“. Hier wurde diese Story in ein Konstrukt aus Paralleluniversen bzw. –dimensionen gesetzt und obendrein mit Materie und Antimaterie gewürzt.

Prinzipiell ist die Geschichte schnell erzählt. Treffen zwei definitive Gegenstücke in einer der beiden Universen aufeinander, so lösen sie eine Katastrophe aus. Allein der Übergangskorridor ist neutral. Einer ist verrückt und jagt sein Spiegelbild, beide Dimensionen geraten in Gefahr. Die Lösung lautet: Neutralisieren.

Der Plot ist etwas dünn für die Dauer von durchschnittlich 50 Minuten pro Folge. Und genauso wirkt diese Episode auch.

Wo ist die Spannung?

Die Folge reißt mich nicht mit. Da die sich teilweise wiederholenden Handlungen sehr in die Länge gezogen werden, baut sich kein Spannungsbogen auf. Die Story plätschert dahin. Auch die Idee des ständig wechselnden Lazarus bringt sie nicht in Fahrt. Vielmehr verliert sich die Geschichte in dem Hin und Her. Alles wirkt sehr konstruiert und blass. Die Kulissen der jeweiligen Welt erscheinen unangenehm leblos. Das UFO-artige Schiff des Lazarus, gleichzeitig das Tor zum Übergang, mutet seltsam steril und unpersönlich an.

Die Verworrenheit der Story macht es dazu nicht besser. Es bleibt eine seichte, flache Erzählung. Dabei hätte das Thema durchaus Potenzial gehabt.

Paralleluniversen

Die Grundidee ist beileibe nicht schlecht. Paralleluniversen sind ein beliebtes Thema in der Science-Fiction. Der Autor Don Ingalls hatte die Idee von „Gut“ und „Böse“ bzw. „Positiv“ und „Negativ“. Diese Gegenpole müssen voneinander getrennt bleiben. Andernfalls droht die völlige Zerstörung. Aus Hass auf sein Spiegelbild jagt Lazarus quasi sich selbst. Der Gedanke daran, keine einzigartige Person zu sein, lässt ihn völlig durchdrehen. Auf diese Grundlage hätte eine psychologisch angehauchte Betrachtung gepasst. Themen wie Narzissmus, Arroganz, Ängste vor sich selbst oder Selbstwertgefühl hätten eingeflochten werden können.

Philosophie?

„Auf Messers Schneide“ ist tatsächlich kein Juwel der Serie. Da gibt es viele ungleich bessere Folgen. Es ärgert zwar einerseits nicht tierisch, wenn man diese Episode schaut, andererseits kommt keine Fanbegeisterung auf. Es hinterlässt ein merkwürdiges Gefühl von Unzufriedenheit. Am Ende kommt dann die Frage auf: Was war das denn?

Ja, was war das eigentlich? Diese Frage kann ich mir nicht beantworten. Normalerweise reizt Star Trek mich dazu, zu philosophieren. Diese  Episode ist allerdings schon wenig zufriedenstellend und das spürbar mühselige Konstrukt macht einfach keinen Spaß. Dies philosophisch zu betrachten, bringt schlichtweg keinen Mehrwert.

Fazit: Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.

Fun Facts:

  • Diese Episode wurde zwar als 20. gedreht, aber erst als Nummer 27 ausgestrahlt.
  • Das ursprüngliche Skript wurde stark verändert. Geplant war eigentlich eine Romanze zwischen Lt. Masters und Lazarus. Da Masters ein farbiger Charakter ist, stießen die Produzenten auf das damalige vorherrschende Problem des Rassismus. Daher wurde dieser Nebenplot einfach gestrichen, wobei die dabei entstandenen Lücken provisorisch mit Handlung gefüllt werden mussten.

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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
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