Natürlich spitzen sich in der vorletzten Staffelepisode die Ereignisse zu. Blöd nur, dass die Folge an sich nicht überzeugen kann.
Wenn man Dinge nicht sehr gut frei adaptiert
Aang (Gordon Cormier) ist wütend und frustriert, weil Toph (Miyako) zugelassen hat, das Appa entführt worden ist. Verzweifelt macht er sich auf die Suche, doch ergebnislos. Weshalb er am Ende mit seinen Freunden etwas Gewagtes unternimmt. Mit Hilfe einer der wenigen Alliierten in Bar Sing Se wollen sie sich in den Palast des Erdkönigs schmuggeln und ihn fragen, ob er weiß, wo sich der Luftbison des Avatars befinden könnte.
Unterdessen hat Zuko (Dallas Liu) schreckliches Fieber, kann sich davon aber erholen. Von nun an will er ein neues Leben führen. Derweil besucht Toph ihre Mutter. Und Sokka (Ian Ousley) will von den Kyoshi Kriegerinnen wissen, wo Suki ist.
Es ist schwer, diese Episode zu schauen und sie nicht auch noch gleichzeitig ständig mit der Zeichentrickvorlage zu vergleichen. Denn einerseits adaptiert sie diese zwar. Macht aber ebenfalls ihr eigenes Ding, in dem sie vieles wenn überhaupt frei interpretiert. Es gibt durchaus Momenten, wo dies hinhaut. Doch ebenfalls existieren dann Folgen wie diese, Das Gleichnis der zwei Drachen.
Schnell abhandeln und weiter
Das Problem ist, dass man merkt, dass die Serie hier viele Elemente der Vorlage übernimmt. Und sie dann mehr oder weniger sinnvoll zusammenstellt. Mit der Konsequenz, dass Szenen oder Entwicklungen, die in der Zeichentrickserie von enormer Bedeutung waren, hier eher unbedeutend wirken. Obwohl sie eigentlich für die jeweilige Figur von großer Wichtigkeit sind.
Es fängt schon damit an, wie schnell Zukos Fiebertraum abgehandelt wird. Es wird auch hier deutlich gemacht, dass dieser dadurch entsteht, weil er von seinem Bedürfnis, seinem Zwang ablässt, den Avatar zu jagen. Ebenso ist der Traum an sich erhellend, da hier einiges angedeutet wird, was das Verhältnis Zukos zu seiner Mutter und seiner Schwester angeht.
Aber dann handelt man das doch nicht innerhalb von fünf Minuten ab. Man lässt dem mehr Raum, man baut mehr Drama ein. Hier ist es wirklich so, dass Zuko krank wird, man kurz sieht, wie Iroh sich um ihn kümmert, anschließend dem Traum viel Raum eingeräumt wird und danach er wieder gesund aufwacht. Das geschieht zu schnell! Dadurch wird die Wirkung, die der Fiebertraum hat, vollkommen unterminiert.
Das Finale muss vorbereitet werden
Es ist nicht die einzige merkwürdige Entscheidung, die Das Gleichnis der zwei Drachen trifft. Die andere ist, dass sie auch Aangs Grund, den Erdkönig zu besuchen, verändert. Anstatt ihn aufzusuchen, um vor der Feuernation zu warnen oder ihn über die Entdeckung zu informieren, wollen der Avatar und seine Freunde ihn aufsuchen. Denn sie sind der Auffassung, dass er vielleicht wüsste, wo sich Appa befindet. Von der drohenden Invasion und der allgemeinen Bedrohung durch die Feuernation ist keine Rede. Vielmehr wirkt es so, als ob diese nicht wirklich von Bedeutung sind.
Der Streit zwischen Aang und seinen Freunden ist hingegen glaubwürdig. Das ist immerhin etwas, was gut aus der Vorlage übernommen wurde. Also besser als der Rest.
Der Rest der Episode dient überwiegend nur dem Zweck, das Finale aufzubauen. Man hat den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Azula und Long Feng, der wirklich grandios ist. Man hat, wie Toph ihre Mutter besucht. Die vermutlich die Rolle der Kopfgeldjäger aus der Zeichentrickserie übernehmen wird, um ihre Tochter zu entführen. Wo man sich übrigens gleich fragt, wo die Leute sind, die sie und ihr Mann ursprünglich beauftragt haben? Und man eine Szene hat, in der Sokka von Ty Lee überrascht und ausgeschaltet wird.
Und wieder wurde etwas abgebrochen
Es ist frustrierend. In dem Bemühen, die Vorlage zu adaptieren, ohne sich allzu sklavisch dran zu halten, schießt die Live-Action-Serie übers Ziel hinaus. Allzuoft werden dramatische Entwicklungen abgebrochen, ehe sie sich wirklich richtig entfalten können. Und so manche Entscheidung macht dann auch keinen Sinn.
So, wie die Serie jetzt ist, ist die Hoffnung auf ein großartiges Finale nicht wirklich vorhanden.
Info
Drehbuch: Keely MacDonald
Showrunner: Christine Boylan, Jabbar Raisani
Regie: Amit Gupta
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Warpskala
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