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Katara und Sorra begeben sich in die Dunkelheit, um Aang zu retten.

Frustrierend

Vor 100 Jahren war Aang (Gordon Cormier) mit einem gleichaltrigen Erdbändiger namens Bumi befreundet. Es stellt sich heraus, dass dieser nicht nur die Zeit halbwegs gut überstanden hat, sondern jetzt auch der König von Omashu ist. Und noch dazu ein ziemlich exzentrischer, der den Avatar, der sein Gefangener/Gast ist, bei jeder Gelegenheit durch ungewöhnliche Aktionen aus dem Gleichgewicht bringt.

Sokka (Kiawentiio) und Katara (Ian Ousley) wollen Aang nicht alleine lassen. Stattdessen haben sie vor, ihn zu retten. Doch dafür müssen sie durch die dunklen Tunnel unter der Stadt, in denen man sich leicht verirren kann. Und sie sind nicht die einzigen, die hinter dem Avatar her sind. Denn auch Prinz Zuko (Dallas Liu) sucht ihn. Und der muss sich schon bald entscheiden, ob er nicht doch lieber seinen Onkel Iroh (Paul Sun-Hyung Lee) retten will.

Dunkelheit ist eine frustrierende Folge. Es gibt hier jede Menge Plots, die locker in der Lage wären, eine halbe bis ganze Episode zu tragen. Doch dann gehen sie in der gefühlten Masse an Handlungsfäden unter.

Großartige Weiterentwicklungen

Dabei merkt man, dass wieder gleich mehrere Zeichentrickfolgen zusammengefasst wurden. Es gibt so manche Szenen, wo man das Gefühl hat, dass sie aus dem Nichts kommen. Und entsprechend wenig Aufbau bekommen.

Besonders bei Katara macht sich das bemerkbar. Sie ist in Dunkelheit die Figur, die sich am meisten fortentwickelt, sowohl was ihre Wasserbändigerfähigkeiten wie auch ihr Selbstbewusstsein angeht, macht sie enorme Fortschritte. Sie liefert sich Wortgefechte mit ihrem Bruder und hält allgemein nicht mehr mit ihrer Meinung hinterm Berg, was man schön in der Szene sieht, als sie Jet auf die Fehler in seiner Weltansicht aufmerksam macht.

Allerdings ist dies auch eine der Szenen, wo man als Zuschauer nur den Kopf schütteln kann. Das Auftauchen von Jet, sein Rachelust und dass Katar ihn ausschaltet, geschieht alles zu schnell und ohne großartige Vorbereitung. Auf ein Mal taucht Jet auf, und dann, nach einem kleinen Streitgespräch, ist er auch schon ausgeschaltet. Hier wäre mehr Vorbereitungszeit wesentlich besser gewesen.

Übers Knie gebrochen

Auch was die Reise von Sokka und Katara durch den Beg angeht, merkt man, dass in Dunkelheit wieder etwas übers Knie gebrochen wurde. Sie entdecken sofort die Tunnel, treffen auf eine Musikantengruppe – was übrigens zu einer witzigen Szene führt – und müssen sich dann durch die Gänge begeben. Auch hier wäre mehr Vorbereitung, mehr Zeit zum Entfalten der einzelnen Momente besser gewesen.

Wobei nicht alles schlecht ist. Die Anzahl an Szenen, in denen man sieht, wie Iroh von Erdkönigreichsoldaten abgeführt wird und einer der Wächter sich an ihm rächen möchte, weil sein Bruder wegen ihm ums Leben kam, sind fantastisch. Vor allem, da das eine differenzierte Darstellung ist, die den Charakter von Iroh großartig ausbaut. Man erhält einen guten Einblick in die Dynamik und Ideologie der Feuernation, aber auch, was die Beziehung zwischen ihm und Zuko angeht. Und es ist am Ende völlig offen, wie es jetzt mit den beiden weitergehen wird.

Doch der Hauptplot von Dunkelheit ist die Begegnung zwischen Aang und Bumi. Dieser Plot leidet leider etwas unter dem nicht sonderlich überzeugenden Make-up von Utkarsh Ambudkar. Er wurde auf Alt getrimmt, jedoch wirkt es nicht wirklich realistisch, sondern künstlich, und irritiert einen ständig.

An der Vorlage orientiert

In jedem Fall sind die ganzen Tricks und Fallen, die der König aufbringt, um Aang zu testen, interessant. Und sie führen zu einer großen Konfrontation, in der man sieht, wie Erdbändigen auf hohem Niveau aussieht. Hier orientierte man sich deutlich an der Vorlage, was nicht verkehrt ist.

Leider hat Dunkelheit wieder einige Dialoge, die einfach nicht gut geworden sind. Sei es das Gespräch zwischen Sokka, Teo und Sai, die Konfrontation zwischen Katara und Jet oder einige der Dialoge zwischen Iroh und seinem Wächter … Diese Gespräche klingen künstlich und nicht überzeugend. Und das darf eigentlich bei einer Multimillionendollarserie wie Avatar – The Last Airbender nicht sein.

Es ist nicht so, als ob es eine schlechte Folge wäre, vor allem die Charakterentwicklung von Katara ist gut geworden. Aber dem gegenüber steht eben diese Vielzahl an Handlungsfäden, die deutlich zu viel sind. Es wurde zu viel gewollt, und das macht sich negativ bemerkbar.

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Götz Piesbergen

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