Dieser Comic wirkt in einigen Aspekten schon fast hyperaktiv, was dem Lesevergnügen abträglich ist.

Wenn der Titel schon die wichtigste Frage vorab beantwortet
Aylin wirkt wie ein normales, schüchternes Mädchen. Sie hat nur wenige Freundinnen und ist heimlich in den Schulschönling verschossen. Alles scheint normal, bis sich von jetzt auf gleich Dinge verändern.
Denn bei einem Schulausflug in den nahen Wald gerät sie in eine Art Trance. In dieser geht sie zu einem zugewachsenen Portal, dass sie dann mit Magie öffnet. Als sie durchgeht, erwacht sie daraus, gerät in Panik und rennt zurück. Doch dabei wird sie von einer Art Energie getroffen und als sie zu sich kommt, entdeckt sie, dass sie sich verändert hat. Sie hat spitze Ohren und Markierungen im Gesicht. Was ist sie geworden?
Zugegeben, der Titel liefert einen Hinweis auf jene Frage. Das Geheimnis der Elfen lautet nämlich der Untertitel des ersten Bandes der Aylin-Reihe. Wobei noch unbekannt ist, wann die zweite Ausgabe erscheinen wird, da diese bislang vom Splitter-Verlag noch nicht vorangekündigt worden ist.
Eine Fortsetzung wird kommen, muss kommen
Dass es eine Fortsetzung geben muss, darauf lässt das Ende schließen. Das nämlich diverse Handlungsfäden offenlässt. Genauso, wie die wichtigsten Fragen ebenso noch nicht geklärt sind.
Das Kreativteam besteht aus folgenden Personen. Das Szenario stammt aus der Feder von Ricardo Serrazina. Derweil die Zeichnungen von Madie La Cerda stammen. Beide feiern damit ihr Debüt im Splitter-Verlag.
Erschienen ist die Ausgabe im toonfisch-Imprint des Verlags. Das heißt, man hat es hier mit einem Comic zu tun, der sich an ein eher jüngeres Publikum richtet. Und um dieses anzusprechen, ist die Geschichte auch konzipiert.
Schnellatmig
Man darf hier keine Erzählung erwarten, die sonderlich innovativ ist. Überwiegend kann man schon erahnen, was wann warum geschieht. Ebenso ist die Erzählweise stellenweise nahezu hyperaktiv und schnellatmig. Die Figuren bleiben selten stehen, sie sind immer in Bewegung, machen immer etwas. Und wenn sie mal inaktiv sind, dann nur, weil sie entweder nicht bei Bewusstsein sind oder gerade heftige Gefühle verarbeiten müssen.
Dennoch bemüht sich Aylin, ihre Figuren weiterzuentwickeln. Damit ist nicht nur die Titelfigur gemeint, die im Laufe der Story eine erstaunliche Wandlung durchmacht. Sondern ebenso die anderen Charaktere, die sie umgeben. Wie zum Beispiel Lotti, die auf die Titelfigur sehr antagonistisch reagiert. Gleichzeitig einen starken Beschützerinstinkt gegenüber ihrem kleinen Bruder hat, der allem Anschein nach das einzige Familienmitglied ist, welches sie noch hat.
Es gibt ebenso einige Überraschungen und Rätsel im Plot. Wie beispielsweise, das Aylins Vater weiß, dass sie eine Elfe ist. Oder das jemand Unscheinbares allem Anschein nach auch die Sprache der Elfen spricht. Und dann ist da noch diese mysteriöse Person, die anscheinend aus der Entfernung versucht, Einfluss auf die Ereignisse zu nehmen und dabei überwiegend antagonistisch vorgeht.
Wenn die Zeichnungen fast wie Karikaturen wirken
Wie bereits gesagt: Es bleiben am Ende Fragen offen. Was auch durchaus gut ist, um den Leser wieder dazu zu bringen, die kommende Ausgabe ebenfalls zu kaufen.
Was insofern schwierig ist, als dass die Zeichnungen von Madie Le Cerda die Hyperaktivität sehr gut rüberbringen. Schon fast zu gut. Denn es gibt diverse Panels, in denen ihre Figur wie Karikaturen wirken. Und der Seitenaufbau mit stellenweise ziemlich kleinen Paneln, die das Tempo noch mal erhöhen, tun dabei ihr Übriges.
Letzten Endes muss man einfach sagen, dass dieses Album hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Etwas weniger Hyperaktivität und ein gedrosseltes Erzähltempo wären sicherlich nicht verkehrt.
Info
Szenario: Ricardo Serrazina
Zeichnungen: Madie La Cerda
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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