Vater und Sohn treffen aufeinander. Wobei das Treffen nicht ganz so abläuft, wie geplant.
Auf zur Rettungsmission
Ein Jahr vorher: Tommy (Ruaridh Mollica) muss mit den Erinnerungen an ein früheres Leben fertig werden, dass seines und doch nicht seines ist, und soll deshalb in eine besondere Anstalt. Der Bus ist voll mit jugendlichen Kriminellen, darunter auch Lisa (Lauren Morais). Gemeinsam schaffen sie es, sowohl dem Bus wie ebenfalls dem sadistischen Wärter Clyde zu entkommen.
In der Gegenwart begibt sich Vision (Paul Bettany) zum Treffen mit Paladin (Todd Stashwick). Er versucht ihm klar zu machen, dass er nicht wie sein Vorgänger ist. Doch in Wahrheit liegt ihm wohl etwas an Tommy. Weshalb er nach einiger Diskussion mit seinen anderen KIs aufbricht, den Jungen zu retten. Eine Entscheidung, die er am Ende bitter bereut.
Theseus heißt diese Folge. Und sie ist nach dem philosophischen Gedankenspiel Schiff des Theseus benannt. In diesem geht es darum, dass das besagte Schiff von hinten nach vorne komplett erneuert wird. Weshalb sich dann am Ende die Frage stellt, ob es immer noch dasselbe Reisegefährt ist, oder eben nicht?
Welche sind meine Erinnerungen und welche nicht?
Visionquest liefert eine andere Interpretation. Dank Ultron, der mal wieder herrlich gegen den Strom schwimmt, geht es hier vielmehr um die Tatsache, dass sich Theseus eben aufmacht, um andere zu retten. Was dann für Vision der nötige Anlass ist, sich aufzumachen, um den Jungen, der angeblich der Sohn von Wanda und seines früheren Ichs, zu retten.
Das Ergebnis ist eine hochspannende und erstklassige Folge. In der man auch das Gefühl hat, dass hier die unterschiedlichen Töne perfekt getroffen werde. Es gibt hier dieses Mal keine extreme Diskrepanz, wie es noch in der ersten Episode der Fall war.
Dabei baut die Folge Tommy weiter aus. Man erlebt einen jungen Mann, der unter dem Widerspruch zwischen seinen verschiedenen Erinnerungen leidet. Der nicht weiß, welche davon real seine sind und welche nicht. Dies ist ein interessanter Kontrast zu Billy aus Agatha All Along. Der mit diesen unterschiedlichen Erinnerungen deutlich besser zu Recht kam.
Sich selber belügen
Gleichzeitig sieht man hier auch das erste Mal, wie Tommy seine Fähigkeiten einsetzt. In den Comics ist er vor allem ein Speedster, wie sein Onkel Quicksilver. In der Serie ist davon nicht so viel zu sehen. Vielmehr scheint er hier die Fähigkeit zu besitzen, Energie umzuleiten, mit gelegentlichen Ansätzen von Hochgeschwindigkeit. Was eine etwas andere Umsetzung ist, die durchaus interessant ist.
Was auch für Visions Reaktion gilt. Zunächst ist er wegen den Enthüllungen entsetzt, dann kommt er zu dem Treffen mit Paladin, wo er versucht, diesem weiß zu machen, dass er nicht der originale Vision ist. Dass er nicht über dessen Gefühle und Empathie verfügt. Womit er eigentlich sich selber belügt.
Weil er eben durchaus über Gefühle und Empathie verfügt. Nur hat er eben Probleme, diese mit den Erinnerungen des originalen Visions in Verbindung zu bringen. Geschweige denn, sie so einzusetzen, dass er menschlich wirkt.
Ist das etwa…?
All dies gipfelt schließlich in dem Versuch, Tommy zu befreien. Wo Vision wissentlich und willentlich in eine Falle tappt. Weil er der Auffassung ist, dass er dank seiner Fähigkeiten da schon rauskommen kann. Was zu einer bösen Überraschung führt.
Dabei zeigt sich einmal mehr, wie wenig Paladin auf ein Leben gibt. Oder welch verqueren Gerechtigkeitssinn er hat. Denn als er mitkriegt, wie der Wächter Clyde Tommy wieder quälen will, dreht er den Spieß um und tötet ihn anschließend. Gleichzeitig lässt er es zu, dass Vision mehrere seiner Leute umbringt, nur um ihn dann am Ende persönlich zu stellen.
Es gibt übrigens einen interessanten Moment, der zu bedeutend dargestellt wird, um einfach nur ein Wegwerfmoment zu sein. Und zwar schauen Jarvis und Vision auf ein Gemälde, dass einen Mann zeigt, der in einer Trümmerlandschaft steht. Dabei meint Jarvis, dass dies der erste Synthoide sei und er mit seiner Menschlichkeit nicht zu Recht kam. Dabei kann es sich nur um Jim Hammond, die erste Menschliche Fackel und Marvels ersten Superheld überhaupt, handeln. Der Charakter hatte im allerersten Captain America-Film einen Cameoauftritt und in den Comics hieß es eine Zeit lang, dass sein Körper Basis für den der ersten Vision sei. Wird die Figur hier irgendwann ebenfalls auftauchen?
Ein Ende, dass ein Schlag ist
Am Ende wurde hier alles richtig gemacht.
Info
Regie: Christopher J. Byrne
Drehbuch: Terry Matalas
Showrunner: Terry Matalas
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