Bereits damals, als diese Episode das erste Mal gesendet wurde, muss sie veraltet gewesen sein.
Es wird experimentiert
Das SG-1-Team kommt durch das Stargate auf dem Planeten Simarka an. Dort stoßen sie auf den Jungen Abu (Jorgito Vargas Jr.) von den Shavadai, der verfolgt wird. Die Gruppe kann ihm helfen. Doch dann entdeckte er, dass Sam Carter (Amanda Tapping) eine Frau ist.
Es stellt sich heraus, dass die Shavadai anscheinend Nachkommen der Mongolen sind. Und das Frauen bei ihnen allerhöchstens den Stellenwert von Objekten haben. Weshalb auch schon bald Captain Carter entführt wird, um über Umwege in den Harem eines befeindeten Stammes zu gelangen. Und um dort zu entkommen, muss sie ihren gesamten Witz und Intelligenz einsetzen.
Man merkt Verraten und Verkauft an, dass es sich hier um eine der ersten Episoden einer normalen Fernsehserie handelt. Das Grundkonzept, nachdem die Reihe funktionieren soll, steht bereits. Doch wie es umgesetzt wird, was damit möglich ist, das muss noch genau herausgefunden werden, weshalb experimentiert wird.
Fühlt sich wie Star Trek an
Das Problem ist, dass bei diesem Herumexperimentieren dann auch gewisse Stinker herauskommen. Wie eben diese Folge. Die sich wie ein Rückfall in Zeiten anfühlt, die man sogar zu der Zeit, als diese Episode das erste Mal gesendet wurde, eigentlich hinter sich gelassen hatte.
Wenn man die Augen schließt und gewisse Details ignoriert, fühlt man sich hier an eine klassische Star Trek-Folge erinnert. Wo ein Schiff auf eine fremde Welt stößt, die aus irgendwelchen Gründen menschenähnlich ist. Deren Kultur sich aber mit den Idealen, die die Föderation vertritt, beißt. Aus irgendeinem Grunde gerät dann mindestens ein Mitglied der Crew in Gefangenschaft und am Ende sorgt die überlegene Kultur für den Sieg und sorgt dafür, dass ein Umdenken stattfindet.
Nun ist Stargate SG-1 natürlich kein Star Trek und hier haben die Protagonisten auch kein Raumschiff, sondern nur ein Tor. Aber das Prinzip bleibt dasselbe. Mit denselben problematischen Elementen.
Eine heikle Darstellung
Denn natürlich werden die Shavadai als primitiv dargestellt. Sie leben in Zelten und sind ein Steppenvolk. Das merkwürdigerweise in einem Wald lebt, aber das sind Details, an denen man sich nicht aufhängen darf. Was übrigens auch für die Tatsache gilt, das alle astreines Englisch reden.
Was stört, ist die Tatsache, dass die Shavadai allesamt von asiatisch aussehenden Schauspielern dargestellt werden. Und Sam Carter ist eine weiße Frau. Ebenso, wie eine ihrer Mitgefangenen. Wodurch das ganze Szenario ein gewisses Geschmäckle kriegt. Denn so kann man es interpretieren, als ob hier eine weiße Frau aus den Fängen einer minderwertigen Kultur gerettet werden muss. Unnötig zu sagen, wie heikel eine solche Interpretation ist, vor allem dann, wenn sie so naheliegt.
Dabei versucht die Folge wirklich klar zu machen, dass Frauen keine Objekte sondern eigenständige Personen sind. Allerdings geht sie hier mit dem Holzhammer vor. Sie agiert nicht sonderlich subtil, sondern macht besonders deutlich, was hier auf dem Spiel steht und wie chauvinistisch die Antagonisten sind.
Gute Sprüche
Immerhin kann Amanda Tapping hier durchaus glänzen. Sie lässt sich nicht unterkriegen, sondern arbeitet beharrlich daran, freizukommen. Und passt sich problemlos neuen Situationen an. Wobei der Höhepunkt dann natürlich das Finale ist, wo sie gegen den feindlichen Häuptling antreten darf und ihn im Messerduell ausschalten kann.
Auch einige der Sprüche von Colonel O’Neill sind großartig. Seine sarkastische Art, mit er das Geschehen kommentiert, ist stellenweise genau das Richtige.
Dennoch bleibt insgesamt ein fader Geschmack zurück. Man kann nur hoffen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war und nicht die Schablone für das, was einen in der kommenden Staffel noch erwarten wird.
Info
Regie: Jeff Woolnough
Drehbuch: Katharyn Powers
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