[Star Trek – Die Welten von Deep Space Nine 04] Bajor – Fragmente und Omen

Lesezeit circa: 4 Minuten

Der nächste Planet in der „Die Welten von Deep Space Nine“- Reihe ist „Bajor“ mit dem Titel „Fragmente und Omen“.

Star Trek Die Welten von Deep Space Nine 4 Bajor Fragmente und Omen
© Cross Cult

Chaos auf Bajor

Verfasst wurde das Buch von J. Noah Kym. Über den Autor ist so gut wie nichts bekannt. Klar ist nur, dass sein Name ein Pseudonym ist, das er auf Anraten seiner Freunde wählte. Gleichzeitig ist „Fragmente und Omen“ das einzige bekannte Werk von ihm.

Große Ereignisse geschehen auf Bajor. Benjamin Sisko ist wieder zurück und führt ein zufriedenes Leben mit seiner Geliebten Kasidy Yates und ihrer gemeinsamen Tochter. Doch ist er anscheinend der Einzige, bei dem dies so ist.

Sein Sohn Jake ist auf der Suche nach sich selbst und erkundet Bajor. Kira Nerys ist jetzt frischgebackener Captain der Sternenflotte und muss sich mit einem ausgelöschten bajoranischen Dorf beschäftigen. Und die Premierministerin von Bajor muss einen neuen Botschafter für die Föderation suchen, nachdem der alte überraschend gestorben ist.

Ein Roman des Übergangs

„Fragmente und Omen“ ist ein Roman des Übergangs. Es werden hier viele Plots für die kommende „neunte Staffel“ vorbereitet. Gleichzeitig werden auch einige Figuren an neue Positionen bewegt, derweil die Schicksale einiger Bekannter abgeschlossen werden.

Mit 200 Seiten ist das Buch erstaunlich dünn geworden. Und leider muss man sagen, dass sich diese geringe Seitenanzahl auch auf die Qualität der Geschichten auswirkt. Denn gegenüber dem Umfang steht vermutlich das Vorhaben von J. Noah Kym, sich quasi auszutoben und gleich mehrere Schicksale zu verfolgen.

Das funktioniert leider nur bedingt. Am besten ist dabei der Plot um das ausgelöschte, bajoranische Dorf. Spätestens als erwähnt wird, dass jene Siedlung ein Ritual hatte, um den sogenannten Dal’Rok abzuwehren, ist man als Kenner der Fernsehserie hellhörig. Denn da gab es die Folge Die Legende von Dal’Rok aus der ersten Staffel, wo dieses Dorf mit seinem Brauch auftauchte. Dass es jetzt komplett ausgemerzt worden ist, ist ein Schrecken. Vor allem auch deshalb, weil die Täter dabei sehr gründlich vorgegangen sind.

Eine Bewährungsprobe

Für Kira Nerys und Ro Laren ist dies die allererste Bewährungsprobe, seitdem Bajor der Föderation beigetreten ist. Man merkt ihnen die Verzweiflung an, den Druck, unter dem sie stehen, um diese Schreckenstat aufzuklären. Sie müssen und wollen sich beweisen, dass sie ihre Heimat nicht gegenüber der Föderation vernachlässigen. Denn dieser Vorwurf steht die ganze Zeit unausgesprochen im Raum.

Es ist ein Schock, wenn man das so liest. Eine solche Art von Terrorismus ist für „Star Trek“ ungewöhnlich. Dabei wird dieses Gefühl von J. Noah Kym perfekt rübergebracht und ist das Highlight des Romans.

Die anderen Handlungsfäden von „Fragmente und Omen“ gefallen dagegen nicht so gut. Denn der Titel des Romans ist durchaus Programm. Das Buch ist in verschiedene Plotfäden fragmentiert, es wird hier viel für zukünftige Geschichten angedeutet. Aber teilweise hat man das Gefühl, dass der Autor sich verzettelt, weil einige der Plots nicht funktionieren.

Erzwungener Fortschritt

Man lernt zum Beispiel im Laufe des Romans die Bajoranerin Rena kennen, die auf einer Art Pilgerreise ist, weil ein Verwandter von ihr gestorben ist. Sie ist Künstlerin und hat mit dem Ableben zu kämpfen. Da lernt sie einen Menschen namens Jacob kennen, der Schriftsteller ist, verliebt sich in ihn und heiratet ihn am Ende. All diese Ereignisse geschehen im Laufe weniger Seiten, weshalb dieser Handlungsfaden mitsamt seinen Fortschritten wie erzwungen wirkt.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist ein glücklicher Benjamin Sisko, der sein neues Leben als Familienvater genießt. Doch dieser Frieden wird dem Leser wiederholt penetrant aufgedrückt. So schön es auch ist, dass der Abgesandte endlich seinen Frieden gefunden hat. So sehr nervt es, wie oft das in der einen oder anderen Art und Weise betont wird.

Am Ende ist „Fragmente und Omen“ ein eher durchschnittlicher Roman.

Bewertung 7/15

Autor: J. Noah Kym
Titel: Star Trek – Die Welten von Deep Space Nine 04: Bajor – Fragmente und Omen
Originaltitel: Worlds of Star Trek: Deep Space Nine vol. 2 (Trill & Bajor)
Übersetzer: Christian Humberg
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 10/2012
Einband: Taschenbuch
Seiten: 223
ISBN: 978-3-86425-032-3
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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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