Das Rad der Zeit
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Das Rad der Zeit 8 – Die Suche nach dem Auge der Welt

Lesezeit circa: 8 Minuten

Im Staffelfinale erfahren wir, ob Rand wirklich der wiedergeborene Drache ist, und ob er es schafft, dem dunklen König zu widerstehen.

Ein weiter Blick zurück

Die Untertitel sagen uns, dass das, was wir sehen, vor 3000 Jahren geschah. Aber vor den Fenstern der Weißen Burg erblicken wir ein futuristisches Ambiente mit hochmodernen fliegenden Fortbewegungsmitteln. Ein Mann und eine Frau diskutieren über eine mögliche Spaltung der Aes Sedai. Er ist Lews Therin Telamon – der Drache – und ihr Name lautet Latra Posae Decume – Amyrlin und Wächterin der Flamme. Sie hält sein Vorhaben für gefährlich und warnt ihn davor, sich als unbesiegbar anzusehen. Im Raum mit ihnen befindet sich ein Baby.

Die Ruhe vor dem Sturm

Rand und Moirane kämpfen sich vorsichtig durch das Gestrüpp. Auf dem Weg stoßen sie auf die eine oder andere Leiche, mutige junge Männer, die etwas beweisen wollten und elendig gestorben sind. Das Land flacht langsam ab und sie blicken auf ein Tal hinab. Alles ist überwuchert von der Fäule. Entfernt können sie die Ruinen von Melkir erblicken. Moirane beschließt, eine letzte Rast einzulegen, damit sie beide ihre Kräfte sammeln können.

In Fal Dara hadern die anderen damit, zurückgelassen worden zu sein. Egwene möchte Rand am liebsten sofort folgen, Perrin verhindert dies jedoch. Al’Lan bringt Ruhe unter die Freunde, denn er spürt, dass Moirane möchte, dass die jungen Leute in der sicheren Stadt bleiben.

Ninaeve verrät ihm in einem ruhigen Moment, dass sie weiß, wie Moirane aufzuspüren ist. So konnte sie die Gruppe nach dem Trolloc-Angriff auf das Dorf finden. Al’Lan versichert ihr, dass er jetzt schon den Mann beneidet, der später mal ihr Behüter sein wird. Er ist überzeugt, dass sie zu einer mächtigen Aes Sedai wird.

Rand erwacht aus einem unruhigen Schlaf. Moirane fragt ihn, was er geträumt hat. Als er antworten will, erblickt er einen Dolch, der ihr von hinten durch den Kopf gestoßen wird. Der Dunkle König hat sie getötet. Als Rand einen Pfeil in sein Auge schießt, löst sich seine verunstaltete Fratze auf und verwandelt sich in ein menschliches Antlitz. Er macht sich über Rand lustig, da er nur mit einer Aes Sedai gekommen ist, denn das letzte Mal hatte er wenigstens 99 Gefährten dabei. Rand wird bewusst, dass er träumt und erweckt sich selbst, indem er sich mit dem Schwert durchbohrt.

Rand ist beunruhigt und verlangt von Moirane, ihn in ihren Plan einzuweihen oder ihm zumindest zu zeigen, wie er die Macht berühren kann. Sie erklärt ihm, dass das viel zu gefährlich ist, denn sobald er die Macht nutzt, läuft er Gefahr, den Verstand zu verlieren. Stattdessen zeigt sie ihm eine kleine Statue. In dieser Figur ist die geballte Macht unzähliger männlicher Machtlenker gespeichert. Wenn der Dunkle König Rand angreift, wird die Macht von alleine zu Rand kommen. Alles, was er tun muss, ist, diese in die Figur zu leiten und den Dunklen König so dorthin zu befördern, wo er vor 3000 Jahren hergekommen ist.

Das Zwischenspiel beginnt

In Fal Dara suchen die Freunde gemeinsam die Seherin in der Taverne auf. Sie erklärt ihnen jedoch, dass die Visionen immer nur für die betreffenden Personen selbst bestimmt sind, verrät ihnen aber, dass bislang alles, was sie gesehen hat, auch so eingetroffen ist. Plötzlich sieht sie, wie sich alle um sie herum in Schmerzen winden. Zurück in der Gegenwart ertönen Warnsirenen und die Menschen strömen aus der Taverne. Es war eine Vision von drohendem Unheil.

Die Stadt wird von Trollocs und Blassen umzingelt. Noch sind sie nicht vor den Stadttoren, nähern sich jedoch schnell. Der Führer der Stadt nimmt alle Männer, um den Pass zu verteidigen, und überlässt seiner Schwester die Sicherung der Stadt. So war es schon in früheren Zeiten und so soll es auch jetzt gehandhabt werden. Alle Fremden werden aus der Stadt geschickt und die Einheimischen sollen kämpfen. Sie ruft alle Frauen zusammen, die wenigstens ein bisschen magisch talentiert sind. Zugleich werden Boten zur Weißen Burg geschickt. Hoffnung, dass von dort rechtzeitig Hilfe kommt, gibt es aber kaum.

Moirane und Rand kommen mittlerweile in den Ruinen an, wo sich in der Mitte ein tiefes gemauertes Loch befindet. Sie steigen die Stufen hinab. Rand ist verwirrt, denn immer mehr Erinnerungsfetzen aus früheren Drachenleben stürmen auf ihn ein. Unten angekommen finden sie ein großes kreisrundes Symbol am Boden. Ist das wirklich das Auge der Welt?

Derweil ist Al’Lan am Rand der Fäule angekommen und macht sich auf den beschwerlichen Weg zu Rand und Moirane.

Eine mögliche Zukunft

Plötzlich steht Rand nicht mehr im dunklen Keller, sondern vor seiner Hütte auf den Hügeln bei den zwei Flüssen, dort, wo er großgeworden ist. Egwene steht draußen und spielt mit einem kleinen Mädchen. Das alles ist jedoch nicht real. Als Moirane einzugreifen versucht, überwältigt der Dunkle König sie und unterbricht ihre Verbindung zur Macht.

Plötzlich erscheint der Dunkle König in Rands Vision und Ninaeve bleibt eingefroren stehen. Der Dunkle König hat die Zeit angehalten. Er verspricht Rand, dass er mit seiner Macht alles wieder neu erschaffen kann, was er verloren hat. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich zwischen Licht und Schatten zu entscheiden.

In der Zwischenzeit verzweifelt Perrin an seiner Unfähigkeit, sinnvoll zu helfen. Er versucht ja, dem Weg des Blattes zu folgen. In einer Situation wie dieser, ist das nur nicht besonders hilfreich. Loyal beruhigt ihn und versichert ihm, dass er Gelegenheit haben wird, sich zu beweisen.

Blasse und einzelne Trollocs dringen mit der Hilfe von Schattenfreunden in die Stadt und die Festung ein. Auch der fahrende Händler, den die Freunde aus dem Dorf kennen, ist einer von ihnen. Loyal und Perrin helfen einigen Wachen, das Horn von Valere auszugraben, das vom wiedergeborenen Drachen in der letzten Schlacht geblasen wird. Aus dem Augenwinkel erhascht Perrin einen Blick auf den Händler und folgt ihm in den Gang. Vor den Stadttoren haben sich alle Machtlenkerinnen versammelt – unter ihnen auch Ninaeve und Egwene – und bündeln ihre Kräfte gegen die sich nähernde Trolloc-Armee.

In Rands Vision nimmt der Dunkle König einen Dolch und verletzt die bewegungslose Egwene am Hals, sie blutet. Rand sieht sich gezwungen, auf das Angebot einzugehen, um sie zu retten. Als der Dunkle König ihm zeigt, wie er die Macht lenken kann, greift Rand danach und lenkt die Machtströmung in die kleine Statue in seiner Hand. Es folgt eine große Explosion. Die Vision ist beendet und der Dunkle König verschwunden. Die Figur wurde nahezu pulverisiert.

Der Sturm bricht los

Vor den Toren der Stadt haben sich die Machtlenkerinnen verbunden und schleudern ihre geballte Kraft den anstürmenden Trollocs entgegen. Zu diesem Zeitpunkt wird klar, dass die Männer den Pass nicht sichern konnten. Die Frauen jedoch sind erfolgreich und die gegnerische Armee sinkt besiegt zu Boden. Jedoch schaffen es die Frauen nicht, ihre Magiestrahlen wieder voneinander zu trennen. Sie verbrennen innerlich. Ninaeve kriecht zu Egwene und schirmt diese ab. So kann sie die Verbindung unterbrechen und Egwene ist gerettet.

In der Festung hat der fahrende Händler auf Perrin gewartet. Er lässt sich nieder und hält ihm einen Vortrag, der wohl hauptsächlich zur Erläuterung an uns Zuschauende gerichtet ist. Der Händler ist nicht irgendein Schattenfreund, sondern sehr gut informiert. Er erklärt Perrin, dass die fünf Freunde nicht nur irgendwer sind, nein sie sind alle Kristallationspunkte des Rades. Normalerweise gibt es ab und an einmal zwei pro Generation, aber fünf, das ist wirklich ungewöhnlich. Es ist dringend erforderlich, dass es ein Gleichgewicht zwischen Hell und Dunkel gibt. Einige werden sich für die Schatten entscheiden. Doch der Händler hat Perrin nur abgelenkt, als dieser zurück zu Loyal läuft, sieht er, wie die Trollocs ihn und die übrigen Wärter töten und das Horn stehlen.

Am Auge der Welt kommt Rand wieder zu sich. Als Moirane mit ihm zurückgehen will, verwehrt er ihr dies jedoch. Er hat die Macht gelenkt und spürt schon den Wahnsinn. Er bittet sie, den anderen zu sagen, er hätte es nicht geschafft. Zu dem Zeitpunkt, als Al’Lan Moirane findet, ist er schon längst verschwunden. Moirane berichtet Al’Lan, dass sie keine Aes Sedai mehr sein kann. Sie wurde komplett von der Macht abgeschnitten. Zudem ist sie skeptisch, dass die Figur echt war. Diese war aus einem unzerstörbaren Material. Dies war wohl nicht die letzte Schlacht.

In Fal Dara wiegt Egwene die tote Ninaeve in ihren Armen und wirkt in ihrer Verzweiflung unbeabsichtigt Magie. Dadurch wird Ninaeve geheilt und erwacht wieder zum Leben. Wir sehen in einem weiteren kleinen Einspieler, wie Math erneut die verlorene Stadt Shadar Logoth betritt. Entscheidet er sich für die Dunkelheit?

Nachspiel

Ortswechsel – wir sehen ein kleines Mädchen, das am Strand spielt, als plötzlich am Horizont eine ganze Armada von Schiffen auftaucht. Die Besatzung hat unterschiedliche Gesichtsbemalungen und ist ausschließlich weiblich. Als sie näherkommen, beginnen sie gemeinsam Magie zu wirken und lösen so eine große Tsunamiwelle aus, die auf die Insel und das Mädchen zurollt.

Fazit

Inhaltlich eine starke Folge. Die Ausführung ist jedoch eher schlecht. Zum einen wird selbst demjenigen, der die Buchvorlage nicht kennt, schnell klar, dass es so einfach nicht gewesen sein kann. Wir können wohl davon ausgehen, dass der Dunkle König nicht weg ist. Zum anderen muss man klar sagen, dass die Effekte richtig schlecht sind. Die Trollocs wirken im Kampfgeschehen unfertig und sehen schlimmer aus, wie die Grafik in richtig alten Computerspielen.

Das Interagieren der Charaktere weist tiefe Verständnislücken auf. Sei es wegen Corona oder schlechter Planung, es haben mindestens zwei komplette Folgen für die Backstories und Entwicklung gefehlt. Das Finale macht aber trotz allem Lust auf mehr, und so wollen wir hoffen, dass den Figuren in der zweiten Staffel mehr Raum gegeben wird. Ich werde jetzt jedenfalls mit Band 1 der Buchreihe beginnen.

 

Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
6/10
Total Score

Positiv

  • Tempo und Abschluss der Staffel

Negativ

  • schlechte Special Effects
Melanie Frankl

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