Jagd
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Review: Star Trek – The Next Generation: Jagd

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Jagd ist 2017 ein neuer Printroman von Star Trek – The Next Generation erschienen.

Ein unangenehmer Gast

Admiral William Riker sowie andere Vertreter des Khitomer-Abkommens und des Typhon-Pakts treffen sich auf einer entlegenen Raumstation. Sie wurden vorgeblich dorthin gerufen, um miteinander zu sprechen. In Wahrheit ergreift eine fremde Macht von ihnen Besitz und beginnt, ihre eigenen Pläne umzusetzen.

An Bord der Titan wartet man auf die Rückkehr des Admirals. Doch als wieder zurück ist, zeigt er ein merkwürdiges Verhalten. Er verzieht sich aufs Holodeck und ruft von dort aus die Aventine. Er wechselt auf sie über und übernimmt auf einmal die Kontrolle über das Schiff. Vollkommen ungestört beginnt er einen Vernichtungsfeldzug auf beiden Seiten der Grenzen der Föderation. Und nur die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Jean-Luc Picard kann ihn aufhalten.

Die Bilanz der letzten TNG-Bücher, aus der 2017er Perspektive gesehen, war durchwachsen. Mit den eBooks Der Stoff, aus dem die Träume sind und Q sind herzlich ausgeladen sind jeweils ein schlechter und ein guter Roman erschienen. Das letzte Printbuch war hingegen das grauenhafte Von Magie nicht zu unterscheiden aus dem Jahr 2016. Und jetzt liegt mit Jagd der nächste gedruckte The Next Generation-Band vor.

Eine Komplettkatastrophe

Geschrieben wurde dies von John Jackson Miller, einem Autor mit einer durchwachsenen Bilanz. Er hat das eBook Star Trek – Titan: Abwesende Feinde verfasst, wie auch Star Trek – Discovery: Der Enterprise-Krieg. Was ebenfalls eine schlechte und eine gute Geschichte war.

Leider muss man sagen, dass Jagd eine Komplettkatastrophe ist. Es ist neben Von Magie nicht zu unterscheiden und Roter Sektor eines der miesesten Star Trek-Bücher, die je bei Cross Cult herausgekommen sind. Es passt hier einfach nichts zueinander!

Vermutlich wurde John Jackson Miller die strikte Vorgabe gemacht, dass er in seinen Roman eben nicht nur die Titan einbaut. Sondern ebenso die Aventine, sowie natürlich die Enterprise. Leider schafft es der Autor nicht, daraus eine vernünftige Geschichte zu stricken. Im Gegenteil: Das Team-Up der Raumschiffe mit ihren jeweiligen Crews wirkt erzwungen und unglaubwürdig.

Gesucht wird: Intelligenz

Was übrigens auch für das Verhalten aller Figuren in Jagd gilt. Oft genug hat man das Gefühl, dass die Charaktere zu naiv oder gleich komplett stupide agieren. So wird das merkwürdige Gehabe von William Riker nicht in Frage gestellt, sondern einfach so akzeptiert. Erst, als es schon zu spät ist, wird versucht, etwas dagegen zu unternehmen.

Übrigens irritiert die Tatsache, dass die Sternenflottenadmiralität anscheinend so paranoid ist, dass sie über Codes und Möglichkeiten verfügt, die Kontrolle über ein Raumschiff an sich zu reißen. Schon merkwürdig, dass dieses Detail nie zuvor erwähnt oder genutzt wurde. Und auch seit diesem Roman nicht mehr. Was ein gutes Zeichen dafür ist, wie schwachsinnig jenes Plotelement ist.

Ein weiteres Problem von Jagd ist, dass sich John Jackson Miller beim Schreiben auf die üblichen Verdächtigen verlässt. Man hat Captain Ezri Dax, Jean-Luc Picard und natürlich William Riker. Alles Figuren, die man bereits von Film und Fernsehen her kennt. Doch die bunte Crew der Titan oder gar die neuen Crewmitglieder der Enterprise, wie T’Ryssa Chen? Die werden wenn überhaupt nur in Nebensätzen erwähnt oder verkommen gar zu bloßen Stichwortgebern. Und das ist schon verdammt enttäuschend.

Was sind schon Details?

Und dann ist da die Tatsache, dass der Autor sich anscheinend um Details nicht wirklich kümmert. So erfährt man zu Beginn, dass insgesamt acht Botschafter von dieser Übernahme betroffen sind. Doch das Buch fokussiert sich ausschließlich auf William Riker und den romulanischen Repräsentanten. Die anderen tauchen nach dem Anfang überhaupt nicht mehr auf, sodass man nicht mal mitkriegt, was mit ihnen passiert und was sie für Chaos anrichten.

Jagd ist schlecht. Und zwar so richtig schlecht. Es bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten The Next Generation-Bücher besser ausfallen. Das Potential hat die Reihe, es muss nur noch wachgerufen werden.

Star Trek The Next Generation Jagd
Cover © Cross Cult

Autor: John Jackson Miller
Titel: Star Trek – The Next Generation: Jagd
Originaltitel: Star Trek –The Next Generation: Takedown
Übersetzer: Bernd Perplies
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 03/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 429
ISBN: 978-3-95981-178-1
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

Wertung

Wertung
0 10 0 1

Positiv

  • Nichts

Negativ

  • Hanebüchene Handlung
  • Figuren haben die Intelligenz am Eingang abgegeben
  • Seit wann kann die Admiralität per Code die Kontrolle über ein Schiff an sich reißen?
Götz Piesbergen

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