[TOS 048] Der erste Krieg

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das Leben einer primitiven Zivilisation wird durch den Eingriff von Klingonen massiv beeinflusst. Kirk muss eine schwierige Entscheidung treffen.

Staffel 2, Folge 19, Sternzeit 4211,8
„Der Erste Krieg“ – „A Private Little War“

Der erste KriegDie Handlung

Auf Neural sammeln Kirk, Spock und McCoy Bodenproben. Als eine mit primitiven Gewehren bewaffnete Gruppe Dorfbewohner ein paar Bergbewohnern eine Falle stellen will, lenkt Kirk sie ab. Dabei wird Spock angeschossen. Das Team beamt eilig an Bord, wo Spock erstversorgt wird. Als ein klingonisches Schiff gesichtet wird, verlässt die Enterprise sofort den Orbit.

Während Spock in vulkanischer Heiltrance versetzt auf der Krankenstation liegt, beamen Kirk und McCoy, gekleidet in der einheimischen Tracht, auf Neural. Die Enterprise unter Scottys Kommando entfernt sich anschließend wieder, um vor den Klingonen unentdeckt zu bleiben.

Kirk will herausfinden, was auf Neural geschieht und ist entschlossen die Bergbewohner aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin greift ein sogenanntes Mugato an und vergiftet Kirk mit seinem Biss. McCoy schafft ihn zu den Bergbewohnern, wo er auf Tyree trifft, der mit Kirk eng befreundet ist. Kirk hatte Neural vor 13 Jahren schon einmal besucht. Tyree weiß, wer Kirk wirklich ist, hält dessen Identität jedoch geheim. Tyrees Frau Nona rettet Kirk das Leben und heilt dessen Wunde.

Später klärt Kirk Tyree über die Waffen der Dorfleute auf. Nona fordert ihrerseits Waffen für die Bergbewohner, doch Tyree will davon nichts wissen. Auch Kirk verweist zunächst auf den Nicht-Einmischungs-Befehl der Föderation. Schließlich erklärt er sich doch bereit, Tyress Volk den Umgang mit den Waffen zu zeigen, trotz McCoys heftiger Proteste. Kirk will das Gleichgewicht der Kräfte wieder herstellen. Als Nona von den Dorfleuten getötet wird, fordert Tyree selbst stärkere Waffen von Kirk, die dieser ihm verspricht zu liefern.

Der erste KriegRezension von „Der erste Krieg“

Diese Episode spielt auf das Aufrüsten im Vietnamkrieg an. Unter anderem die USA unterstützten dabei Südvietnam mit Soldaten und Waffen, die UdSSR und China hingegen den kommunistischen Norden.
Dadurch erhält „Der erste Krieg“ einen ernsten Hintergrund.
Die Klingonen liefern Waffen an die Dorfleute, Kirk seinerseits später an die Bergbewohner. Er will dadurch ein Gleichgewicht der Kräfte erhalten.

Aber was haben die Klingonen eigentlich vor? Welchen Zweck hat es, ein primitives Volk mit Waffen auszustatten? Diese Frage wird nicht beantwortet, was mir persönlich etwas missfällt. Aus Jux und Tollerei werden die Klingonen sicherlich nicht mit Kriegsspielen dieser Art anfangen.

Nicht einmischen

So lautet der Befehl in aller Kürze. Die sogenannte Oberste Direktive untersagt die Einmischung in die Entwicklung anderer Völker, vor allem bei Spezies im Prä-Warp-Stadium. Eine Verletzung dieses Gebotes steht unter schwerer Strafe.

Kirk, der 13 Jahre zuvor schon auf Neural gewesen ist, hat Freundschaft mit dem Stammesführer Tyree geschlossen. Tyree weiß, wer Kirk wirklich ist und wo dieser herkommt. Allerdings behält er dieses Geheimnis für sich, um sein Volk nicht zu beeinflussen. An sich ist das bereits eine Verletzung der Hauptdirektive.
Da die Klingonen nun in die Entwicklung der Bewohner Neurals eingegriffen haben, findet Kirk sich in einer schwierigen Situation wieder. Eigentlich darf er sich auf keinen Fall einmischen. Schließlich trifft er eine Entscheidung. Fraglich ist, ob sein Eingriff gerechtfertigt ist, da die Klingonen bereits Einfluss auf die neuralischen Bewohner genommen haben.

Schlangen für den Garten Eden

Mit diesem Satz fordert Kirk Scotty auf, 100 Gewehre für die Bergbewohner zu liefern. Der Frieden auf Neural ist eindeutig vorbei und der erste richtige Krieg beginnt. Kirk zweifelt zum ersten Mal an seiner Entscheidung. Einerseits hätte er sich nicht einmischen dürfen. Befehl ist Befehl und die Oberste Direktive existiert nicht ohne Grund.
Andererseits will er – verständlicherweise – nicht tatenlos zusehen, wie sein Freund und dessen Stamm niedergemetzelt werden.

Kirk will ein Gleichgewicht der Kräfte erhalten. Dabei sei ein Gleichgewicht der Mächte der älteste und schmutzigste Trick im Lehrbuch, aber der einzige, der beide Seiten erhalte, sagt er dazu. Doch wo soll das enden? Letztendlich wird es auf ein langwieriges Wettrüsten hinauslaufen. Die Klingonen werden die Dorfleute mit Sicherheit mit besseren Waffen ausrüsten, sodass die Bergbewohner mithalten müssen. Einmal in Gang gesetzt lässt sich diese Kriegsmaschinerie nicht mehr aufhalten.

Das Trio ist unterwegs

Da ist er wieder. Der Umstand, der mich ärgert, tritt auch hier ein. Die Kommando-Offiziere haben das Schiff gleichzeitig verlassen und obendrein befindet sich ein weiterer Führungsoffizier unter ihnen. Wofür hat das Schiff eigentlich rund 400 Personen als Besatzung? Gehen die alle in den Korridoren spazieren oder betrachten bunte Lämpchen, während ihre Chefs eine Außenmission nach der anderen durchführen?
Bodenproben sammeln gehört zu den Aufgaben der Besatzungsmitglieder. Ein Captain hat das Kommando und „steuert“ die Vorgänge auf seinem Schiff. Die Delegierung von Aufgaben gehört dazu. Gleiches gilt für seinen Ersten Offizier. Wenngleich Spock auch die Position des Wissenschaftsoffiziers innehat, so obliegt es ihm, sein Personal  auch einzusetzen.

Und doch sieht man ständig die Chefetage auf Planeten umherwandern. Meine Meinung darüber habe ich bereits einmal dargelegt. Es ist schlichtweg haarsträubend, dass sich beide in Gefahr begeben und ihr Schiff zurücklassen.

Wissenswertes über Vulkanier

Auch hier erfährt der Zuschauer wieder ein paar Fakten über eines der beliebtesten Völker im Star Trek Universum. Verletzte oder kranke Vulkanier können sich in eine Heiltrance versetzen. Dabei wenden sie ihre Selbstheilungskräfte an, um zu genesen. Aus eigener Kraft können sie die Trance jedoch nicht verlassen. Im Allgemeinen helfen ein paar beherzte Ohrfeigen, um den vulkanischen Patienten wieder zu Bewusstsein zu bringen.
Bis auf Dr. M’Benga scheint es niemand an Bord zu wissen, weswegen Chapel zunächst völlig überrascht und etwas widerwillig auf Spocks Bitte ihn zu schlagen reagiert.

Es wirkt auf Außenstehende auch sehr befremdlich, wenn eine Pflegerin einen bettlägerigen Patienten schlägt. Insofern ist Scottys Fassungslosigkeit durchaus verständlich.

Fazit

Die Episode ohne Happy End, mit ernstem Hintergrund, fällt für mich unter die Kategorie „sehenswert“.

Fun Facts:

  • Eigentlich hieß das weiße Monstrum, welches Kirk anfällt, Gumato. DeForest Kelley verhaspelte sich jedoch ständig, sodass der Gumato schließlich in Mugato umbenannt wurde.
  • Der Roman „Gebranntes Kind“ von Peter David nimmt unter anderem Bezug auf die Folge „Der erste Krieg“. Die Dorfleute löschen die Bergbewohner aus. Am Ende bringen sie sich gegenseitig um.
  • Walter Koenig hatte Bedenken zu „Der erste Krieg“ geäußert, da sie seiner Meinung nach von einer liberalen politischen Position abweicht.

Der deutsche Titel

„Der erste Krieg“ halte ich für einen treffenden Titel. Sicherlich wird es bereits das eine oder andere Scharmützel auf Neural gegeben haben. Eine Auseinandersetzung, wie sich durch die Waffenlieferungen von außen anbahnt, ist jedoch neu.

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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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