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In Taloa kommt er zur Konfrontation zwischen Maya und Wilson Fisk.

Die besten Minuten der Serie

Als Maya als kleines Kind eines Tages von einem Eisverkäufer, der sie nicht verstehen kann, abgewiesen wird, beobachtet Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) dies. Er schlägt den Verkäufer daraufhin brutal zusammen. Maya kriegt das mit und beteiligt sich an der einseitigen Schlägerei, womit sie vom Kingpin auf einen Pfad der Abhängigkeit und Gewalt geführt wird.

In der Gegenwart kommt es zur Aussprache zwischen den beiden. Er lädt sie (Alaqua Cox)  ein, mit ihm zurück nach New York zu fliegen, um an seiner Seite zu herrschen. Er lässt ihr Zeit, sich zu entscheiden. Nachdem er weg ist, besucht sie ihren Onkel Henry (Chaske Spencer) und kriegt auf ein Mal eine Vision, die sie lähmt. In der Not bringt er sie zu ihrer Großmutter (Tantoo Cardinal), mit der Maya vor langem gebrochen hat.

Vergleicht man „Taloa“ mit den vorherigen Echo-Episoden, dann hat diese Folge die besten 15 Minuten der bisherigen Serie. Was auch daran liegt, dass sie mit den bisherigen Konventionen der Reihe bricht. Der Prolog ist zwar wieder ein Rückblick. Aber dieses Mal nicht in die Historie der Chokwa, sondern in die Kindheit von Maya Lopez selbst. Und dieses Mal gibt es keine mystischen Fähigkeiten, die eingesetzt werden.

Ein toxisches Abhängigkeitsverhältnis

Die Rückblende in die Vergangenheit der Titelfigur ist vor allem deshalb interessant, weil sie das Verhältnis zwischen ihr und dem Kingpin beleuchtet. Es wird deutlich gemacht, dass er sie von Kindheitsbeinen an unter die Fittiche genommen hat. Und wollte er ursprünglich nicht, dass sie seine gewalttätige Seite mitkriegt, änderte er, als er miterlebt, wie sie den am Boden liegenden Eisverkäufer tritt, seine Meinung. Er beschließt, diese gewalttätige Seite in ihr zu bestärken. Außerdem wird gezeigt, wie er sie auch manipuliert. Er versucht sie an sich zu binden, ihr zu weiszumachen, dass er der Einzige, dem sie vertrauen kann. Und lässt deshalb kurzerhand die Gebärdensprachendolmetscherin, die für ihn übersetzt hat, umbringen. Was die Bindung von Maya an ihn noch verstärkt.

Die eigentliche Handlung von Taloa fängt dann mit der lang ersehnten Begegnung zwischen dem wieder erwachten Kingpin und Maya an. Und hier zeigt sich einmal mehr, was für ein grandioser Schauspieler Vincent D’Onofrio ist. Scheinbar problemlos präsentiert einen Wilson Fisk, der seinen ganzen Charme ausspielt, der versucht, Mayas Vertrauen wieder für sich zurückzugewinnen. Der die Bindung zwischen den beiden erneut verstärken will.

Was man auch daran merkt, dass er ihr Kontaktlinsen gibt, die das, was er sagt in Gebärdensprachen übersetzt und umgekehrt ihre Sprache für ihn in gesprochene Worte. Das anschließende gemeinsame Essen ist von einer enormen Spannung und Misstrauen seitens Maya geprägt. Sie hat nicht vergessen, was er getan hat und traut dem Braten nicht. Doch er bemüht sich nach Leibeskräften, sie wieder für sich zu gewinnen, in dem er unter anderem Kekse schenkt, die sie früher mochte.

Störende Mystik

Doch nach dem er sich vorerst verabschiedet hat, baut Taloa ab. Weil dann wird wieder der mystische Plot der letzten Folgen eingeführt. Und auch, wenn man endlich erfährt, was diesen ausmacht, kann er einfach nicht überzeugen. Da er, um ehrlich zu sein, wie ein Fremdkörper wirkt. Die Serie möchte sich als eine in der Realität basierende präsentieren. Als Street Level Abenteuer, wie es bei Daredevil der Fall ist. Da stört diese Mystik.

Auch die Konfrontation zwischen Maya und ihrer Großmutter kann nicht überzeugen. Es kommt hier zwar einiges zur Sprache. Aber nachdem die beiden drei Folgen lang umeinander herum getänzelt haben, vieles nur angedeutet wurde, fällt die Aussprache enttäuschend aus. Es wird zwar erklärt, was es mit den Kräften auf sich hat und dass diese wohl in der Familie von Frau zu Frau vererbt wird. Doch das persönliche zwischen den beiden Frauen wird nur am Rande behandelt.

Ein überzeugendes Finale

Immerhin kann das Finale wieder überzeugen. Wo Maya erneut den Kingpin konfrontiert, auch hier einiges zur Sprache kommt und sie danach einfach ihren komplett eigenen Weg geht. Sie lässt Familie und Wilson Fisk hinter sich, was diesem so überhaupt nicht gefällt.

Die Reaktion sorgt dafür, dass man darauf gespannt ist, was in der letzten Folge passiert. Denn so wie der Kingpin charakterisiert worden ist, wird es ihm garantiert nicht gefallen, sein wichtigstes Werkzeug erneut zu verlieren.

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Götz Piesbergen

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