Kurz vor der Ende der Serie kommt noch mal Wesley Crusher vorbei.

Am Ende der Reise – Journey’s End
Staffel 7 – Episode 20

Buch: Ronald D. Moore
Regie: Corey Allen

Inhalt

Die Enterprise bekommt den Befehl indigene Kolonisten vom Planeten Dorvan V zu evakuieren, der sich in der entmilitarisierten Zone an der cardassianischen Grenze befindet. Die Indianer sehen jedoch nicht ein warum sie ihre Heimat verlassen sollten. Derweil bekommt die Enterprise Besuch von Wesley Crusher (Wil Wheaton), dessen Schicksal mit dem der Siedler verbunden zu sein scheint…

Rezension

Am Ende der Reise wird Wesley Crushers Handlungsbogen kurz vor Ende der Serie zu Ende erzählt, gleichzeitig werden neue Entwicklungen angestoßen, welche in der Nachfolgeserie Deep Space Nine weiterverfolgt werden.

Kommen wir zunächst zu Wesley: Wohl ausgelöst durch seine Erlebnisse in der Episode Das missglückte Manöver hat er eine recht starke charakterliche Veränderung durchgemacht. Wurde er bislang als strebsamer, hochmotivierter Kadett dargestellt hat er sich hier in einen desinteressierten, leicht bockigen Teenager verwandelt, der sich für nichts mehr interessiert und sich auch mal mit Autoritätspersonen anlegt. Er ist unzufrieden mit seinem gegenwärtigen Leben und entscheidet sich am Ende dieser Folge für ein neues Leben bei den Indianern. Diese Entwicklung des Charakters kommt recht überraschend, stellt sie doch eine ziemliche Antithese zu dem Weg dar, welchen er im Verlauf der Serie bisher beschritten hat. Wohl niemand hätte jemals damit gerechnet, dass sich das ehemalige Wunderkind schließlich auf eine spirituelle Reise begeben würde, die ihm auf eine höhere Bewusstseinsebene führt. Es ist auch ungewöhnlich, dass sich „Star Trek“ eines solch esoterisch angehauchten Themas annimmt. In diesem Zusammenhang muss leider auch die recht klischeehafte Zeichnung der indianischen Kultur erwähnt werden, die nicht gerade zu den gelungendsten Elementen der Folge gehört. Natürlich ist es positiv, dass die Indianer hier als stolzes Volk porträtiert werden, die sich weder von der Föderation noch von den Cardassianern herumschubsen lässt. Aber es mutet schon recht fragwürdig an, dass der Häuptling des Stammes Captain Picard persönlich für ein Verbrechen in Haftung nimmt, welches einer seiner Vorfahren vor hunderten von Jahren begannen hat. Picard auf solch fast schon perfide Weise unter Druck zu setzen ist nicht gerade ein Zeichen von Weisheit.

Hiermit kommen wir zum zweiten Handlungsstrang der Folge, den Streit mit den Cardassianern um den Planeten. Hier wird bereits der Samen für die Entstehung der Marquis gelegt, jener Widerstandsgruppe, welche sich aus Kolonisten zusammensetzt, die gegen ihren Willen von ihren Planeten vertrieben werden sollen, da diese sich in der entmilitarisierten Zone befinden. Hier wird erstmals ein bemerkenswert schlechtes Licht auf die Föderation geworfen, die sich um des Friedens mit der Cardassianern willen über die Bedürfnisse der Kolonisten hinwegsetzt. Die Indianer sind somit auch die eindeutigen Sympathieträger der Episode. Als Zuschauer kann man ihren Wunsch auf Dorvan V zu bleiben absolut nachvollziehen. Die Geschichte um die renitenten Kolonisten wird in Deep Space Nine und später auch in Voyager fortgeführt.

Nicht zuletzt hat auch der Reisende hier seinen finalen Auftritt im Franchise. Er ist es, der von Anfang an hinter Wesleys Entwicklung steht und sich nun als sein Führer auf seinen künftigen Lebensweg anbietet. Leider erfahren wir nicht mehr was genau denn nun aus Wesley wird, denn auch er wird in Zukunft keinen Auftritt mehr im Star Trek Franchise bekommen. Schade eigentlich, denn so verläuft Wesleys Arc irgendwie ins Leere. Aber da diese Figur sowieso schon immer zu den unbeliebtesten der Serie gehörte, werden die meisten Fans dies wohl verschmerzen.

Hinweis: Wir benutzen in diesem Artikel das Wort Indianer, welches von manchen Menschen als problematisch angesehen wird. Wir haben uns dabei an echten, amerikanischen Ureinwohnern orientiert, wie dem American Indian Movement – diese haben kein Problem mit dem Wort Indianer, allerdings mit der klischeehaften Darstellung in den Medien.

 

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Sven Wedekin
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