Mit dieser Episode wird etwas über den Haufen geworfen, was man zuvor als gesichert glaubte.
Prominente Gäste
Der Ghul (Walton Goggins) steckt fest. Durchbohrt von einer spitzen Säule kann er sich nicht befreien und kämpft wiederholt gegen Anfälle, die ihn drohen, komplett wild werden zu lassen. Dabei erinnert er sich an früher. Als er, damals noch als Cooper Howard, seine Ehefrau Barb (Frances Turner) mit seinem Wissen über ihre Taten konfrontierte. Doch die stellt diese in einem anderen Licht dar.
Derweil erwacht Lucy (Ella Purnell) in dem Vault-Tec-Gebäude. Sie wird von den ferngesteuerten Menschen zu ihrem Vater (Kyle MacLachlan) gebracht, der sie auf seiner Seite haben möchte. Doch ist das alles andere als leicht. Und zurück in ihrem Vault bricht ein offener Machtkampf zwischen der aktuellen Aufseherin Betty (Leslie Uggams) und Reg (Rodrigo Luzzi) aus.
Wenn es ein Markenzeichen dieser zweiten Fallout-Staffel ist, dann ist es die Tatsache, dass sie sehr berühmte Schauspieler in kleinen Gastrollen platzieren. So hatte man in Die Verderbte Macaulay Culkin als Legat Lacerta oder in Der Dämon im Schnee Brian Thompson als einer der Ältesten der Bruderschaft. Während in dieser Folge, in Der andere Spieler, Ron Perlman und Michael Emerson ihre Aufwartung machen. Ob aus diesen Auftritten noch mehr wird?
Mehr Lore!
In jedem Fall wird in Der andere Spieler die Lore von Fallout weiter ausgebaut. Die Enthüllung, wer in Wahrheit hinter den Atomschlägen steckt, dürfte zwar für Videospielfans nicht so überraschend sein. Aber für Leute, die nur die Fernsehserie kennen, dürfte es dann doch eine Entwicklung sein, die man nicht hat kommen sehen.
In jedem Fall führt das dazu, dass die Beziehung zwischen Cooper und Barb eine neue Entwicklungsstufe erreicht. Dass er ihrer Beteuerung, dass sie all dies für ihre Familie getan hat, nicht so wirklich Glauben schenken mag, kommt nicht überraschend. Schließlich kennt er nur ihre Taten. Dass sie auch anders agiert hat, dass sie sogar versucht hat, wichtige Informationen zu kriegen, das weiß er nicht. Ebenso wenig, dass sie bei ihrer Aktion indirekt bedroht wurde.
Diese Folge zeichnet sich auch wieder durch den so typischen schwarzen Fallout-Humor aus. Wenn man hört, wie jemand davon schwadroniert, dass die Straßen intakt sein müssen, damit die zahlenden Kunden fahren können, weiß man jedoch nicht, ob man lachen oder würgen soll. Es ist natürlich bewusst überspitzt dargestellt worden, aber trotzdem wird einem bei dieser Szene unwohl.
Wie reagieren?
Was auch für die Szenen im HQ von VaultTec gilt. Hier weiß man ebenfalls nicht, was man verspüren soll. Hier kommt außerdem noch ein gewisser Grusel hinzu, wenn man sieht, wie die von den Chips kontrollierten Leute agieren. Das Verhalten erinnert auf fatale Art und Weise an das, der Vaultbewohner. Nur dass diese ohne Chips sich so merkwürdig verhalten.
In jedem Fall zeigen diese Szenen, wie sehr Lucys Vater von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt ist. Gleichzeitig irritiert auch diese Selbstsicherheit, die er ständig zu Tage legt. Selbst dann, als Lucy ihn mit einer Schere bedroht, bleibt er ruhig und freundlich. Er scheint nicht zu glauben, dass seine Tochter ihn wirklich umbringen würde. Vielmehr ist er der Auffassung, dass er sie auf seine Seite bringen kann.
Und Lucy beobachtet das Geschehen mit wachsender Abscheu und Ungläubigkeit. Im Prinzip sieht sie zum ersten Mal das wirkliche Wesen ihres Vaters. Und es bestärkt sie ja im Grunde, alles daran zu setzen, ihn zurück ins Vault zu bringen, damit über ihn geurteilt werden kann. Doch ob dies wirklich so passieren wird? Wie man ihn kennt, hat er garantiert ein Ass im Ärmel.
Wasser wird getreten
Die Ereignisse im Vault selbst wirken dabei ein wenig wie Wasser treten. Dass Reg sich am Ende ein wenig gegen Betty auflehnt, wirkt wie ein Versuch, die Kontrolle von ihr zu erlangen. Er tritt wie ein Populist auf, ohne das Charisma eines solchen zu haben.
Interessanter ist hingegen die Enthüllung, das Woody vermisst wird. Er dürfte nicht einfach so verschwunden sein. Vielmehr dürfte da mehr hinterstecken. GGF. dürfte Steph da ihre Hände mit im Spiel haben. Und die angekündigte Hochzeit mit Chet eine Ablenkung sein, damit die anderen der Sache nicht nachgehen.
Doch der schwächste Plot ist ausgerechnet das, was mit dem Ghul passiert. Irgendwie hatte man sich mehr erhofft. Der Anfang, wo er immer wieder Anfälle von Wildheit hat, sind großartig. Sobald er jedoch bei dem Supermutanten ist, ist das Geschehen langweilig und die Wunderheilung unglaubwürdig. Das kann die Serie besser.
Weshalb am Ende diese Folge auch so verhältnismäßig enttäuschend ausfällt.
Info
Drehbuch: Dave Hill
Regie: Lisa Joy
Showrunner: Graham Wagner, Geneva Robertson-Dworet
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