Derweil auf dem Mond nach Eis gesucht wird, herrscht auf der Erde nicht unbedingt Eitel Sonnenschein.
Auf zum Mond
Apollo 15 landet auf dem Mond, allerdings nicht an der ursprünglich vorgesehenen Stelle, sondern nahe des Shackleton Kraters. Denn dort, so vermuten die Wissenschaftler, sind die Chance besonders groß, Eis zu finden. Was natürlich für die künftige Mondbasis gebraucht wird. Und so machen sich am zweiten Tag Molly Cobb (Sonya Walger) und Ed Baldwin (Joel Kinnaman) auf den Weg, das Gewünschte zu suchen.
Auf der Erde wird dabei jeder Schritt überwacht. Nicht nur von der NASA-Mannschaft, sondern auch von den Astronauten-Frauen und dem Ehemann Mollys (Lenny Jacobson). Der später insgeheim Karen Baldwin (Shantel VanSanten) von seinen Ängsten um seine Ehefrau berichtet. Woraufhin Karen ihm nach einigem Zögern ebenfalls von ihren Sorgen und Nöten berichtet. Gleichzeitig kommt es zu einer Konfrontation zwischen Danielle Poole (Krys Marshall) und Gordo Stevens (Michael Dorman), die beide eigentlich später zusammen arbeiten sollen.
Vergleicht man In den Abgrund mit den vorherigen Episoden, fällt auf, dass diese Folge nicht so viele Plots hat. Im Prinzip sind es hier nur zwei, bzw. drei, wenn man die Szene zwischen den Pooles und Gordo Stevens berücksichtigt. Hauptsächlich wird sich diese Folge vor allem auf die Mondmission und die Auswirkungen auf die Erde fokussiert.
Ein interessanter Kontrast
Dabei ist im Vergleich der Plot um Wayne Cobb und Karen Baldwin der deutlich Interessantere. Man konnte die vorherigen Folgen schon beobachten, dass der Ehemann von Molly sich in der eingeschworenen Gemeinschaft der Astronauten-Ehefrauen nur schwer zurechtfand. Was eben daran lag, dass er ein Mann war, in einer Institution, die ursprünglich für Frauen gedacht war.
Gleichzeitig konnte man auch merken, dass zwischen ihm und Karen Baldwin eine gewisse Verbindung sich aufbaute. Jetzt keine romantische. Sondern vielmehr eine, bei der zwei extrem unterschiedliche Leute merkten, dass sie Gemeinsamkeiten haben und sich hier eine Freundschaft aufbaute. Und das wird in dieser Folge noch verstärkt.
Es ist ein interessanter Kontrast, der hier aufgebaut wird. Hier der eher künstlerische Wayne, der schon mal Marihuana raucht und künstlerisch tätig ist. Dort die sehr kontrollierte Karen Baldwin, die in dem Reich der Astronauten-Frauen das Sagen hat und sich keine offenkundigen Gefühle erlaubt, sondern diese runterschluckt und sogar, wie man in einer Szene sieht, verleugnet. Am Ende helfen beide sich gegenseitig. Er hilft ihr, sich zu öffnen und sie, sich seinen Ängsten zu stellen. Was eine großartige und schöne Charakterentwicklung ist.
Es entstehen Fragezeichen
Die Szene zwischen den Pooles und Gordo Stevens hinterlässt derweil beim Zuschauer Fragezeichen. Jetzt weniger in dem Sinne, dass die Handlung per se unsinnig erscheint. Sondern vielmehr, weil man absolut nicht verstehen kann, was Gordo Stevens mit seiner Provokation wollte. Will er so erreichen, das Danielle Poole doch nicht mit ihm ins All fliegt? Dass sie aus dem Programm angewidert aussteigt? Oder ging es um was anderes? Am Ende der Szene wirkt er nicht sonderlich glücklich.
Diese merkwürdigen Aktionen sorgen dafür, dass man umso gespannter darauf ist, was hier als Nächstes geschehen wird. Es wird also Interesse an den kommenden Folgen geweckt. Was definitiv die richtige Entscheidung ist.
Die Ereignisse auf dem Mond zeigen, wie zögerlich die Apollo 15-Crew sich zu Recht ruckelt. Es gibt immer noch kleine Reibereien, doch merkt man im Laufe der Episode immer mehr, wie Mary Coob und Ed Baldwin immer mehr und mehr zusammenarbeiten und sich wunderbar ergänzen. Wie sie gemeinsam schließlich zum Krater aufbrechen und eine Methode finden, wie sie ihn trotz eigentlich fehlenden Equipments erforschen können, das ist schon großartig.
Das wirkt nicht glaubwürdig
Wenn da nicht zwei Elemente wären, die den Gesamteindruck runterziehen. Der eine ist ein Schnitzer, der im Laufe der Folge wiederholt wird. Denn auf dem Mond selber wird alles realistisch dargestellt. Doch sobald sie in der Kapsel sind, wirkt es so, als ob sie hier mit normaler Gravitation arbeiten und nicht mit einem 16tel. Das stört doch sehr.
Ebenso wie das unnötige und unglaubwürdige Spiel mit dem Sauerstoffvorrat, der selbstverständlich in dem Moment zur Neige geht, wo Molly kurz vor der Entdeckung des Eis ist. Und trotz der Tatsache, dass der Sauerstoff angeblich nicht ausreicht, damit alle beiden sicher zurück zur Raumfähre kommen, schaffen sie es natürlich. Sie sind ein wenig außer Atem, doch hat man nicht das Gefühl, dass dies auf Grund von Sauerstoffmangels der Fall ist.
Es sind diese beiden Schnitzer, die aus einer eigentlich super Folge „nur“ eine gute machen.
Info
Regie: Sergio Mimica-Gezzan
Drehbuch: David Weddle & Bradley Thompson
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