Paul Atreides führt die Fremen in den Kampf gegen die Harkonnen und den Imperator.
Handlung
Während die Spice-Produktion auf Arrakis aufgrund von Fremenangriffen stagniert und Rabban sich als inkompetent erweist, widmet sich Baron Wladimir Harkonnen seinem jüngeren Neffen Feyd-Rautha. Obwohl dieser jüngst einen Anschlag auf seinen Onkel verübt hat, soll er weiterhin dessen Nachfolger werden.
Unterdessen lernt Paul Muad’Dib auf dem Wüstenplaneten, wie man einen Sandwurm reitet. Kurz darauf entdecken er und der Fremenanführer Stilgar einen illegalen Spice-Abbau durch Schmuggler. Es kommt zu einem Kampf, den jedoch beide Seiten unterbrechen, als Paul Atreides unter den Schmugglern Gurney Halleck erkennt und dieser wiederum den totgeglaubten Sohn seines Herzogs. Unter Gurneys Leuten befinden sich jedoch Sardaukar-Spione des Imperators, die schnell einen neuen Kampf entfachen. Muad’Dib lässt zwei am Leben, sodass sie später entkommen und den Imperator berichten können, was auf diesen zukommt.
Paul will schon bald gegen die Harkonnen losschlagen, doch vorher muss er noch für Einigkeit unter den Fremen sorgen. Diese erwarten, dass er Stilgar zum tödlichen Kampf herausfordert, weil es die Tradition so verlangt. Doch er weigert sich, einen Freund zu töten, den er zudem in der bevorstehenden Schlacht braucht. Um dennoch der Kwisatz Haderach zu werden, trinkt er vom giftigen Wasser des Lebens und überlebt dies als erster Mann.
Die Harkonnen erhalten zwischenzeitlich Unterstützung von Imperator Shaddam IV., der samt seinem Hofstaat auf Dune eintrifft, ebenso wie Wladimir und Feyd-Rautha Harkonnen. Die Schlacht beginnt in einem Sandsturm, der den Fremen einen Vorteil verschafft. Sie können einen Großteil der imperialen Armada am Boden zerstören, sprengen den Schildwall um die Hauptstadt Arrakeen mit Nuklearwaffen und lassen die Sandwürmer den Rest erledigen. Der Sieg erhält jedoch einen bitteren Nachgeschmack, da gleichzeitig ein Trupp Sardaukar den südlichen Sietch überfallen hat, in dem Pauls Sohn Leto II. versteckt war. Dieser wurde getötet, während Pauls Schwester Alia gefangen genommen wurde.
Alia kann sich jedoch selbst helfen und tötet ihren Großvater Wladimir Harkonnen. Wenig später trifft sich ihr Bruder mit dem Imperator und dessen Gefolge. Der ehemalige Atreides-Mentat Thufir Hawat, der zum Dienst im Hause Harkonnen gezwungen wurde, weigert sich, den Sohn seines einstigen Herzogs zu töten und wählt lieber den eigenen Tod. Feyd-Rautha fordert daraufhin Paul zum Duell heraus, welches er verliert. Der Imperator denkt jedoch immer noch nicht daran, einzulenken. Erst als Muad’Dib der Raumfahrergilde droht, dass er das gesamte Spice des Planeten vergiften will, muss Shaddam IV. seine Niederlage eingestehen.
Als Erbe des Hauses Atreides fordert Paul, Shaddams Tochter Irulan zu ehelichen, womit er gleichzeitig Anspruch auf den imperialen Thron erhebt. Seine Geliebte Chani ist davon zwar wenig begeistert, doch Pauls Mutter Jessica versichert ihr, dass dies nur eine politische Entscheidung sei. Chani sei weiterhin seine einzig wahre Frau.
Rezension von Dune: Die Graphic Novel – 3 – Der Prophet
Gegenüber dem Roman ist die Handlung im Comic zwar gestrafft, aber da sie sich über drei dicke Bände erstreckt, ist sie immer noch ausführlicher als in den meisten Verfilmungen. So hat es der Anschlag von Feyd-Rautha auf seinen Onkel in Band 3 geschafft. Dieser schlägt fehl und obwohl Thufir Hawat den Neffen des Barons angeleitet hat, darf dieser weiterleben, weil Wladimir Harkonnen keinen guten Mentat verschwenden will. Bestraft werden dafür sämtliche involvierte Wachen und auch Feyd-Rauthas gesamter Harem, den er auf Anordnung seines Onkels selbst töten muss. Dies verdeutlicht einmal mehr, wie brutal und menschenverachtend die Harkonnen sind.
Paul Muad’Dib bemüht sich derweil, Konflikte innerhalb der Fremen zu vermeiden, und ändert die Traditionen, sodass er seinen Freund Stilgar nicht zum Kampf um die Führerschaft herausfordern muss. Ohnehin plant er, demnächst von Arrakeen aus über ein ganzes Imperium zu herrschen, sodass er gar nicht die Kapazität hat, gleichzeitig die Fremen anzuführen. Außerdem braucht er für die bevorstehende Schlacht jeden Kämpfer und möchte schlussendlich auch keinen Freund aufgrund überholter Traditionen töten. Er musste schon einmal einen Fremen im Zweikampf töten und kümmert sich seither um dessen Witwe Harah.
Diese lebt, zusammen mit Pauls Mutter Jessica und Alia in einem weit südlich gelegenen Sietch. Muad‘Dibs Schwester ist aufgrund ihres schnellen Wachstums und ihrer besonderen Fähigkeiten bei den Fremen als Hexe verschrien. Grund für ihre Andersartigkeit ist das Wasser des Lebens, welches Jessica während der Schwangerschaft getrunken hat, um die neue Ehrwürdige Mutter des Stammes zu werden. Die Abneigung der Fremen gegen Alia sowie die meisten anderen Charaktergeflechte fehlen aufgrund ihrer komplexen Struktur in den Verfilmungen.
Gleiches gilt für den Sardaukar-Überfall auf den Sietch, bei dem Pauls Sohn Leto II. samt Harah ermordet wird. In den Kinofilmen hat Paul keinen Nachwuchs. Nur der von der Ausstattung her lausige TV-Mehrteiler hält sich in dem Punkt nah an der Romanvorlage. Inhaltlich ist die Miniserie daher fast schon die beste Verfilmung, wären da nicht die schlecht gecasteten Darsteller, die albernen Kostüme und die grauenvollen Spezialeffekte.
Was wiederum in allen Verfilmungen gezeigt wird, ist das Ritual, bei dem Paul Atreides das Wasser des Lebens trinkt. Im Comic ist es jedoch kein Ritual, sondern ein Selbstversuch, den seine Getreuen erst bemerken, als er bereits bewusstlos daniederliegt. Die Bedeutung dieser Prüfung wird dadurch etwas geschmälert, was die Änderungen fürs Kino nachvollziehbar erscheinen lässt.
Das Finale steht wiederum fest. Der Imperator kümmert sich persönlich um das Fremenproblem auf Arrakis, welches die Spice-Produktion fast zum Erliegen bringt. Paul Muad’Dib führt die Fremen in den Kampf, seine Schwester erledigt Baron Harkonnen und der Kwisatz Haderach besiegt dessen Neffen Feyd-Rautha im Duell. Gurney Halleck wird dabei um seine Rache an den Harkonnen gebracht. In der Neuverfilmung Dune: Part 2 (2024) darf er wenigstens die Bestie Rabban töten, der seine Schwester vergewaltigt und ermordet hat. In der Erstverfilmung lässt ihn der Imperator hinrichten und im Comic stirbt Rabban im Schlachtgetümmel.
Im Finale stirbt weiterhin Thufir Hawat, der sich weigert, Paul anzugreifen. Ferner kommen am Rande die Bene Gesserit Mohiam sowie Hasimir Fenring vor. Der Comic hält sich bei alledem am nächsten an den Roman. Vor allem was Chanis Reaktion auf Pauls Ehe mit Irulan angeht. David Lynchs Dune (1984) geht darauf überhaupt nicht ein und in Denis Villeneuves Remake verlässt Chani ihren Geliebten daraufhin. Zeichnungen sind manchmal besser als bewegte Bilder.
Hoher Detailgrad, geringe Farbpalette
Am Zeichenstil gibt es nicht viel auszusetzen. Der Detailgrad ist hoch, die Charaktere haben Wiedererkennungswert und der Faltenwurf der Kleidung ist hervorragend. Einzig die Hände sind zuweilen problematisch, da die Finger oft eckig sind und manchmal verkrampft erscheinen. Die Fahrzeuge sind ebenfalls etwas schlicht geraten und wirken meist wenig funktional. Dafür sind die Landschaften gelungen.
Die Farbpalette ist zwar durchaus stimmungsvoll, allerdings stark eingeschränkt. Auf Giedi Prime dominieren Rottöne, auf Arrakis sandige Gelb- und Brauntöne, und in dunklen Höhlen bzw. nachts Blautöne. Leuchteffekte sind rar und Glanzeffekte gibt es keine. Das Ergebnis ist okay, könnte aber besser sein. Farblich einwandfrei und äußerst ansprechend ist dagegen die Covergestaltung, die in Rot- und Violetttönen gehalten ist.
Fazit: Gelungenes Finale
Der dritte Band schließt die Adaption des ersten Romans von Frank Herbert ab. Das Mitwirken von Frank Herberts Sohn Brian sorgt dafür, dass die Comics nah an der Romanvorlage bleiben. Grafisch ist das Ganze angemessen umgesetzt und definitiv um Längen besser als die Comic-Prequels Haus Atreides, Haus Harkonnen und Haus Corrino. Es lohnt sich dennoch, diese vorab zu lesen, um die komplexe Vorgeschichte zu verstehen.
Info
Autoren: Brian Herbert & Kevin J. Anderson
Zeichnungen: Raúl Allén & Patricia Martin
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story10/10
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Zeichenstil8/10
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Kolorierung6/10
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