Gaals Wiedererwachen führt zu einer Episode, die insgesamt betrachtet, sehr rau ausfällt.
Wenn man trotz erfüllter Erwartungen enttäuscht ist
In der Vergangenheit musste Gaal (Lou Llobell) mit erleben, wie ihr früher Lehrer dafür umgebracht wird, dass er Bücher aus einer verdammten Universität geholt hat. Desillusioniert mit der Kirche des Sehers beginnt sie sich selber Mathematik beizubringen, was sie dann auf den Pfad führt, wo sie sich in der Gegenwart befindet: erwachend an Bord eines Raumschiffs. Schnell muss sie feststellen, dass sie die Einzige an Bord ist und sie nicht vollen Zugriff auf den Computer hat.
Auf Terminus eskaliert derweil die Situation. Zwar erreicht das imperiale Kriegsschiff Aegis die Welt. Doch ist all dies Teil eines perfiden Plans, den die Anacreoner ausgeheckt haben.
Das Wiederauftauchen von Gaal am Ende von Barbaren vor den Toren war vielversprechend. Es versprach Hoffnung, dass die Serie sich wieder mehr auf die Figuren fokussieren würde, die in den ersten beiden Episoden eingeführt wurden. Diesem Gefühl wird in Erwachen zwar entsprochen. Aber so wirklich zufrieden ist man am Ende ironischerweise dann doch nicht.
Es fühlt sich rau an
Das Problem ist, dass sich diese Episode sehr rau an den Kanten anfühlt. So also ob der letzte Feinschliff noch gefehlt hat. Sie hat zwar viele vielversprechende Elemente. Doch am Ende hat man das Gefühl, dass hier noch das gewisse Etwas gefehlt hat.
Aber der Reihe nach: Gaals Auftritt hat zur Folge, dass dies seit Anbeginn der Serie das erste Mal ist, dass die Cleons nicht auftreten. Der Grund dafür ist einleuchtend: Durch den so gewonnen Handlungsraum kann Erwachen sich überwiegend auf Gaal selbst fokussieren. Und so sieht man, wie sie mit dem oppressiven Glauben ihrer Heimatwelt bricht. Und dann später nach und nach das Raumschiff besser kennenlernt und es beginnt auszutricksen.
Die Rückblenden in ihr früheres Leben zeigen, wie sie in ihrer Familie zur Außenseiterin wird, weil sie an dem mathematischen Wettbewerb teilgenommen hat, der sie zu Hari Seldon geführt hat. Im Grunde wird hier das noch mal vertieft, was man bereits bei den früheren Auftritten der Figur und ihres früheren Glaubens gesehen hat. Dass Letzterer im Prinzip jedwede Form von Wissen unterdrückt hat, wusste man ja bereits. Aber wie weit die Anhänger dieses Kults gingen, ist schon bedrückend.
Gut aber nicht überragend
Die Zeit an Bord der Raven, dem Raumschiff, das sie gerettet hat, dient dann dazu, die narrativen Lücken zu schließen. Man erfährt, was nach der Ermordung von Hari Seldon geschehen ist, was mit ihrem Geliebten, dem Mörder von Seldon, passiert ist und dass sie ebenfalls beschuldigt wird, den Mathematiker umgebracht zu haben. Was natürlich alles harter Tobak ist.
Doch dann baut dieser Plot ab. Das Problem ist, dass Lou Llobell zwar eine gute Schauspielerin ist. Aber – noch – keine überragende. Und diese Handlung verlangt von ihr, dass sie überwiegend alleine und vor einem Blue Screen oder einer leeren Kulisse agieren musste. Und man merkt einfach, dass ihr das nicht liegt. Sie wirkt in diesen Szenen wie gehemmt, nicht so überzeugend, wie wenn sie mit anderen interagieren kann.
Die Ereignisse auf Terminus können vor allem dank der Enthüllung des Plans der Anacreoner begeistern. Es ist schon interessant zu sehen, wie quasi all das, was vorher geschehen ist, anscheinend vorgesehen und berücksichtigt wurde. Dieser Plot entwickelt sogar im Laufe der Folge einiges an Dramatik.
Wie bei Star Wars
Allerdings stört, dass die Anacreoner zu Beginn ihres Großangriffs allem Anschein unter dem Sturmtruppler-Syndrom leiden. Es sind jede Menge und all ihre Schüsse gehen daneben oder treffen nur eine einzige Person. Und das noch nicht mal tödlich. Das stört. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich das dann später im Laufe der Folge besser entwickelt.
Dennoch ist dies am Ende die bislang schwächste Folge der Serie. Hoffentlich wird es mit der nächsten qualitativ wieder bergauf gehen.
Informationen
Regie: Alex Graves
Drehbuch: Leigh Dana Jackson
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