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Auf Onyx werden Wahrheiten und Lügen ausgesprochen.

Ein gelungener Antagonist

Nachdem sie Aleria verlassen haben, landen John-117 (Pablo Schreiber), Halsey (Natascha McElhone), Soren (Bokeem Woodbine), Kwan Ha (Yerin Ha) und Laera (Fiona O’Shaughnessy) auf dem Planeten Onyx, wo sich das geheime Hauptquartier des ONI befindet. Die Gruppe teilt sich auf: Der Master Chief dringt in das HQ ein, wo er Kai (Kate Kennedy) konfrontiert. Der Rest sucht sich seinen eigenen Weg, spaltet sich allerdings weiter auf.

Derweil unterläuft Talia Perez (Cristina Rodlo) das Spartan-III Ausbildungsprogramm. Sie ist Teil einer Einheit, die in einer Simulation versucht, ein Schiff der Allianz zu erobern. Doch entdeckt sie einen Fehler in der Darstellung. Parallel dazu verheimlicht Makee (Charlie Murphy) einem Abgesandten der Allianz wichtige Infos, während Cortona (Christina Bennington) schon bald an mehreren Orten gleichzeitig ist.

Badass!

Man hatte ja schon zuvor ausreichend Grund, Ackerson nicht zu mögen. Doch nachdem man Onyx zu Ende geguckt hat, wird man zu dem Schluss kommen, dass hier der Halo-Reihe wirklich ein großartiger Antagonist gelungen ist. Man erlebt hier jemanden, der immer wieder versucht, sich im rechten Licht darzustellen, der selbst dann probiert, sich aus einer unangenehmen Lage herauszuwinden, wenn er mit der Wahrheit konfrontiert wird. Oder der versucht, hässlichen Sachen, wie den potentiellen Tod der Auszubildenden Kais, heroisch zu erklären.

Die Szenen, in denen der ONI-Chef auftritt, sind daher definitiv die Highlights der Folge, die es auch so nahezu schafft, Aleria wieder wett zu machen. Sie scheitert damit zwar kurz vorm Ziel, aber es ist trotzdem eine enorme Steigerung.

Im Prinzip funktioniert Onyx immer dann am besten, wenn sie den ganzen anderen Cast ignoriert und sich nur auf John-117, Cortona und Kai-125 fokussiert. Denn diese drei Charaktere haben jede Menge starke Szenen, in denen sie glänzen können und in denen klar wird, was genau sie ausmacht. Die restlichen Figuren stören da nur.

So ist es lange her, dass man den Master Chief wirklich als Badass agieren sah. Aber wie er, ohne Rüstung wohlgemerkt, die einfachen Soldaten ausschaltet, ohne dass er sie tötet, das hat was. Dabei merkt man aber auch, dass er von dem Wunsch angetrieben wird, sich an Ackerson und Parangosky zu rächen, die er beide für die Vorkommnisse auf Reach verantwortlich macht.

Großartige Momente

Derweil lebt Kai in Onyx spürbar auf, als sie die Spartan-III Rekruten ausbildet. Sie ermuntert sie, wenn es Grund zur Ermutigung gibt, kritisiert sie aber ebenfalls, wenn sie es nötig ist. Und dabei tut es einem weh, wenn man sieht, wie sie den Lügen von Ackerson auf den Leim geht. Was schließlich zu einer starken Szene führt, wo sie John konfrontiert und ihn zusammenschlägt, ohne dass er sich wehrt. Doch gleichzeitig ist dies ein Wendepunkt in ihrer Handlung, weil die Worte des Master Chefs ihre bereits vorhandenen leichten Zweifel verstärkt, und sie sich ihrerseits den ONI-Chef vorknöpft.

Und auch die Szenen mit Cortona sind gelungen. Sie hat zwar nur wenige Szenen, macht aber das Beste aus jedem Moment. Vor allem im Finale, wo sie an mehreren Orten gleichzeitig auftritt und dabei mit mehreren voneinander unabhängigen Personen interagiert, die unterschiedliche Agenden haben, beeindruckt. Hierbei wird allerdings auch gezeigt, dass von allen Personen, mit denen sie interagiert, ihr der Master Chief am nächsten ist, weil sie dessen Ziele am deutlichsten unterstützt.

Man hat das Gefühl, dass bei diesen Charakteren die meiste Energie reingesteckt wurde, um eine gute Episode zu machen. Beim Rest … nicht so sehr. Bei den anderen Figuren kommt Onyx regelmäßig ins Stolpern.

Es wird vor sich hin gestolpert

Fangen wir bei Makee an. Nachdem sie in der letzten Folge mit Hilfe von Cortona den Arbiter Thel ´Vadam von ihrem Vorhaben überzeugt hat, hat sie in der vorliegenden Folge auf einmal Besuch von einer Abgesandten-Gruppe der Allianz. Die sind anscheinend mit ihrer Arbeit nicht zufrieden. Was genau die wollen oder woher sie kommen, bleibt unklar, da man auf Grund der Anatomie der Aliens nicht so gut ihre Mimiken interpretieren kann und auch sonst keine Erklärung über deren Herkunft eingebaut wird.

Es ist nicht das einzige Mal, wo man bei Onyx Ereignisse vorgesetzt kriegt, die nicht wirklich aufgebaut oder erklärt werden. Da sind zum einen die Vorkommnisse zu Beginn der Folge. Wo unter anderem Doctor Halsey in der Gegenwart von Laera etwas untersucht. Nur, dass dann kurz darauf Sorens Frau auftaucht und meint, dass die Schöpferin der Spartans geflohen ist. Wie das geschehen ist, wird weder gezeigt noch näher erläutert. Man hat es einfach zu akzeptieren.

Auch die Fähigkeiten der Figuren, an Orten aufzutauchen, wo man nicht weiß, wie sie dort hingekommen sind, ist erstaunlich. Wie etwa, als Soren und Laera am Ende der Episode auf einmal in einem Höhlensystem unterwegs ist. Ohne, dass gezeigt oder erklärt wird, wie sie dorthin gekommen sind.

Es sind solche Details, die das Sehvergnügen von Onyx wieder deutlich vermindern. Man hat das Gefühl, dass von dem Zuschauer erwartet wird, dass er Dinge einfach zu akzeptieren hat. Und das ist im Grunde unnötig.

 

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Götz Piesbergen

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