Ich bin Danny Rand, lautet die Erkenntnis der Iron Fist.

Gibt es etwas positives zu sagen?

Mit Hilfe von Bakuto (Ramón Rodríguez) kann Ward Meachum (Tom Pelphrey) aus dem Krankenhaus fliehen, wo ihn sein Vater Harold (David Wenham) eingewiesen hatte. Er versucht seiner Schwester (Jessica Stroup) von den wahren Machenschaften ihres Herrn Papas zu erzählen, doch die glaubt ihm kein Wort. Allerdings taucht auf ein Mal Bakuto mit einigen seiner Leute auf und übernimmt die Kontrolle. Er schießt Joy in den Bauch und lässt anschließend Danny Rand  (Finn Jones) kontaktieren.

Die Iron Fist willigt ein zu kommen. Er tut alles, damit nicht noch mehr Leute zu schaden kommen und lässt sich sogar von Bakuto Handschellen anlegen. Doch als er und seine Gegner die Meachums verlassen haben, kann er sich befreien und gemeinsam mit Davos (Sacha Dhawan) und Colleen (Jessica Henwick) zum Gegenangriff übergehen.

Ich wünschte wirklich, ich könnte etwas Positives über Ich bin Danny Rand sagen. Dass einige Charakterisierungen gelungen sind. Oder es überraschende Plottwists gibt, die für Spannung sorgen. Was eben vor allem deshalb wichtig ist, weil dies ja die vorletzte Episode der ersten Staffel ist und dementsprechend ein klarer Kurs bezüglich Staffelfinale wichtig gewesen wäre. Doch stattdessen war ich, als die Credits liefen, enttäuscht. Obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen, angesichts der bisherigen Qualität der Serie.

In Panik und inkohärent

Dabei tut die Folge im Prinzip genau das, was so eine vorletzte Episode eben tun sollte. Sie bereitet das Seasonfinale vor, sie räumt auf und beendet Plots, bzw. präpariert die Handlungen, die noch für die letzte Folge wichtig werden. Doch tut sie dies auf eine so ungeschickte Art und Weise, dass man das Gefühl hat, dass die Verantwortlichen wohl ursprünglich etwas anderes geplant hatten, was dann aber aus irgendwelchen Gründen nicht geschehen konnte. Weshalb sie jetzt in „Panik“ versuchen, zu improvisieren.

Dass die erste Staffel ein wenig inkohärent wirkte, lag unter anderem an dem plötzlichen Auftauchen von Bakuto und Davos in Der Frosch im Brunnen wird nie das Meer verstehen, womit auf ein Mal ein Handlungsbogen aufgemacht wurde, der daraufhin die Serie bestimmte. Zuvor drehte sich alles zunächst um Danny Rand und die Meachums, ehe mit Madame Gao die Hand prominent auftrat. Die Season versuchte irgendwie, allen Antagonisten gerecht zu werden und scheiterte damit auf der ganzen Linie. Was man jetzt in Ich bin Danny Rand besonders merkt.

Das Problem ist, dass der finalen Konfrontation mit Bakuto das gewisse Etwas fehlt. Er wurde als jemand charakterisiert, der über die Iron Fist jede Menge wusste, aber die direkte Konfrontation vermied. Stattdessen schwadronierte er stets vor sich her oder manipulierte andere. All dies geschieht auch jetzt in dieser Episode und es zündet einfach nicht. Statt als Gefahr wirkt er eher lächerlich und nicht glaubwürdig. Das finale Duell, dass zu seiner Niederlage führt, ist da gerade zu beispielhaft, weil es absolut lächerlich und lachhaft wirkt.

Endgültig eine Nullnummer

Auch muss man sagen, dass Danny Rand in Ich bin Danny Rand endgültig unter Beweis stellt, dass er als Protagonist eine Nullnummer ist. Denn wann immer es zu entscheidenden Kämpfen oder Duellen kommt, lässt er anderen den Vortritt. Die zwar davon auch profitieren. Aber was bringt es, wenn Nebencharaktere sich profilieren können, derweil die Hauptfigur charaktermäßig auf der Stelle tritt?

Und dann ist da noch Davos. In dieser Folge wird ein für alle Mal bestätigt, dass er aus Eifersucht agiert. Doch wurde diese Charakterisierung immer nur kurz angedeutet, aber nie wirklich aufgebaut. Dass sich seine wahren Gefühle jetzt Bahn brechen, wirkt deshalb theatralisch und nicht nachvollziehbar. Er wirkt wie ein verwöhntes Blag, dem man seinen Schnuller genommen hat und nicht wie jemand, dessen Motive glaubwürdig wirken.

Am Ende sind die Plots mit Bakuto und Davos abgeschlossen. Weshalb die Serie sich auf ein Mal wieder darauf besinnt, dass ja Harold Meachum Dreck am Stecken hat und andere gerne manipuliert. Weshalb er von jetzt auf gleich auf ein Mal extrem antagonistisch und ekelhaft agiert. Was auch komplett übers Knie gebrochen wirkt, da hier die Basis fehlt.

Ich bin Danny Rand macht nicht Hoffnung, dass den Zuschauern ein gutes Staffelfinale bevorsteht. Im Gegenteil: Alles deutet auf eine Katastrophe hin.

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Götz Piesbergen

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