In Die Beständigkeit der Erinnerung geht es um Datas Familie.

Doch kein Ende
Jemand stiehlt alle Androiden vom Soong-Typus, darunter auch B4. Die Enterprise verfolgt die Übeltäter, denn die Technologie, die hinter diesen Maschinen steckt, darf nicht in die falschen Hände geraten. Doch als sie die Täter finden, erwartet sie eine große Überraschung.
Denn niemand Geringeres als Datas „Vater“, Noonien Soong, erwartet sie vor Ort. Jener hat seine Persönlichkeit in einen speziellen Androidenkörper übertragen und will ebenfalls verhindern, dass sein Wissen und sein Erbe in die falschen Hände gerät. Doch am Ende kommt es anders als gedacht und es kommen Leute ums Leben.
Es ist interessant, was David Mack über den Entstehungsprozess von Die Beständigkeit der Erinnerung erzählt. Denn ursprünglich sollte die Kalte Berechnung-Romantrilogie den Abschluss des Litverse abbilden. Denn 2012 war die Überlegung des US-Verlags Pocket Books, die Star Trek-Lizenz auslaufen zu lassen. Doch am Ende entschied man sich dagegen und verlängerte sie, weshalb der Autor seine ersten Planungen über den Haufen warf und am Ende nur gewisse Elemente übernahm.
Kein Meisterwerk
Der Roman greift dabei einen Plot auf, der seit dem Ende von Star Trek – Nemesis existierte. Nämlich das Schicksal von B4, Datas „Bruder“, der allerdings nicht so weiterentwickelt war wie er selbst. Zwar übertrug er ihm seine Erinnerungen, doch wurde dieser dadurch nicht zu einem zweiten Data. Im Gegenteil: Wie zu Beginn des Buches deutlich wird, sorgt diese Aktion mit dafür, dass er quasi stirbt.
Doch ehe etwas dagegen unternommen werden kann, werden er und die anderen Soong-Androiden gestohlen. Was folgt, ist ein Roman voller Wendungen und interessanter Plottwists. Allerdings darf man Die Beständigkeit der Erinnerung nicht zu den Meisterwerken des Autors David Mack zählen.
Man merkt im Laufe der Handlung, dass David Mack sich mit dem Litverse auskennt wie sonst nur wenige andere Autoren. Er greift viele Plotfäden aus früheren Romanen auf und entwickelt sie weiter. So thematisiert er zum Beispiel auch die Tatsache, dass man in gewissen Kreisen der Föderation inzwischen weiß, dass sich hinter der Maske der Breen in Wahrheit verschiedene Völker befinden. Diese Entdeckung wurde in dem Typhon Pact-Roman Nullsummenspiel gemacht.
Nervig und unnötig
Und wie bereits gesagt, schreibt David Mack Die Beständigkeit der Erinnerung so, dass die Handlung unvorhersehbar geschieht. Immer dann, wenn man zu wissen meint, was als nächstes passiert, geschieht etwas komplett anderes. Das macht diesen Roman auch so spannend! Täuscht aber nicht über die teilweise eklatanten Schwächen des Buches hinweg.
Das erste Manko ist die Darstellung von Doktor Noonien Soong. Die ganze Zeit wird er als arrogant und eingebildet dargestellt. Sein Glauben in sich und die Überlegenheit seines Androidenkörpers sind schier unerträglich und leider auch gerechtfertigt. Denn der Körper hat viele Besonderheiten, die die Lage für ihn und ebenso für andere oft genug retten. Doch übertreibt es David Mack mit dieser Charakterisierung. Der „Vater“ von Data geht einem irgendwann schlicht und ergreifend gehörig auf den Keks. Weshalb eine folgenreiche Entscheidung von ihm am Ende des Romans umso überraschender kommt, weil man nicht gedacht hätte, dass er so zu so etwas fähig ist.
Das zweite Manko ist ein komplett unnötiger Tod. Es ist klar, dass David Mack versucht, mit diesem in Die Beständigkeit der Erinnerung klarzumachen, dass die Umstände enorm widrig sind und dass ein Scheitern heftige Konsequenzen haben könnte. Trotzdem erwischt es einen Charakter, dessen Ableben eine andere Figur trifft, die durch den vorzeitigen Tod ihm nahestehender Leute schon oft genug gebeutelt worden ist. Das muss nicht sein und es stört in diesem Roman.
Keine gute Idee
Am Ende steht die überraschende Rückkehr eines Charakters, der schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Star Trek war. Ob das eine so gute Idee ist, darüber darf gestritten werden. Meiner Meinung nach war das nicht notwendig und es unterminiert ein wichtiges Ereignis in der Chronologie dieses Franchise.
Man kann es drehen und wenden, wie man will. Aber Die Beständigkeit der Erinnerung ist gerade für David Macks Verhältnisse ein schwacher Roman.
Bewertung 07/15
Info
Autor: David Mack
Originaltitel: Star Trek – The Next Generation: Cold Equations – The Persistance of Memory
Übersetzung: Wibke Sawatzki
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 06/2015
Einband: Taschenbuch
Seiten: 422
ISBN: 978-3-86425-785-8
Sonstige Informationen: Produktseite
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
- Peacemaker – 14 – Mit seinen Wunden wuchern - 12. Mai 2026
- Das Reich ohne Namen – 3. Akt (Herik Hanna, Redec) - 11. Mai 2026
- The Expanse – 20 – Kaskade - 11. Mai 2026

