Review: Doctor Who 005 – Der dritte Weltkrieg

Lesezeit circa: 6 Minuten

Die Slitheen zetteln den dritten Weltkrieg an, um daraus Profit zu schlagen. 

Downing Street 10 ist infiltriert 

Befanden sich der neunte Doctor (Christopher Ecclestone) und seine Begleiter zum Ende des 1. Teils der Doppelfolge noch in Lebensgefahr, kehrt er den Spieß schon in den ersten Minuten um. Nach wildem Rumgerenne durch Downing Street No. 10 flüchten sich Rose (Billie Piper), Harriet Jones (Penelope Wilton) und der Doctor in den gepanzerten Kabinettsaal, wo sich die Notfall-Protokolle für eine Alieninvasion befinden und wo die drei den Rest der Folge verbringen werden.

Die Erde soll verschachert werden

Der Doctor bedroht die Slitheen, die sich als kapitalistischer Familienbetrieb vom Planeten Raxacoricofallapatorius herausstellen, mit einer Flasche Portwein und dem obligatorischen Schallschrauber, um deren Beweggründe herauszufinden.

Der dritte Weltkrieg

Derweil treffen immer mehr Mitglieder der Slitheenfamilie im Regierungsgebäude ein und übernehmen das Ruder. Der vermeintliche Premierminister erklärt in einer Pressekonferenz den außerirdischen Angreifern den Krieg und fordert die UN auf, die Codes für die Nuklearwaffen freizugeben, da Großbritannien keinen eigenen Zugriff darauf hat, was allerdings nicht der Wirklichkeit entspricht. Das Ziel der Slitheen ist es, den dritten Weltkrieg anzuzetteln, damit sich die Menschheit selbst zerstört. Die Überreste der Erde wollen die intergalaktischen Händler als radioaktiven Antrieb für Starliner und Großraumschiffe verhökern. Über ein Raumschiff in der Nordsee wird bereits Werbung ins Universum ausgestrahlt, um den Verkauf anzukurbeln. 

Mit Essiggurken gegen Aliens 

Mickey (Noel Clarke) hat unterdessen Jackie (Camille Coduri) vor einem als Polizist getarnten Slitheen-Mitglied gerettet. Die beiden werden aber durch den hervorragenden Geruchssinn der Spezies bis in Mickeys Wohnung verfolgt, wo sie mittlerweile telefonisch mit Rose und dem Doctor in Verbindung stehen. Wieder in akuter Lebensgefahr hoffen Mickey und Jackie auf die Hilfe des Doctors. Dieser brainstormt mit Rose und Harriet unter Hochdruck und findet heraus, dass die Slitheen aus organischem Calcium bestehen, dessen Schwachstelle Essigsäure ist. Jackie mixt daraufhin einen todbringenden Cocktail aus Essiggurken, Silberzwiebeln und Soleiern, was in einer schleimigen Slitheen-Explosion endet.

Der dritte Weltkrieg

Mickey rettet die Welt

Mit dem Wissen um die Vorgehensweise der Slitheen und seinen begrenzten Handlungsspielraum im Konferenzsaal bleibt dem Doctor nur eine Wahl, die allerdings auch Roses Leben in Gefahr bringt. Harriet als einzige gewählte Vertreterin des Volkes nimmt ihm die Entscheidung ab und Mickey hackt sich daraufhin mit der Unterstützung des Doctors bei der Royal Navy ein, um eine Rakete mit Ziel Downing Street No.10 zu starten. Der gepanzerte Raum, in dem sich die drei befinden, stellt sich als stabiler als gedacht heraus, sodass sie die verheerende Explosion unbeschadet überleben. 

Rose entscheidet sich nochmal, ihre Mutter und Mickey zurückzulassen, um mit dem Doctor zu reisen, obwohl diese sich sehr um sie Sorgen. Aber welche 19-Jjährige würde sich solch ein Abenteuer entgehen lassen? Jackie akzeptiert ihre Entscheidung, will den Doctor aber bei einem Abendessen kennenlernen, was dieser jedoch ablehnt und Rose vor die Entscheidung gegen ihre Mutter stellt. Der Doctor kommt hier mal wieder sehr harsch und bestimmend rüber, was eigentlich nicht sein Stil ist. Ja, er ist nicht der familiäre Typ, zumindest in dieser Regeneration, aber eine Tasse Tee sollte drin sein für eine Freundin. Rose beruhigt ihre Mutter und versichert ihr, dass für sie nur 10 Sekunden vergehen, bis sie sich wiedersehen. Jackie wartet vergebens. 

Der dritte Weltkrieg

Ein durchwachsenes Fazit 

Wie auch schon im 1. Teil der Doppelfolge Aliens in London ist die große Stärke der beiden Episoden das Zusammenspiel von Harriet Jones mit dem Doctor und Rose. Die Szenen im Kabinettsaal sind alle hervorragend und haben einen guten Flow. Harriet Jones ist eine clevere und mutige Frau, die weiß, was sie will und die sich durchsetzen kann.

Auch Jackies Sorge um die Sicherheit ihrer Tochter bei den Reisen mit dem Doctor ist ein essentieller Schwerpunkt der Folge und bringt eine zweite Ebene in die Story. Sie ist auch die Einzige, die es nicht für die beste Idee hält, eine Rakete auf Central London abzufeuern. Der Doctor zögert zwar, diesen Weg zu gehen, da er damit Rose in Gefahr bringt, aber dass auch Harriet im Raum ist und auch jede Menge andere Personen im Gebäude und auf den Straßen sind, scheint ihm nicht in den Sinn zu kommen. Er versucht auch gar nicht, das Gebäude zu evakuieren, das machen die Sicherheitskräfte, die die Rakete auf dem Radar sehen. Mickey allerdings scheint kein Problem damit zu haben, eine Rakete abzuschießen und hätte auch die Nuklearrakete gewählt, hätte er den Code gehabt. 

Wenn man das bei so einer Folge überhaupt sagen kann, gibt es einige Logiklücken. Der Doctor hat ein Universalpasswort für UNIT und die Royal Navy, das scheinbar nie geändert wird. Data integrity sieht anders aus. Jackie und Mickey bleiben nach dem Essigangriff die ganze Zeit in ihren slitheenverschlabberten Klamotten sitzen, wo es doch so unglaublich stinken soll? Warum verlässt der Doctor den Kabinettraum nicht, um sich nach draußen durchzuschlagen? Er konnte den Raum von innen öffnen und war mitnichten eingesperrt. Genauso streiten sich die Slitheen um ihre menschlichen Anzüge, anstatt das Gebäude zu verlassen, wobei sie bereits wissen, dass eine Rakete im Anmarsch ist. Bewundern muss man allerdings die Schauspieler, die in den 2,5 Meter hohen Slitheen-Gummikostümen steckten und die schweren Fiberglasarme  mit nur 3 Fingern bewegen mussten.  Das war sicherlich kein leichter Job. 

Am Ende bleibt es eine Folge, die man alleine wegen Harriet Jones nicht missen möchte, auch wenn man besser nicht zu viel nachdenkt beim Schauen.

That’s why the Slitheen went for spectacle. They want the whole world panicking, because you lot, you get scared, you lash out.


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Stefanie Maus
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