[Perry Rhodan Zyklus 5] Meister der Insel

Lesezeit circa: 6 Minuten

Im fünften Zyklus „Meister der Insel“ geht es unter anderem um eine Hochzeit. Er umfasst die Bände 200 bis 299.

Die Straße nach Andromeda Perry Rhodan 200 Cover
© Pabel-Moewig Verlag KG

Die Handlung von „Meister der Insel“

Auftakt bildet das bis auf die sehr markige Sprache hervorragende Heft 200, welches im Jahre 2400 spielt. Die Menschen befinden sich noch immer auf der Suche nach Kahalo aus dem Vorzyklus. Ansonsten herrscht weitestgehender Friede, Wirtschaft und Co. florieren und alles scheint recht solide. Perry hat Mory Abro geheiratet, die als Obman von Plophos neben Perry die mächtigste Person der Galaxis ist. Atlan kümmert sich weiterhin um seine USO, mittlerweile die galaktische Geheimdienstinstanz schlechthin. Es erscheint der Haluter Icho Tolot, ein mehr als drei Meter großes Wesen mit vier Armen, zwei Gehirnen und der Fähigkeit, seine Zellen umzuwandeln von normal zu hart wie Terkonitstahl. Atlan hat an diese Wesen schlechte Erinnerungen, jedoch erweist sich Icho als Freund. Er bringt zwei wahnsinnig gewordene Terraner nach Hause und lockt Perry und die CREST II zum galaktischen Sonnensechsecktransmitter. Natürlich saugt dieser die CREST II ein und eine Odyssee beginnt.

Man kommt im TWIN-System heraus, zwei Sonnen und viele Planeten, die sich alle als Fallen erweisen – 900.000 Lichtjahre von der Milchstraße entfernt im Leerraum und auf halbem Wege nach Andromeda. Zu weit also für die Lineartriebwerke der CREST II, welche maximal 300.000 Lichtjahre durchstehen. Diese Fallen seien von den Meistern der Insel installiert worden. Planet für Planet wird abgeklappert, bis man wieder durch den Transmitter fliegen kann – aber statt im Sonnensechsecktransmitter zu landen kommt man im inneren einer mehretagigen Hohlwelt heraus, Horror genannt. Jede Etage ist eine Falle, aber Perry und seine Freunde schaffen selbstredend den Weg an die Oberfläche, wo sie mit der ANDROTEST zusammentreffen, einem Schiff, welches den Weg nach Horror ohne Nutzung des Transmitters schaffte.

Viele Gefahren später, unter anderem wird man um den Faktor 2000 verkleinert, geht es an Bord einer gigantischen Raumstation heimwärts in das inzwischen gefundene und eroberte System Kahalo. Die Herren der Riesenstation sind die wasserstoffatmenden Maahks. Die Wesen, die vor fast 10.000 Jahren erbitterte Feinde der Arkoniden waren, bis sie vernichtend geschlagen wurden und aus der Milchstraße verschwanden.

Heimat der Maahks ist die Kleingalaxis Andro-Alpha, die direkt vor Andromeda liegt. Die Maahks haben eine besondere Waffe von den Meistern der Insel bekommen, einen sogenannten Multiduplikator, der Lebewesen kopieren kann, allerdings geistig auf Seiten der Maahks. Die Kämpfe gegen die Maahks und die von ihnen kopierten und damit umgedrehten terranischen Agenten werden durch die Wollvers, die Parasprinter, gewonnen. Die Wollverzwillinge können als Mutanten auf jedem Energiestrom oder Funkwellen mitreisen.

Der endgültige Sieg gegen die Maahks endet darin, dass deren Invasionsflotte und eine Streitmacht der Akonen ins TWIN-System abgestrahlt werden durch die Transmitter und danach die Verbindung dorthin erlischt. Grek 1, der oberste Maahk, ist zu Perry übergelaufen.

Am Ende der Macht Perry Rhodan 299 Cover
© Pabel-Moewig Verlag KG

Perry und seine Leute schaffen den Weg nach Andro-Beta, wo sie unter anderem die planetengroßen Mobys antreffen, scheinbar tote Lebewesen, in denen heute das Wachvolk von Adro-Beta lebt, die Twonoser. Viele Abenteuer später entdeckt man den Planeten Gleam, später Stützpunkt der Terraner. Erst aber muss man ihn erobern, was der Herr von Andro-Alpha, Baar Lun verhindern soll. Klappt nicht, auch nicht, als die Mobys wieder zum Leben erweckt werden und wie irre alles angreifen, was in Andro-Beta lebt und in Raumschiffen fliegt. Das Volk der Twonoser wird ausgelöscht. Am Ende sind die Terraner in Andro-Beta sicher, man kann in Ruhe den Schlag gegen die Herren Andromedas, die Meister der Insel, vorbereiten.

In Andromeda räumt man schnell auf, findet durch eine Zeitreise heraus, wer die Meister der Insel sind: Lemurer. Vorfahren der Menschen. Die ach so überlegenen MdI sind also auch nur Menschen. Unsterblich zwar, aber eben nur normale Wesen. Einer nach dem anderen werden sie besiegt und am Ende steht Perry triumphierend über seinen vernichteten Gegnern. Die sich speziell in der zweiten Zyklushälfte teilweise schon grenzdebil verhalten haben.

Kritik

Seufz. Einfach Seufz. Die Mehrheit der Leser hält diesen Zyklus ja für das Nonplusultra der Serie. Sei ihnen gegönnt. Ich kann mich dem jedoch nicht anschließen. Zu viele unlogische Gegebenheiten, zu viel dumpf-unreflektierte Action im ersten Teil, zu linear aufgebaut, stetige Raumschlachten, die aus reinen Zahlen bestehen.

Und leider auch einige Hefte, auf die tatsächlich der von mir eigentlich ungeliebte Ausdruck „Landser im Weltall“ zutrifft, allerdings Gottseidank ohne den Nazi-Unterton der Landser-Heftchen. Dazu sprachlich und stilistisch ein Rückschritt im Vergleich zum vorherigen Zyklus – was sich aber in den Heften ab 250 dann doch noch gab. Und, hatte man früher Abwechslung durch verschiedene Handlungsschauplätze und Themen, wird hier fast durchgehend linear erzählt. Kaum Umblendungen, nur stumpf draufhauen und ab zum nächsten Schauplatz.

Das mag im jeweiligen Einzelheft noch einigermaßen spannend sein, wird jedoch bei 100 Heften in Folge derart repetiv, dass zumindest ich mich durch die Hefte durchquälen musste. Schlicht: Zu wenig Komplexität, etwas mehr hätte nicht geschadet. Ich erwarte von Heftromanen keinen Tiefgang wie bei Frank Herberts DUNE oder anderen namhaften SciFi-Romanen, aber mir war das alles viel zu simpel, was das Niveau betrifft. Für mich weiterhin, auch im dritten Durchgang, der mit Abstand schlechteste Zyklus der ganzen Serie. Was nicht heißt, dass alles mies war oder ich ihn in die Tonne treten möchte. Die Einzelhefte an sich, speziell gegen Ende hin, waren tatsächlich weitestgehend gut. Nur eben war der Zyklus an sich undurchdacht und kommt mir bis heute reichlich abgewürgt vor.

Dennoch kann ich empfehlen, ihn zu lesen, auch „uncut“, also nicht als Silberband, denn wenn es den meisten Lesern gefällt, sollte man sich mindestens ein eigenes Bild machen. Und, ich kann es nicht oft genug betonen, ich bin froh, dass es diesen Zyklus gab. Auch wenn ich ihn am Ende nicht mag. Man hatte, diese positiven Aspekte muss man würdigen, gerade zu Beginn ein Feuerwerk an neuen Ideen.

Ja, man hat sie nie konsequent zu Ende gedacht. Dennoch ist der Mut der damaligen Autoren zu bewundern, einfach mal drauf los zu schreiben und dabei oft Logik und innere Konsistenz zu missachten. Diese spezielle „Leichtigkeit“ der Hefte, diese naive Charme, den vermisse ich manchmal heute durchaus.

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Mario Staas

Mario Staas

Mario ist Jahrgang 1974 und seit Ewigkeiten Perry-Rhodan-Leser. Er liest die komplette Reihe gerade zum dritten Mal und lässt uns daran teilhaben.

2 Gedanken zu „[Perry Rhodan Zyklus 5] Meister der Insel

  • 6. Juni 2020 um 17:30
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    ich könnte jetzt sagen..streiche , setze…streiche mdi zyklus, setzte m87..ich nehme das alles ganz anders wahr…die kritik stimmt, wenn man sie auf den m87 zyklus bezieht….ballerei , milltarismus ohne ende….. fängt mit 314 , 321, 350 usw usw.
    dagegen waren die 200 er bände nicht so ballerlastig, klar gab es da konflikte…aber einer ganzer roman dessen inhalt fast nur aus ballerei besteht, gab es in den 200 ern nicht..lies mal band 314…aber wie gesagt jeder nimmt es anders wahr.

  • 7. Juni 2020 um 01:41
    Permalink

    Ich fand und finde die 300er ebenso wie die 200er als ganz schlecht innerhlab der Serie – aber ich bleibe stets fair und erwähne auch die Dinge, die ich gut fand. Und dahingehend fand ich die 300er besser wie die 200er: Die Ideen wurden weiter gedacht

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