Mit diesem Film erfüllte sich Peter Hyams einen großen Wunsch: Er drehte einen Western, nur eben im SciFi-Setting.
Ein Wunsch, der als unerfüllbar gilt
Peter Hyams hatte Ende der 1970er einen großen Wunsch. Er wollte unbedingt einen Western drehen. Es gab nur ein Problem und das wurde ihm von jedem gesagt: Das Genre galt in jenen Tagen als tot. Die gängige Meinung war, dass niemand mehr an solchen Filmen interessiert war.
Doch der Regisseur und Drehbuchautor wollte das nicht wahrhaben. Und dann fiel ihm eines Tages, als er aufwachte, die Lösung ein. Er verfrachtete das Setting einfach ins Weltall und machte daraus einen SciFi-Film. Er schrieb daraufhin das Drehbuch und hatte das Glück, das Sean Connery daran interessiert war.
Und ursprünglich wurde das Projekt bei Universal entwickelt, die es dann aber am Ende dennoch ablehnten. Woraufhin Produzent Richard Roth es bei 20th Century Fox unterbringen konnte.
Eine bittere Lernerfahrung
Gedreht wurde in den legendären Pinewood Studios in Großbritannien, mit einem ursprünglichen Budget von 12 Millionen US Dollar. Und zu Beginn hatte der Film den Namen Io. Doch gab es nicht wenige Leute, die den Titel falsch lasen und ihn als eine 10 interpretierten. Woraufhin er in Outland umbenannt wurde.
Die Dreharbeiten starteten im Mai 1980, als alle Takes mit Miniaturen aufgenommen wurden. Die Szenen mit Schauspielern wurden dann im Juni desselben Jahres gedreht. Inklusive Postproduktion sollte es bis Februar 1981 dauern, dass der Film offiziell fertig war.
Interessanterweise wurde in den Credits Stephen Goldblatt für die Kameraführung genannt. Doch in Wahrheit wurde diese überwiegend von Peter Hyams gemacht und Goldblatt war nur aus Gewerkschaftsgründen und als Sündenbock mit dabei, falls eine besondere Art der Kameraführung schieflaufen sollte. Als er das realisierte, war der Kameramann natürlich sauer, schluckte aber seinen Zorn runter und nutzte dies als Lernerfahrung. Er sollte immerhin später wichtige Elemente der Dreharbeiten erhalten.
Ein paar Tote zu viel
Sean Connery war natürlich der Star des Films. Zu dieser Zeit war er bereits ein Superstar, nicht zuletzt dank der „James Bond“-Filme, in denen er Jahre zuvor die Titelfigur Marshall William T. O’Niel darstellte. Peter Boyle (Frankenstein Junior) durfte man als den General Manager der Minenkolonie Mark Sheppard sehen, während Frances Sternhagen (Cheers) die gnadenlos brutal ehrliche und unfreundliche Ärztin Dr. Marian Lazarus darstellen sollte. Als Sergeant Montone wurde James B. Sikking (Hill Street Blues) gecastet, derweil Kika Markham (Operation Daybreak) als Carol O’Niel zu sehen war.
Federal Marshall William T. O’Niel wird einer Minenkolonie auf dem Jupitermond Io zugewiesen. Die Arbeitsbedingungen dort sind hart, mit langen Schichten, aber dafür ebenso großen Bonusse. Der Leiter der Kolonie, Mark Sheppard, rühmt sich, dass er die Ertragsraten nach oben getrieben hat. Doch dann gibt es mehrere, mysteriöse Todesfälle.
Nach dem neusten wird der Marshall neugierig und beginnt zu ermitteln. Doch wo auch immer hinguckt, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Die Todesfälle werden als Unfälle deklariert und es existiert ein allgemeines Desinteresse daran, diese richtig aufzuklären. Doch O’Niel lässt nicht locker und stößt schon bald darauf, dass in der Kolonie Drogen vertrieben werden und die Leitung wegguckt. Und als er zu tief gräbt, gibt es Bemühungen, ihn auszuschalten.
Parallelen sind vorhanden
Als Outland heute vor 45 Jahren in die deutschen Kinos kam, wurde er mit dem Westernklassiker Zwölf Uhr Mittags verglichen. Das kam nicht von ungefähr, da die Story des Films deutliche Parallelen zu der des Klassikers aufwies. Es gab zwar Unterschiede, diese konnte man allerdings höchstens in Details finden.
Und doch bedeutet das nicht, dass der Film deswegen schlecht ist. Im Gegenteil: Über weite Teile der Handlung wird man bestens unterhalten. Und erst am Ende fällt er etwas in sich zusammen.
Dabei ist Outland ein stark reduzierter Film. Es gibt im Prinzip nur einen einzigen Hauptdarsteller, nämlich Sean Connery. Seine Figur ist die einzige, über die man persönliche Details erfährt. Und das auch nur, weil ihn seine Familie direkt zu Beginn des Films verlässt und die lange Rückreise zur Erde antritt. Nicht, ohne ihm noch eine Möglichkeit zu geben, dass sie diese zusammen antreten können.
Hauptsache das Ergebnis stimmt
Alle anderen Figuren definieren sich überwiegend nur durch ihre Funktion in der Story. Wie beispielsweise Mark Sheppard, der der Leiter der Minenkolonie ist und stolz auf die gesteigerten Produktionsraten ist. Dass diese nur durch Drogen erlangt worden sind, ist ihm egal. Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Und um dieses zu erreichen, ist er zu allem bereit.
Im Prinzip steht Marshal William T. O’Niell die ganze Zeit alleine da. Er stößt auf eine Wand der Ablehnung und Alliierte erhält er, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich. Und wer ihn dann doch unterstützt, der bezahlt es mit dem Leben, wie das Schicksal von Sergeant Montone zeigt.
Und dennoch lässt der Marshal nicht locker. Wie eine Bulldogge verbeißt er sich in den Fall, gräbt immer tiefer und tiefer, fördert immer mehr und mehr Beweise zu Tage. Und gerät dadurch in immer größere Gefahr.
Wenn nur eine einzige Figur wichtig ist
Sean Connery spielt den Marshall wirklich grandios. Man kauft es ihm ab, dass er vor allem an Recht und Ordnung interessiert ist. Ein Interesse, dass durch die vielen Todesfälle und Hindernisse, die ihm in den Weg gestellt werden, nur noch vergrößert wird. Und dass durch die Mordanschläge auf ihn nur noch verstärkt wird.
Doch die Konzentration auf William T. O’Niell und die Tatsache, dass die anderen Charaktere sich nur über ihre Funktion definieren, hat einen gewaltigen Nachteil: Sie führt dazu, dass außer Sean Connerys Figur es nur zwei weitere schaffen, dass man sich als Zuschauer für sie interessiert. Die eine ist Mark Sheppard, der von Peter Boyle wirklich grandios skrupellos dargestellt wird. Die andere ist Dr. Marian Lazarus.
Es ist famos, wie sie sie gegen den Strich gebürstet schauspielt. Sie ist unfreundlich und kratzbürstig. Sie macht ihre Arbeit eher widerwillig und scheint von sich selbst und allen anderen keine große Meinung zu haben. Erst nach und nach taut sie etwas auf und erweist sich vor allem im Finale des Films als großartige Verbündete.
Langweilig
Und das Finale ist leider auch der große Schwachpunkt des Films. Bis zu dem finalen Akt ist dieser wirklich spannend und unterhaltsam. Doch sobald die Attentäter, die Sheppard mit der Ermordung des widerspenstigen Marshalls beauftragt hat, auftauchen, baut die Spannung langsam aber stetig ab. Bis man am Ende von den Ereignissen nur gelangweilt ist.
Das Problem ist, dass das Finale viel zu lang ist. Das Katz und Mausspiel zwischen Sheppard und den Attentätern wirkt behäbig inszeniert. Und die Tatsache, dass der Marshall eine deutliche Plotrüstung trägt und so Schüsse, die ihn eigentlich hätten töten müssen, nur mit einem Kratzer übersteht, sorgt mit dafür, dass die Spannung abflaut.
Vor allem auch deshalb, weil der Film meint, am Ende noch eine weitere finale Bedrohung aufzubauen. Ein Charakter, der erst gegen Ende des zweiten Aktes sichtbar eingeführt wird und dann daraufhin nur noch sporadisch auftaucht, greift den Marshall aus heiterem Himmel an. Und es ist eben die Tatsache, dass er zuvor nur so selten zu sehen war, die dafür sorgt, dass man mit ihm kaum etwas anfangen kann. Dass er wie ein nerviger Plottwist um des Plottwists willen wirkt.
Wie Hühner in einer Legebatterie
Es ist schade, dass Outland diese Schwächen aufweist. Weil der Film ansonsten vieles richtig macht. Die Special Effects sind grandios und wie das alltägliche Leben auf der Minenkolonie dargestellt wird, ist fantastisch. Man sieht eben wirklich, dass die Minenarbeiter in regelrechten Legebatterien leben, mit nur wenig Privatsphäre. Und dass alles dafür getan wird, dass sie dennoch halbwegs zufrieden sind, inklusive legalen Prostituierten.
Unterm Strich mag der Film vielleicht nur überdurchschnittlich sein. Aber man wird dennoch gut unterhalten werden.
Info
Regie: Peter Hyams
Drehbuch: Peter Hyams
Produktion: Richard A. Roth, Stanley O’Toole
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Stephen Goldblatt
Schnitt: Stuart Baird
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Warpskala
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