Nach einer langen Wartezeit gibt es neues Zeichentrickserien Futter für darbende Avatar-Fans.
Die Wiedergeburt des Avatars
Es ist jetzt zwölf Jahre her, seitdem die letzte Folge von Die Legende von Korra ihr Debüt feierte. Da die Reihe nicht an die Erfolge von Herr der Elemente anknüpfen konnte und gleichzeitig bei den Fans sehr umstritten war, schien es so, als wäre damit das Ende des Avatar-Kosmos gekommen . Zumindest, was die Serien anging, da es in Form von Comics und Romanen durchaus weiterging.
Das Schicksal änderte sich, als im Jahr 2018 die Live Action-Adaption von Der Herr der Elemente auf Netflix angekündigt wurde. Dies und die Tatsache, dass die Zeichentrickserien zwei Jahre darauf an den großen Streamingdienst lizenziert wurden, sorgten für eine Revitalisierung der Reihe. Was schließlich 2021 in die Gründung von Avatar Studios mündete, bei der die Schöpfer dieses Universums Michael DAnte DiMartino und Bryan Konietzko als kreative Offiziere tätig waren. Ziel dieses Studios war es, neues Material aus diesem Universum zu erschaffen.
Das erste Ergebnis war die Ankündigung einer neuen Serie, die zeitlich nach Korra spielen sollte. Ebenso wurde ein Film mit dem Titel Avatar Aang: Herr der Elemente angekündigt. Jener sollte zuerst herauskommen, ehe jetzt mit Am Horizont die neue Avatar-Serie starten sollte.
Ein neuer Avatar
200 Jahre sind vergangen, seitdem Korra der Avatar war. Die Welt hat sich seitdem verändert. Eine große Katastrophe, die von Korra ausging, hat dafür gesorgt, dass der Herr aller vier Elemente inzwischen gefürchtet wird. Die Menschheit selbst hat sich in sieben Städte, genannt sieben Häfen, zurückgezogen, um so zu überleben.
Doch nach langer Zeit gibt es wieder einen neuen Avatar. Es handelt sich hierbei um eine neunjährige Erdbändigerin mit dem Namen Pavi, die gemeinsam mit ihrem Katzenaffen Geet alleine lebt. Eines Tages lernt sie den jungen Luftbändiger und Mitglied der Bändiger Brigade Jae kennen. Eine Begegnung, die für sie alles verändern sollte.
Der Junge im Eisberg startete mit der Wiederentdeckung des Avatars nach 100 Jahren Kälteschlaf. Willkommen in Republic City zeigte, wie die Nachfolgerin von Aang aus einer behüteten Umgebung ausbrach und überall aneckte. Es waren großartige Folgen, die von Anfang an klar machten, womit man als Zuschauer hier zu tun hatte.
Ein, im Vergleich, schwächerer Auftakt
Im Vergleich zu diesen Auftakt Episoden ist Am Horizont etwas schwächer. Sie braucht ungefähr ein Drittel, ehe sie einen gefangen nimmt. Was unter anderem daran liegt, dass sie parallel versucht, sowohl Jae wie auch Pavi einzuführen. Und der Luftbändiger dem neuen Avatar im wahrsten Sinne des Wortes etwas die Luft zum Entwickeln nimmt, weil er energetischer und präsenter auftritt als der Avatar.
Erst, als das Fest anfängt, verändert sich alles. Weil sich dann langsam die Pfade der beiden überschneiden, was am Ende in das grandiose letzte Drittel der Folge führt. Es ist auch der Moment, wo Pavi anfängt zu glänzen.
Pavi ist vom Leben im wahrsten Sinne des Wortes gekennzeichnet. Sie läuft mit einem Holzbein durch die Gegend und versteckt sich vor den Wächtern der Stadt. Eben weil sie weiß, dass sie der neue Avatar ist und deshalb von allen gefürchtet und gejagt wird. Gleichzeitig leiden sie und ihr Seelentier Hunger und durchwühlen den Müll oder sind auf die Almosen anderer Leute angewiesen.
Ein neunjähriges Mädchen mit großem Gerechtigkeitssinn
Doch gleichzeitig hat sie dieses Herz für Unterlegene, als sie beispielsweise zu Beginn der Folge einem Käfer das Leben rettet. Um dann später versucht, ihn mit seiner Familie wieder zu vereinen, die derweil von einem kleinen Jungen als Schmuckstück verkauft wird. Hier wirkt sie wie ein Avatar, wie jemand mit einem starken Gerechtigkeitssinn, wenn auch nicht für Menschen, sondern “nur” für Tiere.
Es sind diese und auch spätere Taten, die sie sympathisch wirken lassen. Gleichzeitig vergisst die Serie nicht, dass sie am Ende immer noch ein neunjähriges Mädchen ist. Die manchmal etwas verspielt ist und nicht die ganze Kraft eines Erwachsenen besitzt.
Jae hingegen wirkt wie ein Paradebeispiel für einen Briganten. Er ist Pflicht, besessen, fröhlich und überall beliebt. Er versucht seine Brigade zu motivieren, ebenfalls aktiv zu sein und ist entsetzt, als er erfährt, dass er beim Fest keine Aufgaben mehr hat. Und gleichzeitig scheint er in der Lage zu sein, über die Sagen des schrecklichen Avatars hinwegzusehen, als Pavi ihm später das Leben rettet.
Jede Menge Fragen
Natürlich werden in dieser Folge jede Menge Fragen aufgeworfen. Zum einen irritiert der große zeitliche Abstand zwischen Korra und Pavi. Ist es wirklich so, dass seit damals kein neuer Avatar geboren worden ist? Oder kamen welche zur Welt und wurden heimlich zur Strecke gebracht und ihre Existenz verschwiegen?
Interessant ist auch die Info, dass immer weniger Bändiger geboren werden. Wir wissen, dass das Bändigen etwas mit der Manipulation des körpereigenen Chis zu tun hat. Ist diese Fähigkeit abhandengekommen? Oder liegt es an etwas anderem?
Und was ist damals geschehen, als die Katastrophe geschah? War es wirklich Korras Schuld? Oder war es Vaatu, der wiedergeboren wurde und sie damals übernahm?
Genügend Zeit für Antworten ist vorhanden
Diese Episode wirft jede Menge Fragen auf. So viele, dass man sich fragt, ob es der Serie überhaupt möglich sein wird, sie alle auch zu beantworten. Das Gute ist, dass bereits jetzt feststeht, dass sie vier Staffeln laufen wird. Und jede Season wird 13 Episoden umfassen. Also mehr als genug Laufzeit, um hoffentlich wirklich alles aufzuklären.
Info
Regie: Kenji Ono
Drehbuch: Sehaj Sethi
Showrunner: Chris Mundy
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