Dieses Album ist der Auftakt zu einem Vierteiler, der die Mythologie um König Arthus neu interpretiert.

Ein anderer Ansatz
Das Reich Alba kann auf eine lange und blutige Geschichte zurückblicken. Zu Anbeginn der Zeiten traten seine Männer und der Führung des Drachenkönigs Pendragon Ru gegen die finsteren Mächte an und siegte. Jahrhunderte später kamen allerdings die Männer des Adlers und eroberten das Reich. Ehe sie sich zurückzogen und an ihrer Stelle sieben Reiche in einem losen Bündnis traten. Doch neue Gefahr droht und ein neuer Herrscher soll dieser entgegentreten. Natürlich erst, nachdem er, so der Wille Merlins, die alten Götter zurückgeholt hat.
Dieser neue Herrscher soll Artus sein. Der zu Beginn der Story noch als eine Art Söldneranführer kämpft. Bis er durch den Tod eines Monarchen in einer Schlacht zum König wird. Womit allerdings auch der einzige Teil des Plans des Zauberers richtig funktioniert.
Die Artus-Sage ist jetzt schon über mehrere hunderte Jahre alt. Und im Laufe der Zeit entstanden immer wieder neue Interpretationen der Legende. Mal wurde die Perspektive der Morgaine eingenommen, ein anderes Mal die Handlung in die Zukunft verlegt. Dementsprechend herausfordernd ist es, einen Ansatz zu finden, der entweder sehr selten oder noch nie genommen wurde. Bei der Pendragon-Reihe ist es das Dark Fantasy-Setting, dass für Abwechslung sorgen soll. Der erste Band hat den Titel Das verlorene Schwert erhalten und die Serie soll vier Alben insgesamt umfassen.
Eine bunte Mischung
Das Szenario stammt von Jérome Le Gris. Er hat zuvor unter anderem die Geschichten zu den Comicreihen Hawkmoon oder Horacio D’Alba verfasst. Gemeinsam Benoit Dellac, einem der Künstler dieses Albums, hat er die „Schlangengott“-Reihe erschaffen. Paolo Martinello ist der zweite im Bunde, der zuvor unter anderem Conan der Cimmerier: Der Rote Priester illustrierte.
Der Beginn des Albums wirkt dabei wie ein großes Potpourri diverser Ideen und historischer Ereignisse. Auf sechs Seiten wird in einem Affentempo die nötige Hintergrundgeschichte erzählt. Man erfährt von dunklen Göttern, alten Göttern, einem weißen Gott und die Historie des Reiches Alba. Ebenso kriegt man mit, was mit dem Schwert Calibur geschehen ist.
Es ist einiges, was hier gefühlt angerissen wird. Und dabei sind die wichtigsten handlungstragenden Personen noch nicht eingeführt. Das geschieht erst danach.
Erklärung nach Erklärung
Hier zeigt sich, dass das Kreativteam die Vorlage auf eine andere Art und Weise interpretiert. So ist Artus zu Beginn noch eine Art Söldneranführer, ehe er König wird und mit seiner Geliebten vereinigt ist. Doch ebenso kommt Mordred vor, bei dem jedoch von Anfang an klar ist, dass er keiner der Guten ist.
Es ist ein durchaus interessanter Ansatz. Nicht zuletzt auch wegen den diversen Konflikten, die hier angedeutet werden. Denn Artus entspricht nicht dem Wunsch Merlins, die alten Götter wieder zurückzuholen. Stattdessen will er aus Gründen der Macht seine Geliebte mit dem Riten des weißen Gotts heiraten.
Man könnte aus dieser Story viel machen. Doch sie will nicht so richtig in die Gänge kommen. Wann immer es nennenswerte Fortschritte gibt, wird die Handlung ausgebremst, weil dann weitere Erklärungen erfolgen oder zusätzliche Elemente eingeführt werden. Das hat zur Konsequenz, dass der Plot sich über weite Teile des Albums schon fast statisch liest und auch die Charaktere sich nicht nennenswert weiterentwickeln.
Solide Arbeit
Die Zeichnungen von Benoit Dellac und Paolo Martinello sind solide. Die Rückblenden kommen dabei am besten weg. Doch insgesamt muss man bemängeln, dass hier das gewisse Etwas fehlt, um einen rundherum zu gefallen.
Weshalb dieser Auftakt auch eher mittelmäßig gelungen ist.
Info
Autoren: Jérôme Le Gris
Zeichner: Benoît Dellac, Paolo Martinello
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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