Nachdem es zuletzt ja äußerst dramatisch zuging, wird es Zeit für die Serie, wieder einen Gang zurückzuschalten.
„Nur“ gut
Ein Monat ist seit den Ereignissen auf der USS Miyazaki vergangen. Und auch wenn die Akademie äußerlich wieder zum Alltag zurückgekehrt ist, gibt es immer noch jede Menge Anzeichen dafür, dass nicht alles in Ordnung ist. So glitcht SAM sporadisch. Trotzdem stehen jetzt die Herbstferien bevor und alle verlassen das Institut. Alle bis auf Caleb (Sandro Rosta), dem es gelungen ist, Ake zu überreden, dass er zurückbleiben kann. Und auch Genesis (Bella Shepard) ist dageblieben. bzw. hat sich zurück geschlichen. Die beiden wollen die „sturmfreie“ Akademie voll genießen.
Jay-Den (Karim Diané) wird derweil Zeuge, wie Darem (George Hawkins) entführt wird. Er folgt den Kidnappern durch ein Portal und landet auf Khiona, der Heimatwelt des Entführten. Und auch der Entführern. Denn wie sich herausstellt, war dies ein Ritual, das vor einer Eheschließung durchgeführt wird. Und eine solche steht ebenfalls Darem bevor, dessen Ehe bereits als Kind arrangiert wurde.
Zuletzt hatte Star Trek: Starfleet Academy eine unglaubliche Reihenfolge an exzellenten Episoden. Es schien so, als ob die Reihe ein ähnlich hohes Niveau erreichen würde, wie es die letzte Lower Decks-Season hatte. Doch Ko’Zeine kann den Standard nicht halten. Bzw. ist es am Ende „nur“ eine gute Folge, aber keine überragende. Was dann irgendwie auch für die Serie spricht.
Nichts gemeinsam?
Man hat es hier mit zwei Plots zu tun. Auf der einen Seite hat man Calebs und Genesis Erlebnisse in der nahezu leeren Sternenflottenakademie. Auf der anderen Seite steht Daren kurz davor, eine lange vorher arrangierte Ehe einzugehen –sehr zum Missfallen von Jay-Den.
Über weite Teile haben beide Handlungen augenscheinlich nichts gemeinsam. Am Ende wird allerdings klar, dass es hier um Verpflichtungen und Verantwortungen geht und wie die jeweiligen Betroffenen damit umgehen.
Dass dies die Episode ist, in der Genesis mehr Profil erhält, ist sehr gut. Bislang hatte man sie „nur“ als Tochter eines wichtigen Admirals kennengelernt, die ein enormes Pflichtgefühl hat, aber gleichzeitig auch empathisch ist und sich so beispielsweise mit SAM anfreundete und dieser half, sich in der für sie fremden Umgebung zurechtzufinden. Sie wirkte lange Zeit wie ein typischer Überflieger, jemand, dessen Karriere auf der Überholspur vorgezeichnet war.
Keine Miss Perfect
In Ko’Zeine erhält dieses Bild Risse. Man lernt eine junge Frau kennen, die durchaus zu Streichen bereit ist, aber gleichzeitig auch heimlich ein Ziel verfolgt, welches sie sogar vor Caleb verheimlicht. Was dann am Ende trotzdem auffliegt.
Es ist vor allem die Begründung, die Genesis für ihren Plan angibt, der ihren Charakter massiv vorantreibt. Auf einmal erhält das Bild der Miss Perfect, der Vorzeigestudentin, erhebliche Kratzer. Gleichzeitig kann man jedoch auch ihre Gründe, wieso sie so vorgegangen ist, sehr gut nachvollziehen.
Wobei das jetzt nicht bedeutet, dass Caleb zu einer Randfigur verkommt. Er ist ein wichtiger Part des Plots. Und auch seine Figur entwickelt sich weiter, da man zu Beginn sieht, dass er zögert, Tarima eine Nachricht zu schicken. Er hat dies wohl schon seit über einem Monat hinausgezögert. Mal schauen, was für Konsequenzen das haben wird.
Es plätschert vor sich hin
Eine andere Art von Pflichtgefühl zeigt sich bei Darem. Er fühlt sich seiner Familie und seiner Heimatwelt verpflichtet, weshalb er auch bereit ist, die Ehe jetzt schon einzugehen, und nicht, wie es vorher geplant war, erst nachdem er die Akademie abgeschlossen hat.
Dass Jay-Den damit Probleme hat, ist offensichtlich. Es passt zu seiner Figur. Denn gerade er weiß ja, wie es ist, wenn man versuchen muss, Erwartungen zu entsprechen und dadurch irgendwie auch Pflichten zu erfüllen. Weshalb er eben mit der Entscheidung seines Kameraden nicht einverstanden ist.
Die Art und Weise, wie dieses Dilemma aufgelöst wird, ist dann allerdings eindeutig zu gefällig. Wie auch insgesamt dieser Plot einen längst nicht so packt, wie der auf der Akademie. Es ist nachvollziehbar, was die Drehbuchautoren erreichen wollten. Doch im Vergleich zu der Handlung von Caleb und Genesis plätschert diese eher so vor sich hin. Trotz der guten Charakterisierung der beteiligten Figuren.
Am Ende ist das Problem dieser Episode allerdings nicht nur die Tatsache, dass der eine Plot im Vergleich zum anderen nicht so überzeugen kann, sondern auch der Fakt, dass man sich, angesichts der dramatischen Ereignisse der letzten Folge, mehr Fokus auf die Konsequenzen dieser gewünscht hätte. Dass dem nicht so ist, ist schade.
Informationen
Regie: Andi Armaganian
Drehbuch: Alex Taub & Eric Anthony Glover
Showrunner: Alex Kurtzman, Noga Landau
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