[DSN 038] Profit und Verlust

Lesezeit circa: 6 Minuten

In „Profit und Verlust“ trifft Quark seine Vergangenheit wieder.

Die Vergangenheit kommt zurück

Ein stark beschädigtes cardassianisches Schiff taucht bei Deep Space Nine auf und wird mit Traktorstrahlen angedockt. An Bord befindet sich die cardassianische Lehrerin Natima Lang, die mit ihren Studenten Rekelen und Hogue unterwegs war. Sie bittet darum, dass ihr Raumschiff repariert wird, was ihr gewährt wird. So lange darf sie sich auf der Station bewegen. Als sie dies tut, trifft sie auf Quark (Armin Shimerman), den sie zu kennen scheint und ihm eine Ohrfeige verpasst. Es stellt sich heraus, dass sie und er früher zusammen waren. Die Versuche des Barkeepers, wieder mit ihr zusammenzukommen, scheitern allerdings. Derweil wird herausgefunden, dass das Schiff durch cardassianisches Waffenfeuer beschädigt wurde.

Daraufhin enthüllt Natima, dass sie und ihre Schüler in Wahrheit cardassianische Dissidenten sind, die auf ihrer Heimatwelt verfolgt werden. Rekelen und Hogen sind sogar wichtige Anführer. Deshalb, und weil Garak (Andrew Robinson) sie gesehen hat, drängt sie darauf, dass ihr Schiff schnellstmöglich repariert wird.

Unterdessen besucht Quark Garak, um mehr von ihm über cardassianische Mode zu erfahren. Bei dem doppeldeutigen Gespräch warnt der Schneider den Barkeeper davor, sich mit Natima einzulassen, da sie sehr radikal ist. Doch der Ferengi will nicht auf ihn hören, sondern die Beziehung zu ihr weiter vertiefen.

Profit und VerlustDie Liebe sorgt für Turbulenzen

Plötzlich taucht ein cardassianisches Kriegsschiff bei der Station auf. Es stellt sich heraus, dass Garak seine Heimatwelt darüber informiert hat, dass die Dissidenten bei Deep Space Nine angelangt sind. Ob sie ausgeliefert werden, muss die bajoranische Übergangsregierung entscheiden.

Derweil kommen sich Natima und Quark näher. Nach einem kleinen Unfall mit einem Phaser schütten sie sich gegenseitig ihr Herz aus. Und sie beschließt schließlich, seinen Bitten nachzugeben und bei ihm zu bleiben. Doch dann wird sie von Odo (René Auberjonois) verhaftet, denn die Regierung von Bajor hat beschlossen, sie an Cardassia auszuliefern. Es gelingt dem Ferengi später, den Constable davon zu überzeugen, sie und die Dissidenten laufen zu lassen. Doch auf ihrem Weg von der Raumstation runter werden sie von Garak erwartet.

Er erhielt von Gul Toran, dem Kommandanten des Militärschiffes, den Auftrag, die Rebellen zu töten. Im Gegenzug soll sein Exil aufgehoben werden. Allerdings zögert der Schneider, was Toran erwartet hatte und die Sache selber in die Hand nehmen will. Was Garak dazu animiert, den Offizier kaltblütig zu vaporisieren und die drei anderen Cardassianer gehen zu lassen. Zurück sinnieren er und Quark über die Liebe.

Ein ungewöhnlicher Quark

„Profit und Verlust“ ist eine ungewöhnliche Episode. Denn in ihr lernt man einen Quark kennen, der zwar nicht Out Of Character agiert. Der aber dennoch vollkommen andere Seiten aufweist, als man es bislang von ihm her gewöhnt ist.

In allen früheren Folgen wurde Quark als ein Hallodri dargestellt, als ein Schürzenjäger, der dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt ist. Wiederholt hat er versucht, seinen angeblichen Charme unter Beweis zu stellen, und flirtete so beispielsweise mit den weiblichen Offizieren von Deep Space Nine. Dass die das nicht unbedingt gewürdigt haben, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Doch dann tritt Natima Lang auf und auf einmal zeigt sich, dass Quark jemand ist, der durchaus in der Lage ist, sich richtig zu verlieben. Dabei ist die Cardassianerin das genaue Gegenteil zu ihm. Nicht nur körperlich, sondern ebenso vom Wesen her. Während er auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, arbeitet sie für eine gute Sache. Da zeigt sich, dass sich Gegensätze auch in der Zukunft anziehen.

Profit und VerlustWer ist Garak?

Man merkt Armin Shimerman an, wie viel Spaß es ihm macht, seine Figur in „Profit und Verlust“ einmal radikal anders zu interpretieren. Dadurch schafft er es nahezu im Alleingang, dass diese Folge gut geworden ist.

Doch auch die anderen Charaktere tragen mit dazu bei, allen voran Elim Garak. Der cardassianische Schneider ist und bleibt immer noch ein großes Mysterium. Seine Handlungsweise ist unvorhersehbar, wie man besonders am Ende sieht. Zunächst ist er bereit, die Dissidenten zu verraten, nur um dann, als er selber verraten wird, ohne mit der Wimper zu zucken den verräterischen Gul zu vaporisieren. Immer wieder präsentiert er sein freundliches, unverbindliches Lächeln, was dafür sorgt, dass er umso rätselhafter wirkt. Was ist seine Vergangenheit, wieso ist er im Exil, was hat er früher gemacht? Jeder erneute Auftritt von Garak trägt mit dazu bei, dass die vorhandenen Fragen jedes Mal an Gewicht gewinnen, sodass man auf deren Antwort sehnsüchtig wartet.

Übrigens: Wem beim Zuschauen und vor allem am Ende von „Profit und Verlust“ Parallelen zu dem Kultfilm „Casablanca“ auffallen? Das ist so gewollt. Die Folge wurde bewusst als Hommage daran produziert. Auch wenn später Showrunner Ira Steven Behr nicht so sehr von ihr überzeugt war, weil laut seiner Meinung Quark in ihr zu sehr wie ein Held wirkte, was die Figur ja nicht ist.

Interessante Entwicklungen

Doch dieser Kritikpunkt ist zu verschmerzen, weil eben immer noch daran gedacht wird, dass er ein halbseidener Charakter ist. Details wie zum Beispiel, dass er Zugangscodes von Natima Lang für seine eigene Pläne nutzte, erinnern den Zuschauer daran.

Falls man an der Folge etwas zu kritisieren hat, dann ist es die Tatsache, dass die Handlung teilweise eher vor sich her plätschert. Wirklich Spannung vermag nicht aufzukommen. Doch angesichts der interessanten Entwicklung von Elim Garak und dem Auftauchen von neuen Seiten an Quark lässt sich das verschmerzen.

Übrigens sind der englische und deutsche Titel bedeutungsgleich. „Profit und Verlust“ heißt nämlich im Original „Profit and Loss“. Ein Titel, der wieder zur Folge passt. Denn sowohl Quark als auch Garak hätten von der Ankunft Natima Langs profitieren können. Doch am Ende verlieren sie den angestrebten Profit. Nur lässt sich das wirklich als Verlust interpretieren, angesichts dessen, dass sie wichtige Erkenntnisse über sich selbst gewannen? Die Antwort erhält man, wenn man die Episode sieht.

 

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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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