In Die Eisige Zeit ist einiges los.

Er taucht endlich auf

Vor vielen tausenden von Jahren herrschte „Krieg“ zwischen den Jaghut und den T’Lan Imass. Als eine Jaghut-Mutter kurz davor steht, getötet zu werden, schickt sie ihre beiden Kinder in ein nahestehendes Azath-Haus und damit in eine ungewisse Zukunft. Ebenfalls vor langer Zeit trafen sich drei Götter, um über einen Sterblichen zu richten, der dann allerdings den Spieß umdrehte und seinen Untergang ebenso zu dem ihren machte.

In der Gegenwart wird der gesamte Kontinent Genanbakis von den sogenannten Pannionischen Sehern bedroht, einem sich schnell ausbreitenden Kult mit perversen Praktiken. Der Malazianer Dujek Einarm, der offiziell dem Imperium abtrünnig geworden ist, führt seine Armee in den Kampf gegen eben diesen. Und er ist nicht alleine, er hat Verbündete, darunter auch die Tiste Andii unter der Führung von niemand Geringerem als Amonander Rake.

Mit Die Eisige Zeit schreibt Steven Erikson den ersten Roman seiner „Das Spiel der Götter“-Reihe, der wirklich wirkt wie eine Geschichte aus einer Fantasy-Serie. Man hat das Gefühl, dass die ersten drei Bände nur den Boden vorbereiteten für das, was hier geschieht. Und es ist die erste Erzählung, in der der primäre Antagonist, der verkrüppelte Gott, persönlich auftaucht.

Jede Menge von allem

Es ist aber ebenso eine Story, in der der Autor all die Elemente einbaut, die sein Werk so ausmacht. Es existieren Bestandteile, die abertausende von Jahren weit in die Vergangenheit reichen. Es gibt, sagen wir mal, exzentrische Figuren. Und Drama, Horror und Humor wechseln sich gegenseitig immer wieder ab.

Die Eisige Zeit ist ein atemberaubender Roman, in jederlei Hinsicht. Das fängt schon bei der fragil erscheinenden Allianz aus Malazanern, Barghast, Tiste Andii und T’Lan Imass an, bei der vor allem Dujek Einarms Armee mit den Brückenbrennern eine wichtige Rolle spielen. Man sieht, wie der altgediente Veteran versucht, zwischen den verschiedenen Gruppen zu vermitteln, was nicht immer einfach ist, da die Interessen doch stellenweise zu unterschiedlich sind, und in den jeweiligen Gruppierungen auch nicht immer alles glatt läuft.

So sind die T’Lan Imass untote Wesen, die sich vor Jahrtausenden einem Ritual unterzogen haben, dass sie damals zu solchen Kreaturen machte. Mit Silberfuchs, bei deren Entstehung der ältere Gott K’rul und der windige und undurchschaubare Kruppe eine wichtige Rolle gespielt haben, wurde jetzt die erste Neue ihrer Art seit jenen Jahren geboren. Ihr ist es prophezeit, den Fluch von diesen Wesen abzunehmen, allerdings ist sie  noch ein Kind. Wenn auch eins, dass sehr schnell altert und anscheinend von ihrer Mutter zehrt, die ebenfalls älter wird.

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Ebenso wird in Die Eisige Zeit die Freundschaft zwischen dem Anführer der Brückenbrenner, Elster, und Amonander Rake, dem Sohn der Dunkelheit, betont, wobei zwischen den beiden ein enormer Unterschied ist, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass der Malazaner sterblich ist und der Anführer der Tiste Andii unsterblich und noch dazu die Gestalt verändern kann.

Steven Erikson reichert seinen Roman mit zigtausend Plots und Figuren an, die einem aber alle in Erinnerung bleiben. Er beschreibt die Reise von Lady Missgunst, deren Begleiter unter ihrer Jovialität und ihrem Sarkasmus leiden. Er beschreibt, wie Gannoes Paran zu etwas wird, was auf das titelgebende „Spiel der Götter“ großen Einfluss haben wird. Und mit enormer Verve schildert er die Sitten der jeweiligen Völker und die Situation in dem von der Pannionischen Domäne bedrohten Capustan.

Allerdings ist der große Unbekannte in dieser Geschichte natürlich der verkrüppelte Gott. Wie bereits eingangs erwähnt, ist er der große Antagonist in dieser Reihe. Seine Existenz wurde schon in früheren Romanen angedeutet, doch in Die Eisige Zeit hat er seinen Erstauftritt, wobei er persönlich nur selten auftaucht und man stattdessen seinen Einfluss mitbekommt.

Die Eisige Zeit ist ein unterhaltsam und abwechslungsreich geschriebener Roman. Definitiv einer der besten Teile der Reihe.

Das Spiel der Götter 04 Die Eisige Zeit
Cover © Blanvalet

Autor: Steven Erikson
Titel: Das Spiel der Götter 04: Die Eisige Zeit
Originaltitel: Memories of Ice. A Tale of the Malazan Book of the Fallen 3, Part 1
Übersetzer:  Tim Straetmann
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 04/2014
Einband: Taschenbuch
Seiten: 637
ISBN: 978-3-442-26990-7
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  • Der verkrüppelte Gott wird das erste Mal selber aktiv
  • Freundschaft zwischen Elster und Amonander Rake
  • Entwicklung von Ganoes Paran
Götz Piesbergen

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