Der Teufel gibt sich ein Stelldichein.

Der Pakt mit dem Teufel
(Devil’s Due)

Staffel 4 – Folge 13

Regie: Tom Benko
Story: Philip Lazebnik
Buch: Philip Lazebnik und William Douglas Lansford

Inhalt

Die Enterprise reagiert auf einen Notruf der Forschungsstation auf den Planeten Ventax II. Auf dem eigentlich friedlichen Planeten ist eine Massenpanik ausgebrochen, da man mit der baldigen Wiederkehr der mythischen Figur Ardra rechnet, welche vor tausend Jahren einen Vertrag mit den Ventaxianern abschloss, der ihr die Besitzrechte an dem Planeten und dessen Bewohnern zugesteht. Kurz darauf erscheint Ardra tatsächlich und nimmt für sich die Herrschaft über Ventax II in Anspruch. Doch Captain Picard hält die Dame für eine Betrügerin und überredet sie zu in einer Gerichtsverhandlung, in der sie ihre Behauptung die echte Ardra zu sein beweisen soll …

Rezension

Interessant an Der Pakt mit dem Teufel ist vor allem, dass das Drehbuch in seiner ursprünglichen Fassung für die nie zustande gekommene Serie Star Trek II – nicht zu verwechseln mit dem Kinofilm Der Zorn des Khan – in welcher Kirk und Co. wieder die Hauptpersonen sein sollten, geschrieben wurde. Und das merkt man auch, denn der Plot erinnert stark an eine typische TOS-Episode. Picard agiert hier so entschlossen wie man es auch von Kirk in seinen besten Momenten kannte. Vor allem aber das Konzept eines vermeintlich übermächtigen Wesens, das eine unterentwickelte Gesellschaft zu unterjochen versucht, kennt man aus mehreren Folgen der Originalserie, man denke zum Beispiel an die Folge Der Moment der Erkenntnis.

Gleichwohl nimmt sich Der Pakt mit dem Teufel selbst nicht besonders ernst, sondern schlägt einen eher heiteren Ton an, der die Folge sehr unterhaltsam macht. Es macht Spaß zu sehen, wie Picard versucht, Ardra als Betrügerin zu entlarven, was ihm jedoch zunächst alles andere als leicht fällt. Vor allem zu Beginn wird der Zuschauer in die Irre geführt, erscheinen Ardras Verwandlungen in unterschiedliche Gestalten und ihre Fähigkeit, Erdbeben scheinbar nur durch Willenskraft auszulösen, absolut unerklärlich. Kurz wird sogar die Möglichkeit erwogen, dass sie eine Bewohnerin des Q-Kontinuums ist. Die von Geordi aufgedeckte wahre Erklärung für ihre Tricks erscheint dann aber leider nicht ganz glaubwürdig. Es wird zum Beispiel behauptet, dass sie die Enterprise nur mittels einer billigen Kopie der romulanischen Tarnvorrichtung hat verschwinden lassen. Da fragt man sich schon, warum die Crew des Schiffes nicht per Funk mit ihren Kollegen auf Ventax II Kontakt aufgenommen hat, denn eine Kommunikation mit dem Planeten wäre ja durch die Tarnung kaum unterbunden worden.

Aber solche kleinen Fehler werden durch die vielen Qualitäten der Episode wieder aufgewogen. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Picard und Ardra weiß zu gefallen. Als sie versucht, ihn in seinem Quartier zu verführen, sorgt das sogar für ein gewisses erotisches Knistern – auch wenn Ardars Annäherungsversuche Picard völlig kaltlassen, bei Captain Kirk hätte sie möglicherweise mehr Erfolg gehabt.

In Hinblick auf die Effekte kommt die Folge eher durchschnittlich daher. Am interessantesten sind hier Ardars Verwandlungen. Fe’klah, der wohl so etwas wie der klingonische Teufel sein soll, sieht ziemlich furchteinflößend aus, sogar Worf scheint einen gewissen Respekt vor ihm zu haben. Ansonsten fallen die Außenaufnahmen von Ventax II reichlich unspektakulär aus.

Im Großen und Ganzen ist Der Pakt mit dem Teufel eine in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche, aber in jeder Sekunde unterhaltsame Folge mit hohem Nostalgiefaktor.

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Sven Wedekin
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