Der Doctor lernt an Bord des Raumkreuzers Titanic neue Freunde kennen und hadert mit seiner Machtlosigkeit.

Blinder Passagier

Sekunden nachdem sich der Doctor (David Tennant) und Martha, nach ihrem Kampf gegen den Master, voneinander verabschiedet haben, kollidiert die TARDIS mit dem bekanntesten Kreuzfahrtschiff der Geschichte: der Titanic. 

Die Reise der Verdammten

Es handelt sich allerdings nicht um das Original, das 1912 im Nordatlantik sankt, sondern um einen Raumkreuzer des Reeders Max Capricorn (George Costigan), das an Weihnachten 2007 einen Zwischenstopp im Orbit der Erde einlegt. Das schaut sich der Doctor näher an und mischt sich unter die Passagiere. Auf der Weihnachtsparty lernt er die Hostess Astrid Peth (Kylie Minogue) kennen und freundet sich mit ihr an. 

Die Reise der Verdammten

Sie schließen sich dem Ehepaar Van Hoff an, um am Landausflug in Großbritannien teilzunehmen. Die Kenntnisse des Reiseführers Mr. Cooper (Clive Swift) in Erdonomie sind allerdings nicht ganz korrekt. Als sie nach London teleportiert werden, sind die Straßen, die normalweise am Weihnachtstag brechend voll sind, leer und verlassen. Nach den letzten weihnachtlichen Desastern in der Hauptstadt – wie die Invasion der Sycorax in die Weihnachtsinvasion (2005) oder den Angriff der Racnoss in Die aufgelöste Braut (2006) – sind die Menschen aufs Land geflüchtet. Nur die königliche Familie verblieb im Buckingham Palace. 

Saboteure

Nach einer Energieschwankung und ungewöhnlichen Handlungen des himmlischen Chors, einer Schar von Roboter-Engeln, welcher den Gästen als Quelle für touristische Informationen dient, forscht der Doctor etwas nach und entdeckt, dass die Schutzschilde des Kreuzers deaktiviert sind und welche Gefahr auf das Schiff zurast. 

Die Reise der Verdammten

Der Doctor versucht, den Captain und die Besatzung zu warnen, aber er kann das Unglück nicht verhindern, und Minuten später schlagen drei Meteore in die Titanic ein. Es handelt sich allerdings nicht um einen Unfall. Saboteure waren am Werk. Das Schiff ist manövrierunfähig, unzählige Passagiere sind tot und nun droht es, auf die Erde zu stürzen und den Planeten in einem Nuklearsturm zu zerstören.  

Überlebende

Der Doctor und eine kleine Gruppe von Passagieren haben überlebt und schlagen sich nun durch, um zur Brücke zu gelangen und das Schiff vor dem Absturz zu bewahren. Während Foon (Debbie Chazen) und Morvin Van Hoff (Clive Rowe) versuchen, einen Engel instand zu setzen, damit dieser die Trümmer für sie beseiteräumt, zeigt sich schnell, was mit den Droiden nicht stimmt. Ihnen wurde ein neuer Auftrag einprogrammiert. Töten!

Die Reise der Verdammten

Unter großen Gefahren und schweren Verlusten finden sie auf Deck 31 den Grund für die Sabotage und einen weiteren Passagier, der nicht gelistet ist. Am Ende ist es Astrid, die durch ihren Mut den Tag, das Schiff und die Erde rettet. Nur sie kann der Doctor nicht retten. 

Fazit zu Reise der Verdammten

Das Weihnachtsspecial von 2007 dauert über 1 Stunde und ist eine der wenigen Folgen, in welcher der Doctor ohne Begleitung reist. Mit Kylie Minogue als Astrid wird diese Lücke aber durchaus passend besetzt. Die anderen Passagiere bedienen zwar das Klischee vom skupellosen Broker oder korpulenten Normalos und bieten kaum Überraschungen, aber alles in allem harmoniert der Cast ganz gut miteinander. Dafür offenbart der Cyborg Banakaffalatta (Jimmy Vee) sein Geheimnis und Mr Clifforts „Kenntnisse“ der menschlichen Gepflogenheiten bringen den Humor in die Story. 

Es zeigen sich erste Anzeichen, dass der Doctor auf einen ausgeprägten Gottkomplex zusteuert. Er gefällt sich schon immer sehr in der Rolle des Retters, was sich in seiner Ansprache auf die Frage, wer er denn überhaupt sei, zeigt. 

The Doctor: I’m the Doctor. I’m a Time Lord. I’m from the planet Gallifrey in the constellation of Kasterborous. I’m nine hundred and three years old. And I’m the man that’s going to save your lives and all six billion people on the planet below. You got a problem with that?

Nach Astrids Tod ist er verzweifelt und man weiß nicht genau, ob es nur wegen der jungen Frau ist oder vielleicht, weil er versagt hat. Mr. Cooper gelingt es, ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, aber es zeigt sich einmal mehr, dass der Doctor nicht alleine bleiben sollte. 

Angelehnt an den Katastrophenfilm Die Höllenfahrt der Poseidon (1972) müssen sich die Überlebenden durch das zerstörte Schiff kämpfen, nur dass sich ihnen hier eine Horde tödlicher Roboter in den Weg stellt, um auch noch den letzten zu erwischen. Die Engel sind auch die Nemesis der Story, ihr eigentlicher Zweck ist nur, den SciFi-Charakter der Show zu bedienen. Die Darstellung der Engel ist wie gewohnt bei Doctor Who mit Schauspielern umgesetzt und ganz ok, aber verglichen mit den weinenden Engeln grottenschlecht. Für die Familienshow gibt es diesmal ungewöhnlich viele Todesopfer, die aber zumindest mich emotional nicht erreicht haben.

Nach der Erstausstrahlung der Episode wurden Stimmen laut, die eine Nonsens-SciFi-Episode, welche die Titanic zum Thema hat, als respektlos bezeichneten, da die Tragödie um das Schiff so viele Todesopfer forderte. Die Episode wurde Verity Lambert gewidmet, der Produzentin der ersten beiden Doctor Who-Staffeln (1963-1965), die kurz vorher gestorben war. 

Abschließend kann man sagen, dass die Story sehr vorhersehbar ist, die CGI-Szenen einer TV-Serie der frühen 2000er entsprechen und der Doctor einfach toll aussieht im Smoking. 

Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
6/10
Total Score

Positive

  • Action
  • witzige Szenen

Negativ

  • Der himmlische Chor
  • vorhersehbare Story
Stefanie Maus
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