Review: Doctor Who Monster Edition 05 – Stachel der Zygonen

Lesezeit circa: 6 Minuten

Stephen Cole schickt den Doctor auf Monsterjagd.

Stachel der ZygonenDoctor Who: Monster Edition 5 – Stachel der Zygonen
Autor: Stephen Cole
Erscheinungsdatum: 04.05.2021
Einband: Taschenbuch
Seiten: 256
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Worum geht es?

Der Doctor und seine Begleiterin Martha finden sich im Lake District im Jahr 1909 wieder. Ziel war eigentlich Berlin 1908. Knapp daneben, befindet der Doctor und stellt begeistert fest, dass das nahe Dorf von riesenhaften Monstern heimgesucht wird. Er und Martha treffen dabei auf den Jäger Victor Meredith und begleiten ihn sofort.

Kurz darauf werden sie in die Geschehnisse verwickelt. Es stellt sich schnell heraus, dass Zygonen dahinter stecken und die Monster ihre einzige Nahrungsquelle darstellen. Während Martha mit ihrer medizinischen Ausbildung, ihrer allgemeinen Bildung und ihrem für diese Zeit ungewöhnlichen Auftreten versucht, mit den Menschen und der Situationen klarzukommen, springt der Doctor, fröhlich und abenteuerlustig wie man ihn kennt, durch das District. Gemeinsam mit neuen Verbündeten machen beide sich an die Aufklärung der unheimlichen Geschehnisse.

Rezension

Ten ist immerhin mein zweitliebster Doctor. Absoluter Favorit ist Eleven und ich hoffe, diesem in dieser Reihe noch zu begegnen.

In Stachel der Zygonen geht es stellenweise temporeich zu, was prima zu Ten passt. Dabei fehlen weder die typisch lockeren Sprüche, noch die überschwängliche Begeisterung, die schon fast pathologisch ist. Durchweg flott ist der Roman jedoch nicht, vielmehr ist es eine schöne Mischung aus Tempo und ruhigeren Passagen. Beides passt zur grundlegenden Thematik der Geschichte: Ten und seine Begleiterin Martha befinden sich unversehens auf der Jagd, wie es zunächst scheint. Eine gelungene Spannungskurve lässt die Story jedoch unerwartet in eine Invasorenthematik „kippen“.

Knapp daneben

Ländliches Lake District statt Berliner Glitzer. Dörfer statt Großstadt. Landsitze statt Stadtvilla. Kühe statt High Society. Die TARDIS hat sich – nicht unerwartet – verflogen und ihre Passagiere woanders abgesetzt. Passiert ab und zu. Ok, passiert ständig, aber das macht ja auch den Reiz aus: Wer den Doctor begleitet, weiß nie so recht, wo es hingeht. Der Doctor allerdings auch nicht.

Die riesenhaften Bestien zu Beginn machten zunächst den Eindruck, als würde Stachel der Zygonen eine Art Beowulf-Story werden. Kurzer Exkurs zum epischen Heldengedicht: Beowulf ist ein Gauten-Held, der das menschenfressende Monstrum Grendel, welches die Hallen des dänischen Königs Heorot heimsucht, besiegt. Anschließend tötet er Grendels Mutter und kämpft später gegen einen Drachen, wobei er diesen zwar überwältigt, dabei aber selbst umkommt. Zurück zu Dr Who: Aus der Beowulf-Geschichte wurde nichts, wie ich feststellte. Dafür wurde es anderweitig ganz schön spannend.

Aliens statt sagenhafter Ungeheuer

Die Bestien, Skarasen, um genauer zu sein, gehören den Zygonen. Auf der Erde gestrandet, versuchen die Zygonen zu überleben, was mich anfangs noch mit Mitleid erfüllte, bis ihre wahre Absicht, wenngleich entstanden aus dem unfreiwilligen Aufenthalt auf der Erde, deutlich wurde. Schön beschrieben wird hier ihre Bodyprint-Technologie, mit der sie die Plätze der gefangenen Menschen einnehmen, um ihre Pläne durchzuführen. Die vielen Szenen, die die Lesenden vor die Frage stellen, ob die agierende Figur nun wirklich ein Mensch oder doch ein bodygeprinteter Zygone ist, sind gekonnt eingeflochten, wobei es da obendrein noch zu der ein oder anderen überraschenden Erkenntnis kommt („Ups, doch ein Mensch!“). Selbst vor Tieren machen die Zygonen nicht Halt.

Ich möchte eigentlich überhaupt nicht spoilern, aber die Kühe muss ich erwähnen. Achtete ich zunächst nicht so sehr drauf und fand es eher belustigend, wie Ten mit den friedlichen grasenden Tieren über seine Aktionen spricht, wurde ich später doch misstrauisch. Zu Recht und es war ein klassischer „Ich hab’s doch gewusst!“-Moment.

Neue Kontakte

Natürlich finden Ten und Martha neue Freunde. Darunter Ian, dessen Vater eine unschöne Begegnung mit den Zygonen hatte, den Jäger Victor Meredith und den französischen Journalisten Romands, der mit neuester Technik über die Geschehnisse im Lake District berichten will. Natürlich ist kein Abenteuer alleine zu bestreiten. Das ist der typische Hintergrund der Dr Who-Geschichten und wird auch hier selbstverständlich fortgeführt. Dabei erhält jede der hauptsächlich vorkommenden Personen ihren individuellen Charakter. Beispielsweise sind da neben den Mitstreitern die höchst gestrenge Nanny, welche ihre sadistischen Neigungen an dem Jungen auslässt, und die typisch ländliche Wirtin Mrs Unswick, welche die Kochkunst seltsamerweise nicht beherrscht. Insgesamt sind die Charaktere eine schöne bunte Mischung, sodass es auf keinen Fall eintönig wird, auch wenn der Autor sich manchmal an Klischees bedient, wie im Falle der gefühlskalt agierenden Nanny, die einen aufgeweckten Jungen betreuen soll und vor Drohungen und Strafen nicht zurückschreckt.

Dabei passen alle menschlichen Figuren ziemlich gut in die Zeit, in der Stachel der Zygonen stattfindet. Handeln, Denken und Gespräche passen zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Sei es der Umgang mit Frauen, das Misstrauen gegenüber neuartiger Technik oder gegenteilig die Faszination davon. Alles – Szenerien, Charaktere, Technologien – ist lebendig beschrieben und wirkt plastisch.

Fazit

Stachel der Zygonen hat mir gut gefallen. Es lässt sich gut an und die Spannungskurve flacht auch im weiteren Verlauf nicht ab. Einziges augenzwinkerndes Manko: Die rund 250 Seiten sind ratzfatz gelesen.

Ich gebe hier eine klare Leseempfehlung. Es lohnt sich definitiv.

Für diese Rezension wurde ein Exemplar von Cross Cult zur Verfügung gestellt. 

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Kirsten P.
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