Spotlight: Peter Weller

Lesezeit circa: 7 Minuten

Peter Weller hat im Laufe seines Lebens schon viele erstaunliche Sachen gemacht.

Von der Musik zur Schauspielerei

Peter Weller wurde in eine musikalische Familie geboren. So waren drei Generationen seiner Vorfahren auf der Seite seiner Mutter Dorothy Jean Pianisten.  Er selber hat eine enorme Vorliebe für Jazz, den er leidenschaftlich gerne spielt.

Die Kindheit des am 24. Juni 1947 geborenen Schauspielers war vor allem von einem geprägt: von sehr vielen Umzügen. Denn sein Vater Frederick Bradford Weller war Anwalt, Bundesrichter und Hubschrauberpilot bei der US Army. Dementsprechend oft zog die Familie um, wobei sie auch eine geraume Zeit in West-Deutschland verbrachte, ehe sie nach Texas zogen, wo der Sohn auf die Alamo Heights High School ging und dort 1965 seinen Schulabschluss machte. Danach studierte er an der North Texas State University, wo er die Trompete in einer der Campus-Bands spielte. Er machte dort seinen Bachelor of Arts in Theaterwissenschaften und verbesserte sein Wissen an der American Academy of Dramatic Arts.

Seine Schauspielkarriere fing 1972 an, wobei sein erster Film- und Fernsehauftritt im Jahr 1973 geschah:  Peter Weller spielte in dem Fernsehfilm Der Mann ohne Vaterland als Lt. Fellows mit. 1979 war er dann Teil des Maincasts des Kinofilms Butch and Sundance – Die frühen Jahre, wo er Joe Le Fors darstellte.

Er ist der Robocop

1981 war er einer der Hauptdarsteller in der Miniserie Mourning becomes Electra, wo er als Captain Peter Niles in allen fünf Episoden auftauchte. Doch dass er in einer Serie auftrat, war etwas, das für den Darsteller in jener Zeit Seltenheitswert hatte. Überwiegend war er ein Filmschauspieler. Und in den 1980er Jahren sollte er in einigen Filmen auftreten, die seinen Ruhm begründeten.

Der erste war Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension aus dem Jahr 1984. Ein Kultfilm, in dem Peter Weller die Titelfigur darstellte. Zu den Nebendarstellern zählten unter anderem Jeff Goldblum, ein sehr guter Freund von ihm, und Christopher Lloyd. Ursprünglich sollte dieser Film Auftakt zu einer ganzen Reihe werden, doch ein finanzieller Misserfolg an den Kinokassen vereitelte dies. Trotzdem wurde die Serie seitdem oft in Comics, Büchern und Videospielen adaptiert und es gab mehrere Anspielungen auf den Kinofilm.

Der zweite Film kam drei Jahre später heraus, also 1987. Es handelte sich dabei um Robocop, wo der Darsteller die Titelfigur und dessen früheres ziviles Ich, den Polizisten Murphy darstellte. Der Film war ein voller Erfolg, auch wenn viele Kritiker ihn wegen der übertriebenen Gewaltdarstellung, von ihnen Ultraviolence getauft, kritisiert wurde. Peter Weller kriegte die Rolle übrigens, weil er sehr schlank war. Die Produzenten befürchteten, dass wenn jemand Kräftigeres den Charakter darstellen würde, der Anzug auch größer sein würde und dadurch lächerlich wirken würde. 1990 sollte dann die Fortsetzung herauskommen, die jedoch qualitativ nicht an den Vorgänger heranreichte. Eine Besonderheit war übrigens, dass die Story für den Film von niemand Geringerem als dem Comicautoren Frank Miller stammte. Es sollte das letzte Mal sein, dass Peter Weller die Figur physikalisch schauspielerte. Er stellte den Charakter weder in Teil 3 noch in der Fernsehserie dar und war auch nicht im Reboot zu sehen.

Peter Weller

Ein ziemlicher verrückter Trip

1991 war er Hauptdarsteller in dem Drama Naked Lunch von David Cronenbergh. Der Film ist ein Kultfilm, trotz oder gerade weil die Story im wahrsten Sinne des Wortes ein einziger durchgedrehter Drogentrip ist. Im Jahr 1993 fing Peter Weller eine weitere Karriere an: Mit dem Kurzfilm Partners setzte er sich das erste Mal auf den Stuhl des Regisseurs, eine Rolle, die er im Laufe der Jahre wiederholt ausüben sollte. Ebenso war dies das erste und auch das einzige Mal, dass er ein Drehbuch verfasste. Er erhielt hierfür auch eine Nominierung für den Academy Award in der Kategorie Bester Kurzfilm.

Danach durchlief seine Karriere ein kleines Tief. Viele seiner Rollen in dieser Zeit geschahen in B-Movies. 1997 trat Peter Weller zum Beispiel in dem Film Countdown Las Vegas auf. Die anderen Hauptdarsteller waren Dennis Hopper und Tia Carrere. 1999 war er hingegen in Enemy of My Enemy zu sehen, wo die anderen Darsteller Darryl Hannah und Tom Berenger waren.

Ab dem Jahr 2002 fing er schließlich damit an, wieder in Fernsehserien aufzutreten. Den Anfang machte die Serie Odyssey 5, wo er nicht nur einer der Hauptdarsteller war, sondern ebenfalls in mehreren Episoden selber Regie führte. 2005 trat er in Star Trek – Enterprise auf, als er in zwei Folgen den Anführer der xenophoben Organisation Terra Prime, John Frederick Paxton, darstellte. 2006 wirkte er in 24: Twenty Four mit, als der Antagonist Christopher Henderson. Für den Darsteller war dies eine Ehre, da er ein großer Fan der Fernsehserie war.

Ein Mann mit vielen Talenten

2010 spielte er in der Serie Dexter für acht Folgen mit und sprach 2012 in der Trickfilmadaption Batman: The Dark Knight Returns, Part 1 niemand Geringeren als den alten Bruce Wayne selbst. Auch in der Fortsetzung ein Jahr darauf war dies der Fall. 2013 kehrte er zu Star Trek zurück, als er in Star Trek Into Darkness Admiral Alexander Marcus darstellte, einen Mitverschwörer von Khan Noonien Singh (Benedict Cumberbatch), der am Ende von eben diesem getötet wird.

Ein Jahr später wurde Peter Weller erneut zum Robocop. Dieser Auftritt war allerdings anders als seine bisherigen. Er musste nicht in ein unbequemes Kostüm schlüpfen, sondern musste „nur“ in ein Aufnahmestudio. Denn dieses Mal sprach er diese ikonische Rolle. Und zwar in dem Videospiel Family Guy: The Quest for Stuff. Zwischen 2013 und 2014 war er in der Serie Sons of Anarchy zu sehen. Etwas länger, nämlich bereits seit 2011, hatte er ab und zu Regie in der Fernsehserie geführt. Dasselbe geschah ebenfalls in der Reihe The Last Ship, wo er von 2015 bis 2018 immer mal wieder Regie führte und 2017 ebenso in acht Episoden auftrat. Und die Western-Serie Longmire kann man hierbei auch aufzählen, da er zwischen 2012 und 2017 auch regelmäßig diese Doppelfunktion ausübte.

Dass ein Robocop ohne Peter Weller zwar möglich, aber im Prinzip undenkbar ist, bewies das Jahr 2019. Denn dort sprach er die Figur in einem DLC zum brutalen Beat’em Up Mortal Kombat 11. Zuletzt trat er zwischen 2019 und 2021 in dem Reboot der MacGyver-Reihe auf, wo er, wie es fast schon Standard für ihn war, ebenfalls Regie führte. Ganz ohne Auftritt ist bislang hingegen seine Regiearbeit bei dem Reboot der Magnum P.I.-Serie. Doch wer weiß? Vielleicht ändert sich das noch?

Peter Weller ist seit 2006 mit seiner langjährigen Freundin Shari Stowe verheiratet. Das Paar hat ein gemeinsames Kind. 2004 fing er außerdem eine weitere Karriere an. Er machte seinen Master in römischer und Renaissance-Kunst an der Syracuse University. Ab und an gibt er des Weiteren Kurse in antiker Geschichte an der Universität. Obendrauf sattelte er dann auch noch einen Doktortitel, als er über die italienische Renaissance-Kunst-Geschichte schrieb. Er erhielt den Titel im Jahr 2014.

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Götz Piesbergen
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