Wird der Master Chief entfesselt?

Wird es besser?

Master Chief John-117 (Pablo Schreiber) ist mit der letzten Überlebenden der rebellierenden Kolonie aus der vorigen Episode, Kwan Ha, auf der Flucht. Er will mehr über das Artefakt herausfinden und steuert deshalb eine andere aufständische Kolonie an, die von einem abtrünnigen Spartaner namens Soren angeführt wird.

Während das UNSC das sogenannte Silver Team losgeschickt hat, um den flüchtigen Spartaner einzufangen, reisen dieser und sein ehemaliger Kollege zu einem abgelegenen Teil der Kolonie. Dort erhofft er sich Antworten zu erhalten. Doch die könnten ihn nachhaltig verstören.

Der Auftakt zur Halo-Serie, Kontakt, war ein eher durchschnittlicher. Es gab zwar viele gute Aspekte. Aber ebenso auch diverse negative. Weshalb es jetzt umso mehr auf die zweite Folge ankommt. Denn wenn Entfesselt es nicht schafft zu überzeugen, hat die Reihe ein Problem.

Halo nutzt seine Möglichkeiten nicht

Und leider muss man nach dem Angucken der Episode sagen, dass Halo darauf hinsteuert, ein ähnliches Desaster wie The Witcher: Blood Origin zu werden. Es gibt hier traurigerweise sehr viel, was einem übel aufstößt und was keinen Sinn ergibt. Oft genug hat man den Eindruck, dass Dinge um des Klischees willen eingeführt werden, anstatt sie vernünftig aufzubauen oder sich die Zeit zu nehmen, sie glaubhaft zu entwickeln.

Es fängt schon mit einer simplen Sache an, nämlich dem Fakt, dass der Master Chief die ganze Zeit ohne Helm durch die Gegend läuft. Dazu muss man wissen, dass das wahre Aussehen der Figur in den Spielen immer nur angedeutet wird und sein Gesicht ansonsten ständig unter seinem Kopfschutz versteckt ist. Das trägt mit zur Faszination des Charakters bei. Die Tatsache, dass dies in Entfesselt die ganze Zeit ignoriert wird, stört dann doch sehr. Dabei zeigt The Mandalorian, wie man einen Hauptcharakter darstellen kann, dessen Antlitz die meiste Zeit verborgen ist und nur in den wirklich wichtigen Momenten zu sehen ist. Schade, dass Halo nicht auch diesen Weg geht.

Auch fragt man sich, welche Rolle Kwan Ha noch für diese Reihe spielen soll. In dieser Episode ist sie gefühlt nur da, darf ein paar Mal Panik schieben und sich ansonsten im Hintergrund aufhalten und existieren. Das ist alles und das ist enttäuschend wenig. Man hätte sich von der Figur mehr erhofft.

Ein nerviger Intrigenstadl

Ebenso erweckt Entfesselt den Eindruck, dass Dinge nur deswegen geschehen, weil sie zu geschehen haben. So dass dann der Master Chief am Ende der Folge eine komplett unlogische Entscheidung trifft, die mehr als deutlich macht, dass die Reise nur deshalb geschieht, damit eine bestimmte Enthüllung gemacht werden kann. Dass dabei die Logik abhandenkommt, muss den Machern der Reihe völlig egal gewesen sein.

Allgemein muss sich die Serie auch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie viele Szenen nur deshalb einbaut, um bestimmte Eindrücke zu verbreiten. Mit der Konsequenz, dass dadurch jede Menge Klischees entstehen. Wie beispielsweise, dass man abtrünnige Kolonisten sieht, die eindeutig faschistisch sind und deren Anführer Menschen exekutiert. Womit mit großen und neonfarbenen Buchstaben klar gemacht wird, dass dies böse Leute sind, vermutlich sogar Antagonisten. Das Wort subtil muss dabei vorher aus dem Vokabular der Macher gestrichen worden sein.

Und auch der Intrigenstadl in der UNSC nervt. Es ist mir absolut unklar, was die Macher damit bezwecken wollen, außer zu beweisen, dass diese Organisation ebenfalls jede Menge Dreck am Stecken hat und einzelne Mitglieder nur darauf aus sind, ihre eigenen Ziele zu erreichen. Egal, ob dies auf Kosten von anderen Personen geschieht. Dabei nervt die Arroganz und Überheblichkeit, die in jeder Szene, in der man die führenden Offiziere sieht, dem Zuschauer von Entfesselt förmlich ins Gesicht gedrückt wird.

Komplett unnötig

Doch der absolut negative Höhepunkt ist eine Szene am Ende der Folge, in der man detailliert sieht, wie sich eine bestimmte weibliche Figur entblättert, bis sie komplett nackt ist. Im Prinzip dient das nur dazu, um Zuschauer, denen so etwas gefällt, anzulocken, dass sie auch weiterhin einschalten. Den Plot an sich treibt dies überhaupt nicht weiter, da der einzig wichtige Aspekt nur ein paar Augenblicke dauert und ansonsten viel Zeit darauf verschwendet wird, ihren immer nackteren Körper zu präsentieren.

Wenn Entfesselt für den Rest der Staffel steht, dann kann man getrost davon ausgehen, dass Halo ein Reinfall wird. Schade, denn die Spielereihe hat definitiv Besseres verdient.

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Götz Piesbergen
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