Eskalationsstufe 2
|

Review: Halo – Eskalationsstufe 2

Lesezeit circa: 4 Minuten

Die Stadt New Phoenix auf der Erde wurde mit einer Massenvernichtungswaffe angegriffen. Gelingt es dem Master Chief, den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen?

EskalationsstufeDie Handlung

Nachdem die Bevölkerung von New Phoenix ausradiert wurde, wird der Spartaner Gabriel Thorne von Alpträumen geplagt. In diesen erscheinen ihm seine Großeltern, die durch eine Massenvernichtungswaffe umgekommen sind, welche ein Blutsvater namens Didaktiker auf die Stadt abgefeuert hat. Der sogenannte Erzeuger hat dabei alle Gebäude stehen lassen und nur biologisches Gewebe verbrannt. Eine Kollegin überredet Thorne, das Haus seiner Familie aufzusuchen, sodass er sich mit seiner Trauer auseinandersetzen kann.

Von hier aus macht die Handlung einen Sprung zurück in die Zeit unmittelbar nach dem Angriff. Der Master Chief hat den Didaktiker gestellt und in einen Hyperraumriss geworfen. Doch ist der Blutsvater wirklich tot? Nein, denn ein solches Überwesen kann ziemlich viel einstecken. Also nimmt der Master Chief zusammen mit den Spartanern Frederic, Kelly und Linda die Spur auf.

Diese führt sie zu einem Halo-Ring, auf dem der Didaktiker die Massenvernichtungswaffe gefunden hat. Ein irdisches Forschungsteam samt einem Black Spartan Kommando finden der Master Chief und seine Leute niedergemetzelt auf. Alsbald werden sie selbst von Prometheanern unter der Führung des Blutsvaters attackiert. Durch ein Dimensionstor können sie auf einen nahen Planeten entkommen, der sich jedoch als Basis des Didaktikers herausstellt. Dort hat dieser noch sechs weitere Massenvernichtungswaffen gelagert.

Der Kampf gegen den Blutsvater stellt sich als schwierig heraus, allerdings erhalten die Menschen Hilfe vom Monitor. Diese künstliche Intelligenz ist der Wächter des Halo-Rings und hatte eigentlich einen Deal mit dem Blutsvater. Da der sich jedoch nicht an die Vertragsbedingungen gehalten hat, fühlt sich der Monitor verraten und wechselt die Seiten.

Der Comicband enthält noch eine weitere Geschichte, in der Captain Lasky mit der Infinity losgeschickt wird, um den Diebstahl einer Biowaffe auf dem Planeten Ven III zu untersuchen und den Verantwortlichen Sangheili Ayit ‘Sevi samt dessen Beute dingfest zu machen. Dabei stößt das Einsatzteam auf eine unterirdische Piratenbasis. Um die eigenen Leute zu retten und die Mission zu erfüllen, muss die Infinity direkt eingreifen und das Piratennest ausheben. Wie sich am Ende herausstellt, hat der Geheimdienst ONI den Diebstahl inszeniert, um genau das zu erreichen.

Rezension von Halo Eskalationsstufe 2

Band 2 der Reihe ist in jeder Hinsicht besser als der erste Teil. Neben geballter Action gibt es diesmal auch entspannte Szenen, in denen sich die Charaktere weiterentwickeln können. Vor allem über Gabriel Thornes Vergangenheit gibt es viel zu erfahren. Der Einstieg ist außerdem selbsterklärend, sodass kein Vorwissen nötig ist, um der Handlung zu folgen.

Etwas seltsam ist lediglich das Verhalten des Monitors. Die KI soll eigentlich den Halo-Ring bewachen, vertickt dann aber die dort gelagerten Waffen an einen Erzschurken, nur um dann die Seiten zu wechseln, als dieser sich nicht an die Abmachung hält. Immerhin gibt es aber endlich einen Ring zu sehen und auch der Master Chief hat einen Auftritt. Das sind die beiden Kernelemente des Halo-Universums, auf die Fans im ersten Band vergeblich gewartet haben.

Die zusätzliche Geschichte dreht sich wieder einmal um eine Intrige, die allerdings erst am Ende offensichtlich wird. Die Piratenkönigin lässt sich dabei leicht überrumpeln, da sie in ihrer Arroganz äußerst stereotyp auf die Situation reagiert. Irgendwie scheinen alle Gegner nicht sonderlich schlau und geschult zu sein, da nicht ein einziger Spartaner im Kampf gegen die Übermacht der Piraten stirbt.

Zeichnerisch ist der Comic fast durchgehend gelungen. Der Detailgrad ist deutlich höher als im ersten Teil, was vor allem bei Räumen, Städten, Landschaften sowie Raumschiffen positiv auffällt. Die Infinity wirkt z.B. durch die zahlreichen Fenster deutlich größer. Bei den Charakteren sind die Gesichter allesamt gut getroffen und die Rüstungen ebenso hochdetailliert wie die Umgebungen.

Abgerundet wird das Ganze durch eine verbesserte Koloration. Im zweiten Band gibt es erheblich mehr Glanz- und Beleuchtungseffekte, welche die Bilder lebendiger wirken lassen. Die Farbpalette ist ebenfalls größer und statt einfachen Farbverläufen gibt es komplexere Texturen, die Licht- und Schattenseiten berücksichtigen. Dadurch erscheint alles viel plastischer als manche Bilder im ersten Band.

Fazit

Die Schwächen des ersten Bandes wurden in Eskalationsstufe 2 größtenteils behoben. Erzählerisch hat dieser Teil mehr Tiefe und gibt den Charakteren mehr Raum zur Entfaltung. Außerdem können sich Quereinsteiger ohne Vorwissen schneller in die Handlung hineinversetzen. Der Zeichenstil wurde verfeinert und die Koloration ist auf einem deutlich höheren Niveau. Die Verarbeitung ist ebenfalls sauberer. Nur das Lektorat hat wieder ein paar Wortfehler übersehen.

Info

Autoren: Brian Reed & Duffy Boudreau
Zeichner: Sergio Arino, Richard Sánchez & Douglas Franchin
Farben: Michael Atiyeh
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

  • Story
    8/10
  • Zeichenstil
    8/10
  • Koloration
    10/10
8/10
Total Score

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen