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Das Horrorschloss im Spessart sorgt dafür, dass Männer den Verstand verlieren.

Das Horrorschloss im SpessartHandlung

Will Mallmann vom BKA stolpert bei Ermittlungen über einen geistig verwirrten Mann. Er ist nicht der einzige Vorfall, alle Männer reden von schönen Frauen, einem Schloss im Wald und dem Tod in Schwarz. Das lässt John Sinclairs Alarmglocken schrillen. Die beiden machen sich sofort auf die Suche und entdecken das Château d’Amour. Dort trifft John zum ersten Mal auf den Gegner, der ihm schon vor einiger Zeit angekündigt wurde: Der Schwarze Tod.

Rezension

Es ist erstaunlich, wie gut man hier die erste Begegnung mit dem Schwarzen Tod aufgebaut hat. Aber, hier entfernt man sich doch weit von der Vorlage. Dazu mehr im Abschnitt “Unterschiede zum Tonstudio Braun”, welches sich mehr an die Vorlage hält.

Dass die Edition 2000 nicht romangetreu ist, ist ja nichts neues, denn im Jahr 2000 ist die Welt nun einmal anders als im Jahr 1978, als die Vorlagen erschienen. Und da hier der weitere Verlauf der Geschichte ja über Jahrzehnte hinweg bekannt ist, kann man bestimmte Ereignisse auch vorbereiten. Eben wie die Ankunft vom Schwarzen Tod, der hier im Gewölbe des Bordells wohnt. Warum er hier her gekommen ist, wird nicht klar, immerhin sollte sein Domizil ja eigentlich ein entweihter Friedhof in England sein und nicht ein altes Schloss in Deutschland. Da Sinclair die Pläne von Lionel Hampton in Achterbahn ins Jenseits aber verhindert hat, musste natürlich ein Ausweichplan her. Warum es nun hier hin ging, das ist eben ein Mysterium. Kann ich mit leben, aber prinzipiell bin ich schon für ein wenig mehr Exposition.

Dies ist der erste Auftritt von Will Mallmann in der Edition 2000 und er hinterlässt direkt einen sympathischen Eindruck, was natürlich auch mit Lutz Riedel als Sprecher zu tun hat. Ist schon genial, was uns in dieser Neuauflage an Sprechern vorgesetzt wird. Da gibt es wirklich nichts zu meckern. Die Handlung ist nur manchmal nicht so logisch, wie man es gerne hätte. Der Sohn vom letzten Opfer behindert Will und John bei den Ermittlungen, um sich auf eigene Faust der Dinge anzunehmen. Wieso zur Hölle macht man sowas? Es ist ja nicht so, dass Ralf Brandner hier im Affekt handelt, das passt dann später zu seiner Begegnung mit der Werwölfin.

Und als richtig störend empfand ich den Plot rund um das geplatzte Date mit Jane. Ja, ich wäre auch sauer, wenn mir jemand erst zusagt und dann nicht da ist, ohne mir Bescheid zu geben. Ich würde bei einem Polizisten aber davon ausgehen, dass sein Job ihm dazwischen gekommen ist, vor allem bei einem wie John Sinclair, der eben quasi immer im Einsatz ist, da er in seinem Gebiet ja recht alleine dasteht. Ich vermute mal, dass dies der Vorlage geschuldet ist, damals wurden Frauen ja oft noch als irrational dargestellt.

Dafür gibt es dann leider auch Punktabzug. In einer modernen Version erwarte ich tatsächlich, dass man solche Sachen ebenfalls anpasst und John nicht nur ein Handy gibt. Ach ja, warum hat Jane nicht einfach John auf dem Handy angerufen? Warum hat John keine SMS geschickt, als er sich daran erinnerte, dass er Jane versetzt hat?

Unterschiede zum Tonstudio Braun

Im Gegensatz zur Version vom Tonstudio Braun (hier zum Review), wurde hier doch einiges geändert, im Vergleich zur Romanvorlage. Dort war die Einführung sehr viel länger und die Damen im Bordell waren allesamt Hexen, mit Ausnahme von Roswitha. Auch ist der Superdämon im Keller nicht der Schwarze Tod, das ist Kala. Der Kellerdämon wird vernichtet, während Kala flieht. Jane reagiert dort auch nicht so hart.

Fazit zu Das Horrorschloss im Spessart

Die Edition 2000 macht da weiter, wo sie aufgehört hat und hat dafür nur grob ein Jahr gebraucht. Ja, so groß war der Abstand zwischen den ersten sechs Folgen und den nächsten drei, ab da wurde der Abstand dann aber kürzer. Ist aber auch nachvollziehbar, da man erstmal schauen wollte, ob sich das überhaupt lohnt und da muss man eben erstmal abwarten und dann produzieren, was eben beides Zeit kostet. Es gibt hier wirklich keinen Grund richtig zu meckern, meine Kritik ist wie immer Jammern auf hohem Niveau. Viele der Punkte fallen mir nur durch das mehrfache Hören auf.

Sprecher

John Sinclair: Frank Glaubrecht
Erzähler: Joachim Kerzel
Will Mallmann: Lutz Riedel
Jane Collins: Franzika Pigulla
Kala: Martin Kessler
Ralf Brandner: Boris Tessmann
Maria Brandner: Judy Winter
Paul Brandner: Matthias Haase
Der Schwarze Tod: Thomas Friebe
Doc: Ulrich Pleitgen
Yvonne: Silke Haupt
Roswita: Sibylle Kuhne
Klaus: Klaus Nierhoff
Pascale: Ariane Borbach
Ansage: Fred Bogner

 

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Marco Golüke
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