Review: Marvel – Planet Hulk, Teil 1

Lesezeit circa: 8 Minuten

Der Hulk ist auf dem Planeten Sakaar gestrandet und wird dort wider Willen zum Befreiungshelden.

Planet HulkDie Handlung

Da Bruce Banners Alter Ego Hulk schwer zu kontrollieren ist und bei jeder Schlacht schwere Schäden verursacht, haben ihn die führenden Köpfe der Avengers, X-Men und Fantastic Four ins All gelockt und sein Raumschiff per Fernsteuerung in einem Wurmloch versenkt. Die Absicht war, ihn auf einem unbewohnten Planeten kaltzustellen. Sakaar stellt sich jedoch als durchaus bewohnt heraus. Hier stürzen regelmäßig Raumschiffe aus diversen Galaxien ab, die vom Wurmloch ausgespuckt werden.

Sogleich werden die Neuankömmlinge einkassiert und ihre Vehikel von Schrottsammlern auseinandergenommen. Doch die einheimischen Insektoiden sind noch das geringste Problem des Hulk, der in seiner Frustration keine menschliche Form mehr annehmen kann. Sakaar steht unter der Herrschaft des Roten Königs, dessen Kriege immer teurer werden, sodass er die gestrandeten Raumschiffe für seine eigenen Zwecke plündern lässt. Die Besatzungen werden versklavt und die Stärksten müssen als Gladiatoren in der Arena um ihr Überleben kämpfen.

In seinem ersten Kampf rettet der Hulk den Insektoiden Miek sowohl vor wilden Bestien, als auch vor dem Roten König. Der lässt zunächst Gnade walten, schickt die beiden aber direkt zum Sterben in den Schlund. Bei diesem handelt es sich um eine Gladiatorenschule, in der alle zwecks Gehorsam ein Scheibenimplantat tragen, welches auf Knopfdruck Schmerzen verursacht. Zum Team des Hulk gehören Miek, ein Steinwesen namens Korg, der Schattenkrieger Hiroim sowie die einstigen Bürger Elloe und deren Vater, die es gewagt haben, den König infrage zu stellen.

Zunächst müssen sie gegen die Insektoiden Brood antreten, von denen eine Überlebende zum Team hinzu stößt, während viele namenlose Gefangene das Zeitliche segnen. Nachdem die übrigen Sieben alle Prüfungen bestanden haben, darunter ein Kampf mit außer Kontrolle geratenen Maschinenwesen, die Wildbots genannt werden, geht es zurück in die Arena. Dort scheitert der Rote König erst einmal damit, den Hulk mit einer Bombe auszulöschen. Als Nächstes soll der ebenfalls in Gefangenschaft geratene Silver Surfer den Job übernehmen.

Nachdem sich der Silberling von seiner Gehorsamsscheibe befreien kann, verfügt er wieder über seine Kräfte und schaltet daraufhin auch alle Gehorsamsscheiben der anderen Gladiatoren und Sklaven ab. Es kommt zu einem Massenausbruch, was dem Roten König so gar nicht gefällt. Der hatte eigentlich gehofft, der Silver Surfer würde den Hulk erledigen, da dessen Beliebtheitswerte im Volk seine eigenen inzwischen überflügeln. Die Unterdrückten und Geknechteten nennen den Hulk nicht mehr nur Grünnarbe, sondern sehen in ihm schon den Sohn von Sakaar, eine Art Messias.

Auf der Flucht kommen Grünnarbe und sein Gefolge an einem Dorf vorbei, welches von Wildbots terrorisiert wird. Dem König ist das reichlich egal, der verbraucht seine sämtlichen Ressourcen, um den Hulk zu jagen und die Aufstände in der Hauptstadt blutig niederzuschlagen bzw. niederzubrennen. Zwar erledigen die Entflohenen die Wildbots, doch kurz darauf stellt Miek fest, dass der Ortsvorsteher ein ehemaliger Kriegsherr ist, der einst seinen Stock auslöschte. Im Duell verschont er ihn am Ende, aber noch während er überlegt, ihm zu vergeben, entdeckt er einen Verschlag mit Sklaven.

Miek befreit die Angehörigen seines Volkes und obwohl er unter den Gladiatoren immer der Schwächste war, avanciert er nun zum Befreiungshelden. Später verpuppt er sich gar und wird als König wiedergeboren. Der Hulk tut sich wesentlich schwerer mit solcherlei Verehrung und will eigentlich nur seine Ruhe haben. Doch der Rote König lässt ihm keine und hetzt ihm weiter alles auf den Hals, was ihm zur Verfügung steht. Darunter die Schattenkriegerin Caiera, die im Besitz der Allmacht und damit dem Grünling ebenbürtig ist.

Als der Rote König jedoch die Spikes, eine aggressive Alien-Spezies, loslässt, muss Caiera erkennen, dass ihm sein eigenes Volk und sogar sein militärisches Gefolge völlig gleichgültig sind. Er opfert alle den Spikes-Parasiten, die mit ihren Opfern verschmelzen, nur damit diese den Hulk für ihn erledigen. Caiera, die einst als junges Mädchen vom Roten König erwählt und zu seinem persönlichen Schatten wurde, muss erkennen, dass auch sie entbehrlich ist. Schlussendlich schließt sie sich Grünnarbe an.

Miek muss indessen feststellen, dass die Bewohner der Stadt An-Sara, welche er und seine Gladiatorenkollegen gerade vor den anrückenden Spikes verteidigen, die Königin seines Stocks versklavt haben. Und schlimmer noch, sie essen ihre Eier. Die Rache erübrigt sich allerdings, denn noch bevor die Evakuierung abgeschlossen ist, lässt der Rote König An-Sara bombardieren. In letzter Sekunde entkommen der Hulk, seine Mitstreiter und ihre neue Kampfgefährtin Caiera.

Rezension von Planet Hulk, Teil 1

Wer Thor – Tag der Entscheidung gesehen hat, dem werden einige Handlungselemente und Charaktere bekannt vorkommen. Tatsächlich basiert ein Teil des Films auf genau diesem Comic. Das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, aber eigentlich hätte Planet Hulk durchaus das Zeug zu einem eigenständigen Kinoabenteuer gehabt. Irgendwie kommt der grüne Wüstling im MCU schon seit Längerem etwas zu kurz.

Im Comicuniversum darf er dagegen der Volksheld eines ganzen Planeten sein, wenn auch eher unfreiwillig. Seine Gemütsschwankungen sind dabei leider nicht immer nachvollziehbar. Erst reagiert er auf die Verehrung u.a. durch Miek äußerst ablehnend und geht gar auf seine Fans los, dann will er seine Ruhe und rät ihnen, ihre Probleme selbst in den Griff zu bekommen, nur um im nächsten Moment doch wieder Rache am König nehmen zu wollen, weil dieser ihn definitiv nicht in Ruhe lassen will.

Das ist allerdings der einzige Kritikpunkt. Die anderen Charaktere besitzen alle Tiefgang, was durch Rückblenden in ihre Vergangenheit verstärkt wird. Sie machen zudem eine deutliche Entwicklung durch. Miek wird vom Feigling zum Befreier seines Volkes, Caiera wird gar von einer Feindin zur Verbündeten. Der Rote König verfällt dagegen immer mehr dem Wahnsinn eines zügellosen Autokraten. Immer radikaler geht er gegen Dissidenten vor und feuert dabei den Widerstand durch sein rücksichtloses Verhalten nur noch mehr an. Es zeichnet sich bereits ab, dass es ihm bald wie Batista, Somoza oder irgendeinem beliebigen anderen Diktator ergehen wird.

Erfreulich bei alledem ist, dass in diesem Comic, mal abgesehen vom Hulk und dem kurzen Cameo-Auftritt des Silver Surfers, eine eigenständige Heldenpalette etabliert wird. Die Handlung spielt komplett auf Sakaar, die Erde und ihre Superhelden liegen weit entfernt in einer anderen Galaxie. Diese Unabhängigkeit macht das vorliegende Abenteuer so einzigartig. Obendrein liest es sich weniger wie ein Superhelden-Comic, sondern wie astreine Science Fiction.

Der Autor hat sich dabei wirklich Gedanken um die Welt Sakaar gemacht, die eine reichhaltige Geschichte und zahlreiche einheimische wie gestrandete Spezies vorzuweisen hat. Es gibt sogar eine eigene Längenmaßeinheit, wobei nicht ganz klar ist, ob Worf eine Anspielung sein soll. Die Landschaft ist ebenfalls abwechslungsreich, sodass es nie langweilig wird. Interessanterweise existiert auf Sakaar nichts Grünes, sodass der Hulk und Caieras Augen als einzige grüne Farbtupfer hervorstechen. Um restlos in diese Welt eintauchen zu können, befinden sich im Anhang noch Lagekarten des Tayo-Systems, der Hauptstadt sowie des Umlandes.

Am Zeichenstil gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die Bilder sind sehr detailliert, die Perspektiven stimmen und die Gewänder der Planetenbevölkerung haben einen guten Faltenwurf. Abgerundet wird alles durch eine spitzenmäßige Koloration. Lichteinfall und Glanzeffekte sind perfekt. Übertroffen werden die Comicseiten allerdings noch von den Cover-Artworks. In diesen steckt unglaublich viel Bewegung und die erdigen Farben verleihen ihnen einen realistischen Touch, als wären die Bilder unter einer fremden Sonne entstanden.

Fazit

Dieses Weltraumabenteuer ist die wohl beste Erzählung der Hulk-Reihe. Der Comic ist spannend, die Charaktere sind glaubwürdig und die Optik ist beeindruckend. Was will man mehr? Erschienen ist Planet Hulk, Teil 1 u.a. als hochwertige Hardcover-Ausgabe mit der Nr. 45 in der Marvel-Comic-Sammlung.

Bewertung: 15/15

Text: Greg Pak
Zeichnungen: Carlo Pagulayan & Aaron Lopresti
Farben: Chris Sotomayor
Verlag: Marvel / Panini
Sonstige Informationen:

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