Punisher Nightmare
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Review: Marvel – Punisher: Nightmare

Lesezeit circa: 4 Minuten

Der Punisher bekommt Unterstützung von einem weiteren Kriegsveteran. Doch kann er Johnny trauen?

Punisher NightmareHandlung

Bei seiner Jagd auf Gangster stößt Frank Castle auf einen ähnlichen Fall wie seinen eigenen. Im New Yorker Central Park wird eine Familie erschossen, der Mann überlebt schwer verwundet. Es handelt sich um einen Kriegsveteran, der auf Rache sinnt. Klingt soweit alles vertraut.

Zu den Unterschieden gehört, dass Jake/Johnny anscheinend eine multiple Persönlichkeitsstörung hat, die auf ein Kriegstrauma zurückgeht. Während Jake nie wieder töten möchte und deshalb das Militär verlassen hat, ist Johnny ein eiskalter Killer. Nachdem seine Frau und Tochter in die Schusslinie zweier verfeindeter Mafiaclans geraten sind, übernimmt Johnny wieder die Oberhand.

Gemeinsam mit dem Punisher macht er sich auf die Jagd nach den Mördern seiner Familie. Dabei stellt sich jedoch heraus, dass alles weitaus komplexer ist, als es zunächst den Anschein hatte. Während Frank Castle sich nur langsam von seinen Verletzungen erholt, heilt Johnny erstaunlich schnell. Das liegt an Injektionen, die er während seiner Zeit beim Militär erhalten hat. Ohne sein Wissen wurde er in eine fast unsterbliche Superwaffe verwandelt.

Die Sache geht aber kräftig nach hinten los. Der Mordanschlag auf seine Familie sollte ihn nach seinem Ausstieg beim Militär wieder aktivieren. Das hat auch funktioniert, nur hat es ihn derart traumatisiert, dass er nun völlig frei dreht. Ein weiterer Anschlag auf ihn, bei dem sein Hirn schwer verletzt wird, gibt seinem Verstand endgültig den Rest und er plant einen Terrorakt mit unzähligen Toten.

Hier trennt sich der Punisher von ihm und wird zu seinem erbittertsten Widersacher. Der Kampf gegen ein nahezu unsterbliches Monster gestaltet sich allerdings als schwierig. Ein fulminanter Showdown ist unausweichlich und danach bleibt noch die Jagd auf den verantwortlichen Vize-Stabschef Sarnoff, der hinter diesem kranken Experiment steckt.

Rezension zu Punisher: Nightmare

Der Comic wird aus abwechselnden Perspektiven erzählt. Die Vorgeschichte von Jake/Johnny wird dabei in Form von dessen Internetblog erzählt. Während der neue Antiheld in Afghanistan eingesetzt war, kommen in Frank Castle Erinnerungen an seine eigene Zeit in Vietnam hoch. Dieser Hintergrund ist neu, denn eigentlich war Castle stets ein Golfkriegsveteran. Wirklich gelungen ist diese Ergänzung nicht, denn schon der zeitliche Kontext will nicht so wirklich passen. Frank müsste demnach schon weitaus älter sein.

Obendrein sind die Rückblenden moralisch mehr als fragwürdig. So erschießt sein kommandierender Offizier einfach so einen vietnamesischen Jungen und begründet dies damit, dass jeder Vietnamese ein Feind sein könnte. Als Frank kurz darauf ein Mädchen verschont, wirft dieses eine Granate, womit Castle für den Tod der eigenen Leute verantwortlich ist. Viel brisanter ist daran jedoch, dass hier der Mord an Kindern gerechtfertigt wird. Zudem werden die Vietcong, die lediglich ihr Land gegen eine feindliche Invasion verteidigt haben, als Bösewichte charakterisiert, die man bei Sichtkontakt meucheln sollte. Das passt überhaupt nicht in den Kontext von Marvels Punisher, der eigentlich Verbrecher bestraft und nicht selbst Kriegsverbrechen begeht.

Kritik am eigenen Militär kommt erst in der Haupthandlung auf, denn mit Johnny alias Nightmare hat Vize-Stabschef Sarnoff ein Monster geschaffen, welches zum Terroristen mutiert und die eigene Bevölkerung bedroht. Bei der Aufdeckung der Verschwörung sowie der Bestrafung der Verantwortlichen läuft der Punisher schließlich wieder zur Höchstform auf.

Auf den Zeichenstil trifft das nur bedingt zu. Die Charaktere sind zwar gut getroffen, doch der Stil ist etwas skizzenhaft. Es gibt nur selten klare Linien, oft liegen mehrere Striche übereinander. Das ist nicht per se schlecht, aber gewöhnungsbedürftig. Etwas unerklärlich ist, warum sich der Zeichner dafür entschieden hat, Nightmare in der zweiten Hälfte einen Iro zu verpassen. Warum sollten Johnnys Haare zu einer Punkfrisur nachwachsen, nachdem ihm der halbe Schädel weggeschossen worden ist? Oder hatte er zwischenzeitlich noch die Zeit, einen Friseur aufzusuchen?

Immerhin wirken aber alle Posen gut und die Koloration holt ein Maximum an Atmosphäre heraus. Die Farben und Lichtverhältnisse sind absolut stimmig. Eingefügte Hintergründe wie nächtliche Skylines oder leicht bewölkte Tageshimmel lassen die Bilder sehr lebendig wirken.

Fazit

Die Geschichte von Punisher: Nighmare fällt etwas aus dem Rahmen, da das organisierte Verbrechen nur eine Nebenrolle als Handlanger des Militärs spielt. Die Veränderung von Frank Castles Vorgeschichte ist zudem überflüssig und trägt wenig zur Haupthandlung bei. Optisch ist der Comic dafür absolut gelungen, was für entsprechendes Lesevergnügen sorgt. Aufgrund des hohen Gewaltpegels sollte dieses allerdings einer älteren Zielgruppe vorbehalten bleiben.

Info

Autor: Scott M. Gimple
Zeichner: Mark Texeira
Farben: Frank D’Armata
Verlag: Marvel / Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

Wertung

Wertung
7 10 0 1
  • Story
    7/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    10/10
7/10
Total Score

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