Review: Star Trek Lower Decks 18 – Ich, Excretus

Lesezeit circa: 6 Minuten

In Ich, Excretus wird die Mannschaft der Cerritos auf die Probe gestellt.

Anspielungen en Masse

Die Stimmung der Unterdeckler ist schlecht, da sie einmal mehr von der Cerritos vergessen worden sind. Doch viel Zeit, diesen Streit beizulegen, bleibt nicht, da ein Drill Instructor der Sternenflotte vorbeischaut und die gesamte Besatzung auf die Probe stellt. Allerdings verlaufen die Simulationen, in denen dies geschieht, alles andere als zufriedenstellend.

Einen Nebeneffekt hat jedoch diese Maßnahme. Die Unterdeckler erfahren, was es wirklich heißt, Senioroffizier zu sein, derweil die Senioroffiziere die Geringschätzung für die Unterdeckler am eigenen Leib mitkriegen. Allerdings ist dies für Shari yn Yem (Lennon Parham) kein Grund, die Untersuchung abzubrechen. Denn sie will selber etwas beweisen!

Lower Decks war schon immer eine Serie, in der es in jeder Folge jede Menge Easter Eggs gab. Das ist auch in Ich, Exretus nicht sonderlich anders. Nur dass hier die Präsentation dieser Anspielungen etwas anderes verläuft, als bislang. Hier rücken sie mehr in den Vordergrund, ohne allerdings die Handlung an sich zu dominieren.

Ein kleiner Ehrengastauftritt

Gleichzeitig präsentiert die Folge ein weiteres Merkmal der Serie. Nämlich dass gerne bekannte Gastschauspieler aus der „Trek“-Historie eingebaut werden, wenn auch in einem ungewöhnlichen Kontext. Dementsprechend hat man es hier mit einem Auftritt der Borg-Königin zu tun, die im Original von Alice Krige gesprochen wird, die den Charakter ja unter anderem in Star Trek: First Contact darstellte. Ein wunderbarer Gastauftritt, der jedoch, wie die Easter Eggs, die Folge nicht dominiert.

Stattdessen hat man es bei Ich, Excretus mit einer Episode zu tun, in der dieses Mal ein einziger Handlungsstrang vorhanden ist. Wenn man bedenkt, dass die früheren Folgen zwei oder drei Plots nebeneinander hatten, ist das schon außergewöhnlich. Aber hier ist es genau die richtige Wahl gewesen, weil im Fokus des Geschehens eben die gesamte Crew ist und nicht nur die Abenteuer einzelner Mitglieder.

Es geht ums Vertrauen der Besatzung untereinander. Um Vorurteile, die jeweils auf der anderen Seite existieren und die durch diese Simulationen beseitigt werden.

Scheitern, weil man Scheitern soll!

Denn im Prinzip lernen die jeweiligen Parteien in Ich, Excretus, dass die Aufgaben der Gegenseiten doch nicht so einfach sind, wie ursprünglich gedacht. Senioroffiziere müssen weitreichende Entscheidungen treffen, die oft über Leben und Tod bestimmen, derweil die Unterdeckler eben allzuoft in der Hackordnung ganz unten stehen. Am Ende scheint es so, als ob diese wechselseitige Erkenntnis zu einer besseren Partnerschaft zwischen den beiden Fraktionen geführt hat.

Doch besteht die Folge eben nicht nur aus dieser „Trek“-typischen moralischen Erkenntnis. Ebenso sind da auch andere Elemente, die diese Episode bestimmen. Wie beispielsweise, wie diese Simulationen aufgebaut sind.

Ein wenig erinnern diese in Ich, Excretus nämlich an den Kobayashi-Maru-Test. Denn allzuoft hat man das Gefühl, dass sie bewusst so gestaltet worden sind, dass die jeweiligen Testteilnehmer scheitern müssen! Das sieht man ja bereits zu Beginn der Tests, als Beckett Mariner in einer Spiegeluniversumssimulation landet und nur innerhalb von eng begrenzten Parametern diese absolvieren darf. Was bei einem rebellischen Freigeist, wie sie ihn eben hat, dazu führt, dass sie scheitert, ja sogar scheitern muss!

Was für eine Entwicklung!

Es ist gleichzeitig auch ein erster Hinweis darauf, dass mit der Testerin, mit Shari yn Yem, etwas nicht in Ordnung ist. Sie scheint sich sehr auf die Prozentangaben zu verlassen, die diese Tests bewerten. Und am Ende stellt sich eben heraus, dass sie die eigentliche Realität nicht kennt, da ihre Simulationen diese nicht widerspiegelt. Was eben der Grund dafür ist, dass die meisten Offiziere auch daran scheitern, sie zu meistern. Denn ihre Handlungsweisen, was am Ende der Folge bewiesen wird, basiert auf Realitätserfahrungen, die noch nicht mal ansatzweise denen entspricht, wie sie der Drill Instructor erwartet.

Und doch gibt es eine Person, die es schafft, eine nahezu perfekte Bewertung herauszuholen. Es ist Brad Boimler, der eine Simulation mit den Borg so lange wiederholt, bis er die 100%-Wertung erreicht hat. Es ist eine Charakterisierung, die zu dem Unterdeckler passt, der ja in der ersten Season mitunter alle Vorschriften kennt oder in „Der Zeitpuffer“ der einzige wahr, der mit der Anordnung des Captains perfekt zurechtkam. Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch der Fortschritt in seiner Charakterisierung, in dem er freiwillig seine perfekte Bewertung opfert, um das Schiff und die Mannschaft zu retten. Das ist eine Tat, die er so in der ersten Staffel nicht getan hätte, da er in dieser nur per Zwang zu so etwas gebracht worden wäre.

Natürlich ist Ich, Excretus eine humorige Folge, wie es bei Lower Decks Standard ist. Wobei hier erneut die Grenzen des Humors getestet werden, in dem nämlich Beckett Mariner eine Simulation erlebt, in der die Crew der Cerritos dem Psi 2000-Virus, unter anderem aus der TNG-Folge Gedankengift bekannt, infiziert ist und dementsprechend ihren erotischen Gefühlen freien Lauf lässt. Hier wird sehr viel angedeutet, aber es wird nie eindeutig oder gar obszön. Was einmal mehr für diese Reihe spricht.

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Götz Piesbergen
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