Spotlight: Charlton Heston

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Viele von Charlton Hestons Rollen war größer als das Leben.

Vom Land in die Stadt

Es ist diese eine Szene, die Charlton Heston legendär machte: Wie er am Ende von Planet der Affen im Sand kniet und beim Anblick der teilweise verschütteten Freiheitsstatue all die jenen verflucht, die dafür verantwortlich waren. Dabei waren im Prinzip Science-Fiction-Filme nicht die Forte des als John Charles Carter geborenen Schauspielers. Vielmehr waren es Monumentalfilme, wo er oft Figuren darstellte, die legendär waren.

Er kam am 4. Oktober 1923 zur Welt. Über seinen Geburtsort gibt es unterschiedliche Angaben, was unter anderem auch daran lag, dass er selber mal meinte, dass er an seine Kindheit keine genauen Erinnerungen mehr hat. Fakt ist allerdings, dass, als er zehn Jahre alt war, sich seine Eltern scheiden ließen und er gemeinsam mit seinen Geschwistern und seiner Mutter von dem ländlichen St. Helen, Michigan nach Wilmette, Illinois, zogen. Seine Mama hatte zu dem Zeitpunkt schon neu geheiratet und den neuen Nachnamen Heston angenommen. Den Vornamen Charlton nahm er von seiner Großmutter mütterlicherseits an.

Charlton Heston ging auf die New Trier High School, wo er an dem Drama Programm mit teilnahm. Er war Teil des Winnetka Community Theatre, worüber er sich ein Stipendium für die Northwestern University erarbeitete, wo er Drama studierte. Dies tat er von 1941 bis 1943. Eine seiner Schauspiellehrerinnen war die berühmte Darstellerin Alvina Krause.

Er war Caesar, Julius Caesar!

Doch der zweite Weltkrieg machte auch vor dem frischgebackenen Absolventen nicht halt. 1944 heiratete er zunächst seine Mitstudentin Lydia Marie Clarke und schrieb sich im selben Jahr bei dem Militär ein. Er wurde Teil der United States Army Air Force und arbeitete zwei Jahre lang als Funker und Flugzeugkanonier. Er erlangte den Rang eines Staff Sergeant.

Nach dem Ende des Krieges zog das Ehepaar nach New York, wo es zunächst als Models für Künstler arbeitete, ehe er schließlich langsam erste Rollen im Theater kriegte. Seine Karriere im Film und Fernsehen war da bereits einige Jahre alt, da sein erster Filmauftritt, in Peter Gynt, im Jahr 1941 herauskam. Das Besondere an diesem war, dass er in diesem Kinofilm gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Alan Carter zusammenarbeitete.

1950 trat Charlton Heston in einer Fernsehproduktion von William Shakespeares Julius Caesar in der Titelrolle aus. Das sollte für seine Karriere insofern von Bedeutung sein, als dass er in den kommenden Jahren häufig in klassischen oder Monumental-Dramen zu sehen war. Es sollte auch das Jahr sein, wo er sein Ticket nach Hollywood buchen konnte, da der berühmte Produzent Hal. B. Wallis ihm einen Vertrag anbot.

Der größte Schauspieler aller Zeiten, damals.

Seinen Durchbruch konnte der Schauspieler 1952 feiern, als er in Die größte Schau der Welt in der Rolle des Zirkusmanagers Brad Braden gecastet wurde. Der Film erhielt den Oscar für den besten Film und das beste Drehbuch. 1953 spielte er an der Seite von Jack Palance in dem Western Die Bestie der Wildnis mit und konnte zwei Jahre später in Der Privatkrieg des Major Benson auch seine komödiantische Ader präsentieren.

Zwischen 1952 und 1955 trat Charlton Heston gleich dreimal in Robert Montgomery Presents auf. Da es sich dabei allerdings um eine Fernsehsendung handelte, die Theaterstücke im Fernsehformat aufführte, waren diese jedes Mal komplett unterschiedliche Rollen.

Es war 1956, als er mit seiner Darstellung als Moses in Die zehn Gebote in die nächste Phase seiner Schauspielkarriere eintrat. Von nun an sollte er vor allem in Monumental- und Historien-Dramen zu sehen sein. In diesem Fall konnte er übrigens gemeinsam mit Yul Brunner arbeiten. Höhepunkt dieser Epoche war sicherlich die Literaturverfilmung Ben Hur aus dem Jahr 1959, wo er die Titelrolle spielte. Der Lohn der Mühe war ein Oskar als bester Schauspieler sowie die Zementierung als einer der besten Darsteller, die Hollywood in jener Zeit besaß.

Körperliche Schwerstarbeit führt zum Erfolg

1961 sollte er gemeinsam mit Sophia Loren in der Verfilmung der spanischen Legende El Cid auftreten, wo er natürlich die Hauptrolle innehatte. Ein Jahr darauf wurde es wieder lustig, als er in der Kriegskomödie Es begann in Rom Hauptdarsteller war und dafür den Bambi als bester Darsteller gewann. 1965 sollte er in Die größte Geschichte des Lebens Johannes der Täufer schauspielern, derweil Max von Sydow die Hauptrolle als Jesus innehatte.

Es war 1968 als Charlton Heston in „Planet der Affen“ auftrat. Er spielte dort den Astronauten George Taylor, der mit seinen Kollegen auf einem fremden Planeten abstürzt, der von intelligenten Affen beherrscht wird, derweil die Menschen Sklaven waren. Am Ende stellte sich in der eingangs beschriebenen Szene heraus, dass diese Welt die Erde der Zukunft war und die Änderungen durch einen Krieg hervorgerufen wurden. Nicht ohne Grund ist dieser Film ein Klassiker der Filmgeschichte. Übrigens war der Schauspieler während der Drehzeit an Grippe erkrankt, was die Dreharbeiten für ihn, wie er sagte, zu den physisch schwersten überhaupt machten.

1970 nahm er die Titelrolle in der William Shakespeare Verfilmung Julius Caesar wahr und hatte im selben Jahr in Rückkehr zum Planeten der Affen einen Kurzauftritt. Ein Jahr darauf war er in Der Omega-Mann erneut Darsteller in einem SciFi-Klassiker. Die Story spielte auf einer Erde, wo er der letzte Mensch auf Erden war. Der Rest ist zu Albino-Mutanten geworden.

Charlton Heston

Eine bunte Karriere geht zu Ende

Der Film Antonious und Cleopatra aus dem Jahr 1972 war für Charlton Heston etwas Besonderes, denn nicht nur war dies ein weiteres Historiendrama – es war der erste Kinofilm, wo er mit am Drehbuch schrieb und auch Regie führen sollte. 1973 war er erneut Darsteller in einem der bekanntesten Sci-Fi-Filme aller Zeiten. Das war in Jahr 2022… die überleben wollen. Es war die Adaption einer Geschichte des Science-Fiction-Autors Harry Harrison.

1976 war er der Hauptdarsteller des Actionfilms Zwei Minuten Warnung und sollte 1982 mit dem Mystery-Kinofilm Goldfieber einmal mehr Regie führen. Gleichzeitig hatte er dabei auch die Hauptrolle inne. Ab den 1980er Jahren änderte sich seine Karriere ein wenig, da er ab da weniger im Film als vielmehr im Fernsehen zu sehen war. So war er 1983 neben Keith Carradine einer der Hauptdarsteller in der Miniserie Die Polizei-Chefs von Delano. Von 1985 bis 1987 war er der Hauptcharakter in der Soap Die Colbys – Das Imperium und sollte 1988 das letzte Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen, als er in der Lebensverfilmung A Man for all Seasons Sir Thomas More darstellen sollte.

1989 sprach Charlton Heston in dem SciFi-Kurzfilm Call from Space einen Alien. 1993 hatte er einen Kurzauftritt in Wayne’s World 2 und trat 1994 in einer Episode von Seaquest auf. Er war 1998 der Erzähler des Katastrophenfilms Armageddon – Das jüngste Gericht und hatte 2001 einen Kurzauftritt in Tim Burtons Neuverfilmung von Planet der Affen. Auch Ben Hur sollte ihn wieder beschäftigen, als er ihn 2003 in einer Zeichentrickverfilmung sprach. Seine letzte Rolle, ehe er starb, war 2003 das italienische Drama My Father, Rua Alguem 5555, wo er Josef Mengele darstellte, den Vater eines Sohnes, der von Thomas Kretschmann gespielt wurde. Posthum kam 2010 noch Genghis Khan: The Story of a Lifetime heraus, das Ergebnis einer Filmproduktion aus dem Jahr 1992, die wegen mangelnden finanziellen Mitteln damals zusammenbrach und eben jetzt die Überreste zusammengeklaubt und herausgebracht wurden.

Politisch Divers

Der Schauspieler war politisch sehr aktiv, änderte jedoch seine Orientierung im Laufe seines Lebens. Zunächst war er liberaler Demokrat, der sich auch für die Partei einsetzte. Dann setzte er sich ebenfalls für die Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King ein und ging mit auf den legendären Marsh on Washington. Ab 1971 begann sich seine politische Meinung zu ändern und er wurde zu einem strammen Republikaner, der unter anderem mit Ronald Reagan gut befreundet war. Er war der 16. Präsident der Screen Actors Guild und auch Präsident der National Rifle Alliance.

Charlton Heston hatte gegen Ende seines Lebens mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 1996 mussten seine Hüften ausgetauscht werden und 1998 wurde bei ihm Prostatakrebs festgestellt. Allerdings sprach er gut auf die Behandlung an und der Krebs ging zurück. Im Jahr 2000 ließ er sich wegen Alkoholismus behandeln. Doch dann ging er im Jahr 2002 an die Öffentlichkeit und gab bekannt, dass Alzheimer bei ihm diagnostiziert worden war. Er verstarb am 5. August 2008 an einer Lungenentzündung. Seine Ehefrau Lydia sowie seine beiden Kinder Fraser Clarke Heston und Holly Ann Heston überlebten ihn.

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Götz Piesbergen
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